Der neue, nicht lebensfähige Mitbewohner

Letztens mal wieder Bock auf Sandwichtoast gehabt . Da fielen mir viele Schuppen von den blauen Äuglein als mir einfiel dass mein alter Sandwichtoaster dreckig war und ich ihn weggeschmissen hatte. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, Herr Schirrmi, brummelte ich vor mir her, den Bauch am Boden schleifend.

Aber, hey! Flugs die Shoppingmachine angeschmissen und einen neuen geordert. Weil der Hunger war ja immer noch da. Gut, es dauerte dann zwar einen Tag aber der neue Toaster  machte schon was her als ich ihn auspackte. Recht solide, schwarz und „hart wie Kruppstahl“ sozusagen. Ich hoffte nur dass er nicht so dreckig wird wie der alte. Wiederrum flugs die L. geordert geködert, ich würde des Abends Sandwichtoast für uns beide kochen.

Das hat sie dann auch ganz toll gemacht, also sie, die L. und der neue Mitbewohner. Die Toasts schmackofatzten ausgezeichnet und als ich am nächsten Tag von der Knochenmühle heim kam, war er so sauber wie neu. Es wurde zwar der Ketchup vergessen und auch sonst war recht wenig Phantasie bei der Zubereitung vorhanden, aber hey – einem geschenktem Gaul…. 🙂

Gesternabend wollte ich das mal selbst probieren. Diesmal mit viel Phantasie. Und ich kann euch sagen, super! Zwar nicht so toll wie von jemand anderem gemacht, aber dafür überaus lecker. So lecker das ich nochmal vier Stück anfertigte. Wow! Pappsatt war ich dann und zog den Stecker vom Sandwichtoaster weil das so in der Bedienungsanleitung steht.

So stand das Ding jetzt da auf meiner Echtholzanrichte. Super dreckig, alles voller verbrannten, ehemaligen Lebensmitteln und recht viel Zeug davon runtergelaufen auf meinem hochwertigsten Möbelstück der Muckelbude. Käse-Butter-sonstiges-Zeug-Pyramiden gebaut hat das Ding auf der Anrichte. Alles schön klebrig und fettig. Tja!

Morgen kommt meine eine Freundin um mir mit der Bude zu helfen. Da wollte ich das Drama nicht so stehen lassen und den Schlamassel wegmachen. Flugs, ja schon wieder, also flugs rief ich L. an um zu erfahren wie das geht. „Einfach sauber machen. Tuch. Spüli. Fertig.“ sagte sie. Alles klar, ich machte mich an die Aufgabe, vollgetrunken notgedrungen.

Ich las zunächst die Bedienungsanleitung durch. Gut, nicht in die Wasch Spülmaschine. Halten die mich für einen Honk? Sowas! Ist ja schließlich ein elektrisches Gerät! Es hat Lämpchen. Das Rote zeigt komischerweise an dass alles gut ist, das Grüne zeigt seltsamerweise an dass es dann gefährlich heiß ist. Sind das Idioten! Ich hätte das genau anders herum gemacht. Weiß doch jedes Kind das Grün super und Rot gefährlich ist.

Weiter im Takt: Ich ließ heißes Spülwasser ein und stellte den neuen Mitbewohner an den Rand damit ich gut mit dem Spüllappen ran komme. Dann den Stecker in die Steckdose (merke: rot ist gut – grün nicht) damit sich durch Wärme Fett und die ganzen Verkrustungen lösen und ich sanft mit einem Spüllappen (meiner hat eine frische Neon-Grüne Farbe) reinigen kann. Hat super geklappt, ich musste ja nur drauf achten dass die Ampel nicht auf Grün (Rot) springt. Denn dann, so las ich auch im Manual, könnte man sich wehtun. So beim rumhantieren rutschte das Ding dann in das Spülwasser, es gab irgendein Geräusch und es hatte keine Lampen mehr am brennen. Na ja, Handbuch raus, blätter, blätter, kein Problem – denn wenn keine Lampen brennen ist das Ding nicht am Strom. Irgendwann hatte ich das Ding sauber. Allerdings sind jetzt überall und in allen Ecken und Kanten so komische Neon-Grüne Fusseln drinnen die ich nicht mehr wegkriege. Egal.

Zu meinem teuren Möbelstück – meine Echtholzanrichte. Ich wollte ja nicht schon wieder telefonisch die L. mitten in der Adventszeit telefonisch belästigen. Bin ja schon groß. Also nahm ich da diesen komischen Kratzer, ich glaube das hat mal jemand für den Herd da benutzt, und kratzte damit die unappetitlichen Pyramiden weg. Hat super geklappt. Danach noch kurz nachwischen. Fertig. Doch was erblickten meine blutunterlaufenen Augen da? Die Anrichte verkratzt! Mit tiefen, nicht mehr rauszuschmirgelnden Kratern! SCHEIßE HOCH DREI!!!!!! Und das ist passiert mit einem angeblichen Qualitätsprodukt von Sandwichtoaster! Ich flipp aus, ey!

Aber auch egal. Das Ding ist ja noch nicht bezahlt. Kreditkarte. Morgen geht das mit einem gepfefferten Brief und entsprechender Online-Bewertung zurück. Wegen meiner Anrichte habe ich schon den Anwaltsnotdienst benachrichtigt. Die können sich auf was gefasst machen!

Qualitätsprodukt. Paw! Das ich nicht lache!

Der Hausmann („.. das bisschen Haushalt macht sich doch von allein….“ vor sich hinpfeifend)