Nachruf auf „Nadine in Berlin“

Nadine in Berlin
Nadine in Berlin

Wenn jemand geht lässt er jemanden zurück. Meist sind die Zurückgelassenen ratlos oder traurig oder können es nicht richtig fassen. Die Vielschichtigkeit der Gefühle des Zurückgelassenen sind unbeschreiblich und individuell. Als jemand, der eine Person, ein Tier oder eine Sache verloren hat, fängt man  an zu grübeln ob der Gründe die zu dieser Endgültigkeit führten.

(Update: 04.03.2013 – Nadine lebt wieder!)

Man stellt sich Fragen, bekommt aber keine Antworten mehr. Im Falle einer Sache ist das noch recht einfach und lässt sich verschmerzen und mit anderen Dingen aufwiegen, mindestens aber abmildern. Im anderen Fall ist das nicht so simple.

Es handelt sich schlicht um einen Blog der nicht mehr weitergeführt wird. Von daher eine Sache. Zunächst.

Blog – Mensch

Dieser Blog, „Nadine in Berlin“, die Geschichten eines Menschen aus Fleisch und Blut der, ausgestattet mit Gefühlen, mit einer Seele, einem Herz und allem Drum und Dran, aus seinem Leben erzählte, wurde mir zu einer lieben, täglichen Gewohnheit. Zu lesen wie es Nadine geht. Mit ihr schmunzeln, lachen. Mit ihr weinen oder sich ebenfalls empören. Sich zu freuen wenn etwas gut gelingt und Besserung in Aussicht ist. Mitgefühl haben bei Gemeinsamkeiten, kleine Ah‘s und Oh‘s bei Erzählungen die von einem selbst hätten kommen können. Anregungen, Ideen, Erinnerungen und noch viel mehr, saugte ich aus diesem elektronischen Tagebuch eines wunderbaren Menschen. Für mich und gewiss für alle anderen auch, ein Fenster in eine Welt die auch unsere Welt ist, die ich aber nur passiv teilen durfte.

Erinnerungen

Was bedeutet es wenn man meint jemanden zu kennen? Ich kannte Nadine nicht. Jedenfalls nicht persönlich, nicht von Angesicht zu Angesicht. Allerdings kannte ich sie besser als viele Menschen mit denen ich tagtäglich zu schaffen habe. Sie hat sich ein Platz in mir erobert wofür ich ihr dankbar bin. Manche Hürden in meinem Alltag schaffte ich mit Reflektionen auf ihre Geschichten und ihrem persönlichen Erleben. Es reichten manchmal Fragmente, kurze Erinnerungen an Ihren Blog um mich zur Gelassenheit zu ermahnen. Dinge einfach mit einem Augenzwinkern zu begegnen als aus der Haut zu fahren.

Dunkle Wolken

Was steckt dahinter wenn jemand nach vielen, vielen Jahren nicht mehr bloggt? Zumindest ich, der persönlich nicht bekannt ist, vermag es nicht zu sagen. Ich hoffe die Gründe dafür sind nicht so schwerwiegend als das sie nicht zu meistern wären. Zu Beginn des vergangenen Wochenendes sah ich allerdings schon dunkle Wolken aufziehen in ihrem Blog. Die letzten Beiträge lösten Bestürzungen in mir aus. Ich hinterließ noch schnell einen Kommentar, sah ältere Kommentare verschwinden. Es schien als löste sich der Blog nach und nach auf.

2013-03-04 17_23_34-twoday_Screenshot-Nberlin-wurde-deaktiviertKennt ihr den Film „Matrix“? So in etwa wie die grünen Binärzeichen von oben nach unten, auf schwarzem Hintergrund, hinunterscrollen und langsam verschwinden in ein Datengrab?

The Verve – BitterSweet Symphony von Eldarc88
Nadine, ich hoffe Dir geht es gut. Du fehlst mir jetzt schon. Vielen Dank für schöne, aufregende und augenöffnende Zeiten! Alles Gute!

Schirrmi

2 Gedanken zu „Nachruf auf „Nadine in Berlin“

  1. Wie rührend, ich habe den Artikel erst heute gelesen. Das war damals als ich krank wurde, die Paranoia hat mich wohl dazu bewegt zu deaktivieren. Danke für deinen Beitrag und das du solange bei mir liest, ich gelobe ich mache weiter.

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