Ein molekular veränderter Stich

Wir haben hier im Westerwald grade soundso viel Uhr vor Schlag. Was so gesehen zunächst nicht schlimm wäre. Wäre morgen nicht Montag.

Heute hatte ich mal wieder Besuch von so Langhaarigen. Sogenannte Alternative. Da muss ich mir echt mal die Zunge locker machen. Alternativ! Kennen Sie noch? Früher? Ganz früher? Jedenfalls schaute ich an die Decke, an die Lampe und sah – da hing ein Höschen. Ich wunderte mich und schaute verwundert wieder herunter, die langhaarige Alternative neben mir im Sessel an, die doch keine glatten Haare hatte doch umso weniger als..

„Na! Das kann ja ein netter Abend werden..“ dachte ich so bei mir, schaute wieder hoch und sah einen blütenweißen Himmel. Spitzen oben, gestärkt und noch ganz schön-feucht da unten. Wie gut dass ich vorbereitet war. Ich hatte mit Damenbesuch gerechnet, backte ich im Vorfeld einen Kuchen. Denn, wissen Sie was? Liebe geht durch den Magen.

Ich bin im Umzugsstress. Muss hier räumen – und da. Gehe in meine oberste Etage der Muckelbude und räume. Komme runter, räume da. Gehe noch Etagen runter und verräume dort. Voll in Rage musste ich mich bremsen, herunterkommen, nein wieder hoch. Und nahm den immer wiederkehrenden Gedanken auf, es könnten Gäste kommen.

Es war der Donnerstag vor dem Wochenende und machte Besorgungen für einen liebevollen Kuchen. Ich wusste noch nicht wer, aber ich wusste irgendwer wird klingeln. Also backte ich einen Bienenstich und will nicht angeben wenn ich sage dass er, wie immer, hochachtungsvoll – lecker ist. Damit er recht frisch bleibt kühlte ich ihn. Und Peng! Paff! Puff! – ich mache klaro auf, sie rauscht hinein, schaut verrucht hin und her, kein Opfer außer mir in Sicht und flüstert heiser (als heiß): „Sugar, sei erst süß zu mir, und dann – wenn du kannst..“

„Bevor, mein Großer, Du mich stichst.. will ich was Süßes und nicht nur Dich.“ Gut vorbereitet nahm ich den Kuchen, nein – die Torte, nein – mein Herzblut – nein, ich nahm die köstlich verpackten, tiefgefrorenen Bienen heraus, präsentierte mich und den Kuchen und sagte: „Enjoy!“

Sie enjoyte – das kann ich Ihnen sagen. Sie nahm das leckere Stück, verbrachte es in die Mikrowelle und hauchte am Ende zu mir: „Das wird nicht die letzte Sahne sein die ich von Dir kriege..!“

Ich ließ mich nehmen von Maja und kurz vor dem Paradies, tat ich den Stich.

Euer Willi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.