Dunkel die Nacht – Der Kehlkopf kratzt

Bibbernd seit Monaten, wartend und Zähneklappernd hoffend auf das Ereignis. Hält er durch? Hält er Wort? Wie ist das Befinden? Von Ihm?! Lemmy!

Mister Kilmister, der Drum-Schlagende Löwe und der geniale, in einem Holzfällerhemd gekleidete Gitarrist – das nervenzersägende Trio gaben sich in Düsseldorf die Ehre. Und ich war dabei. Durfte, wenn ich so als Nebenbemerkung das Alter von meinem geliebten Lemmy erwähnen darf.

Der Rock-Opa, sein Leben eine Rock-Opera, ein wilder Ritt durch das Leben, immer den Kopf hoch – der Hut fehlt seltenst – ich, wir waren dabei. Hoffentlich nicht zum letzten Mal.

Düsseldorf. Wie kommt man da hin? Die verschissene A3 – Köln. Leverkusen. Ihr wisst schon! Aber nicht mit mir. Die Satan-Karre brachte uns hinterrücks des Deutzer Bahnhofs auf einem dunklen, sehr dunklen Platz der einparkenderweise einen Vorgeschmack auf das gab was kommen mochte. Und es kam!

Mimimi – so meine Begleitung. Wie? S-Bahnen haben kein Klo? Doch, haben Sie, Baby! Die Bierdosen auf geratscht, sprudelnd das köstliche Nass in die Fresse haltend, die eh schon versifften Klamotten abgeleckt – nichts vergeudend, ging die Höllenfahrt (hatten die Tickets nicht abgestempelt) weiter Richtung Glückseligkeit, Motörhead!

Ich war das erste Mal in Düsseldorf –  dass es keinen Schampus regnete. Dem Höllenfürst sei Dank! Ehrliches Bier welches aufgefüllt, besser, nachgeordert werden musste im naheliegenden Kiosk. Hmh! Zweizwöflzig anstatt Dreizwöflzig im Tunnel– ich bin ein Hecht! Für ein paar Pfennige weniger für ein Dosenbier riskiere ich doch glatt – die Straße war breit – der Verkehr weit, meine Begleitung beim Überqueren der Düsselwege-, Straßen- und Kreuzungen. Tja! Sie hat’s überlebt. Nach Dramen und mehrmals in die Scheiße tretend, die Blase leeren müssend, ging es in eine schwarze Wolke hinein. Vorne hell (Pisser!), hingen dunkel (Scheißer)! Äh, ich meine die meisten hatten Kutten an. Sie hingen oft wie Mäntel an ausgemergelten Körpern, die alten Lederjeans waren seitwärts teils nicht mehr zugeschnürt – die Beine immer dürrer. Egal! Augen so alt, so jung, fröhlich und erwartungsvoll in die Nacht blickend, vor dem Konzert noch ein zittriges Bier, eine letzte Ziggi, in Erwartung von etwas nie Dagewesenes. Motörhead. Nach einigen abgesagten Konzerten sind sie wieder da. Und wir dabei. Yeah!

Die zwei (3) Vorbands habe ich nicht wirklich mitbekommen. Verlief mich zwischenzeitlich mal in Indien – May Tay. Sowieso. Egal. Keinen Stehplatz weil wir nicht gekennzeichnet waren, einen Sitzplatz erhalten – erkämpft. Sitzplatz, Leute – Sitzplatz bei Motörhead!

Kurz nach Neun ging der Krieg los. Die totale Dröhnung ohne Ohrenstöpsel.

Ich wurde plötzlich klein als ich Lemmy sah wie er immer größer wurde. Größer, rauer, wilder in sein Mikro röchelnd. Ich wollte ihn noch mal sehen und hören. Recken muss er sich. Klaro! Kopf hoch! Er wird zu Weihnachten Neunundsechzig Jahre alt. Er lässt sich nach seiner Herzoperation nichts anmerken und an die knappen Siebentausend glücklichen Fans. “Kopf hoch, Lemmy!“ schrie ich innerlich und brüllte Ace of Spades, Overkill und weitere alte und neue Klassiker mit. Der Auftakt war gelungen.

Lemmy wurde furchterregend geil unterstützt von herrlichen Gitarren-Solis des Mr. Campbell. Mikkey Dee, ein wild gewordener Löwe an den Drums sorgte für entsprechende Gänsehaut. Zurückhaltend überließ Lemmy an den passenden Stellen die Show seinen beiden Mitstreitern die den Rockabend vollkommen machten.

Ja, er ist dünn geworden. Er ist älter geworden. Aber er gibt alles. Und ich bin so glücklich ihn mit einem weiteren „Killed by Death“ erlebt zu haben.

Geflashed, Jacky-selig und wohlbehaltend heim gekommen (thank you for all, Lydia), war ich froh den nächsten Tag „flexy“ machen zu können. Tagelang noch auf der Arbeit den Bass vom Papi in den Ohren. Oh Gott – wie geil!

Live loud and forever! See you next year in Nurnberg J

Du Altes Warzenschwein!

Dein Schirrmi

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2 Gedanken zu „Dunkel die Nacht – Der Kehlkopf kratzt

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