Jubiläen

Gude. Je älter man wird, umso häufiger erfährt man Jubiläen. Starke Ereignisse, die sich in der Vergangenheit abgespielt haben, werden meist an „runden“ Jahrestagen wieder hervorgekramt und teils gefeiert oder gegenteilig verachtet, Andacht gehalten – auf jeden Fall, der Blick zurück auf das, was einmal war, geschehen ist.

Heute am 11. September 2026 jährt sich zum 25. Mal der Tag der Tage – die Terroranschläge in den USA. Blöderweise, ich kann mich nicht erinnern, wann diese Unsitte aufkam, dass immer wieder diese dumme Frage gestellt wird: „Wo warst Du, was hast Du gemacht, als am <Datum> das <Ereignis> geschah?“ Warum? Wen interessiert es? Wenn mir jemand diese Frage stellt, antworte ich immer mit „ich war kacken!“ Oder „hatte die nachbarschaftliche Katze in Brand gesteckt.“.

Aber da es diesen unsinnigen Blog nun mal gibt, werde ich mir ausnahmsweise mal auf diese Frage selbst antworten.

Am 11. September 2001 saß ich im Keller in der IT-Abteilung und machte irgendwas mit SAP. Ich trat diese Stellung am 1. September 2001 an. Hatte also letztens mein 25-Jähriges Firmenjubiläum. Dank der Zeitunterschiede DE zu USA, konnte ich die Ereignisse zu einer adäquaten Zeit betrachten, während die USA-Leute relativ früh aufstehen mussten und wohl oft noch an Ihren morgendlichen, widerlichen Starbucks-Kaffee schlürften.

Dazu ein Kommentar von Karin Leukefeld zum heutigen „Jubiläum“:

„Die US-Armee startete am 14. September 2001 den „Krieg gegen den Terror“ mit der Bombardierung von Afghanistan. Es folgten Kriege gegen Irak, Libyen, Somalia, Sudan, Jemen und Syrien, Staaten und Nationen wurden verwüstet. Der israelische Staat eröffnete – mit Unterstützung von USA und Partnern – nach dem 7. Oktober 2023 weitere sieben Fronten, um „Terroristen“ zu eliminieren: Gazastreifen, Westjordanland, Libanon und erneut Jemen, Syrien, Irak und Iran.

Mindestens 4,5 Millionen Menschen starben in den letzten 25 Jahren dort, wo der „Krieg gegen den Terror“ herrscht. Sie starben im Krieg und an den Folgen der „ewigen Kriege nach dem 11. September 2001“. Mehr als 38 Millionen Menschen wurden zu Flüchtlingen, weil ihre Heimatländer bombardiert und ihre Lebensgrundlagen verwüstet wurden. Ein Denkmal für sie gibt es nicht, und auch keine Trauerfeier. Im Gegenteil, der Krieg geht weiter.“

Meine bereits geplante Dienstreise nach Virginia / USA zwecks Einarbeitung wurde gecancelt. Ich machte an diesem Tag früh Feierabend und schaute mir die Berichte bei einer Flasche Wein daheim an. Verbunden mit hektischem Telefonieren mit Familie und Freunden. Erste Beileidsbekundungen meinerseits an die USA-Kollegen schickte ich quasi nebenbei via E-Mail heraus.

Und, wissen Sie was? Mir kam das alles sehr surreal vor. Jetzt, 25 Jahre danach, immer noch. Aber was weiß ich denn schon?

Meine liebe Deutsche Rentenversicherung hat mir durch die Blume per Brief mitgeteilt, dass ich dieses Jahr schon 40 Jahre unselbstständige Arbeit, bzw. auf die Rente anrechenbare Jahre „erworben“ hätte. Danke dafür! Mal sehen, wie lange ich noch knechten muss, damit ich im Alter jeden Groschen umdrehen darf.

Noch ein Jubiläum? Ja, seit ziemlich genau einem Jahr habe ich neues Modell eines Canon-Blitzes erworben. Draußen auf der Terrasse wollte ich mit dem 100er-Makro (und Blitz) eine spannende, gechillte Spinne in ihrem atemberaubenden Spinnennetz fotografieren. Was macht der Blitz? Nichts macht er. Akku leer. Die alten Blitze wurden noch mit 6 AA Batterien betrieben. Diese hielten überaus lange ihre Kapazität und ich habe immer Ersatz da. Aber diese neuen Canon-Akkus leeren sich schneller, als wie meine Würste im Klo heruntergespült werden. Und das bei einem Preis von größer 100,- EUR das Stück. Miststücke!

Im Jahr 2001 hatte ich mir regelmäßig MP3-Songs /-Alben in guter Qualität von einem russischen Server heruntergeladen. Bezahlt hatte ich zunächst mit Kreditkarte. Diese Zahlungsmöglichkeit wurde aber gesperrt, weil die USA-Musikindustrie sowas nicht wollte. Es gab dann aber die Möglichkeit sich ein Bitcoin-Wallet anzuschaffen und eben damit zu bezahlen. Ich kann mich erinnern, dass ich noch Bitcoins in meinem verschlüsselten wallet habe und diese mittlerweile wohl mehrere tausend EUR wert sind. Leider habe ich dieses wallet nicht mehr im direkten Zugriff, bzw. befindet sich auf einer meiner > 30 alten Festplatten im Keller, von denen ich nicht weiß ob diese noch funktionieren, ob ich diese (damals noch SCSI) irgendwie auslesen kann. Vielleicht bin ich Bitcoin-Millionär? Spätestens, wenn ich nicht mehr da bin, könnte meine geliebte Nachgeburt (auch IT’ler, neben Rockstar), falls er denn Bock hätte, sich dieses Projekts anzunehmen.

Einschub: Kann man mal jemand dem DrSchwein sagen, dass er alle seine Parfums wegschmeißen sollte? Man benötigt nur Prada for Men. Damit erhält man wunderbare und liebevolle Bestätigungen von Frau und Mann. Und, wer weiß, vielleicht kommt er dann mal wieder zum „Schuss“? Oder mehr als „Umarmungen“?

Ich könnte noch meine Tagebücher nach Jubiläen durchstöbern und hier in den Blog wichsen. Vielleicht nur dies: Vor 36 Jahren habe ich einen meiner liebsten Engel im wunderbaren Ahorn / Rheinbach kennengelernt. Mehr sollten Sie dazu aber nicht wissen. Etwas Privatsphäre sollte mir gegönnt sein.

Im September 2021 (5 Jahre) bin ich der Glücksspielsucht verfallen. Habe mir Lose einer der bekannten Klassenlotterien besorgt. Jetzt erhielt ich einen Brief, neben vielen (Kauf mehr Lose!), machte ihn auf und las glücklich überrascht, dass ich 120.000 EUR gewonnen hätte. Macht ein halbes Jahresgehalt (zwinker-smiley) und nehme ich gerne mit. Ich rief die Geliebte, die ja ständig da draußen im Garten arbeiten muss, herein, zog meine Lesebrille an und las vor – L. sollte Trommelwirbel machen, also ich las vor: „Herr Schirrmi, heute können Sie sich wie ein König fühlen. Sie haben in der xten Klassenlotterie mit Ihrem Los 120,00 EUR gewonnen!“

Können Sie sich vorstellen, wie bedröppelt ich war? Was eine Lesebrille ausmacht? Was eine fehlende Null ausmacht? Nicht schön. Das muss man erstmal verdauen, bzw. herunterspülen.

Dafür, dass ich so selten schreibe, sollte es für heute reichen. Seid trotz der Umstände gut gelaunt und macht das beste draus.

@ Mark The Cure und Deine Geschichte – finde ich großartig. Habe hier auch das letzte Album auf „echtem“ Medium. Ich muss auch mal meine The Cure-Erlebnisse verbloggen. Ein bissl älter als Deine Erfahrungen. Die Songs und Dein Text klingen in meinem Herzen und Erinnerungen nach…