Harzer Försterstieg

Der goldene Harzwanderer

Harzer Försterstieg
Harzer Försterstieg

Es reichte! Irgendwie musste ich meine Frühjahrsmüdigkeit loswerden. Gleichzeitig sollten meine steifen Knochen gelockert sowie meine trotz Winterschlaf immer noch sehr ansehnlichen Muskeln gestärkt werden. Was lag näher als dies durch eine mehrtägige Harzwanderung erledigen zu lassen?

Nachdem ich letztes Jahr den Hexenstieg bezwungen hatte sollte dieses Jahr der Försterstieg dran glauben. Gedacht, geplant und heldenhaft durchgeführt – wie immer.

Der Harzer Försterstieg ist ein sogenannter Weitwanderweg im Naturpark Harz in Niedersachsen. Über rund 60km Länge führt er in Goslar beginnend durch eine der schönsten Gegenden Deutschlands um irgendwo in der Einöde bei Osterode zu enden. Da 60 km nicht grade anspruchsvoll und in 1-2 Tageswanderung ohne große Anstrengungen zu schaffen sind musste ein wenig mehr her. Ich suchte mir im Harz noch ein paar weitere Touren aus um die alten Knochen in Schwung zu bringen. Nicht ohne mir noch ein kulturelles Highlight als Belohnung einzubauen. Nämlich die Walpurgisnacht in Thale.

Wie bereits erwähnt, letztes Jahr bin ich den Harzer Hexenstieg gewandert und fing spaßeshalber an die am Wegesrand befindlichen Wanderstempelstellen zu nutzen. Das heißt, es gibt so ein kleines Heftchen in dem man dann dem entsprechenden Feld den entsprechenden Stempel aufdrücken kann. Als Belohnung für eine gewisse Mindestanzahl und zwei Pflichtstempel gibt es dann eine wunderbare Wandernadel „Hexenstieg“. Letztes Jahr hatte ich 18 Stempel erwandert. Insgesamt gibt es im Harz 220 verschiedene Stempelstellen. Was enorm ist! Aber dazu später. Meine Planung sah also wie folgt aus:

  1. Tag: Anreise nach Goslar
  2. Tag: Wanderung Goslar – Wolfshagen (theoretische 17 km)
  3. Tag: Wanderung Wolfshagen – Bad Grund (theoretische 23 km)
  4. Tag: Wanderung Bad Grund – Osterode (theoretische 22 km)
  5. Tag: Chillige diverse Spaziergänge sowie PARTY! Die Walpurgisnacht
  6. Tag: Bodetalwanderung zurück nach Thale um das Apfelkuchenmobil zu holen
  7. Tag: Wanderungen Teufelsmauer (Hamburger Wappen, Großvaterfelsen), Festung Regenstein, Sandhöhlen, Ruine Luisenburg; Blankenburg Wanderstempelzentralhauptkommandantur
  8. Tag: Abreise nach Monte

Insgesamt sind es so ca. 100 – 120 km auf Schusters Rappen geworden. Eine doofe Blase, eine blutig durchgescheuerte Ferse die neben dem miesen Wetter nicht für schlechte Stimmung sorgen konnten. Ich bekam den Kopf frei, dachte nicht ein einziges Mal an die Knochenmühle, es war einfach herrlich! Wandern, rauf, runter, merken dass man kräftiger wird und gleichzeitig eine wunderbare Leichtigkeit verspürt – schon nach einem Tag.

Ich habe euch hier eine kleine Bildergallerie vorbereitet in der Hoffnung ich kann euch damit einen Eindruck vermitteln.

 

Apropos Leichtigkeit. Noch ein positiver Nebeneffekt war das ich ein paar Kilos verlor. Das geht natürlich nur wenn man entbehrungsreich lebt und die Ernährung entsprechend anpasst. Mal eine kleine trockene Nuss vom Wegesrand, mal ein kleiner Müsliriegel. Hier mal ein kleiner, faltiger Apfel, dort auch mal ein beherzter Biss in einen im Wald gefundenen Pilz. Ab und zu auf Bärlauch rumkauend, dazu viel, viel Wasser und sonst nichts! Ich meine, das ist ja noch viel im Gegensatz zu meinem harten Winter 1942/1943 in Stalingrad. Aber seht selbst:

Stempel hatte ich also 18 Stück gehabt. Diese Zahl wurde nun auf 41 aufgebohrt. Was bedeutet das ich nun Besitzer der stolz erwanderten Nadeln: Harzer Hexenstieg; Bronze, Silber und Gold bin. Aber es geht noch weiter, Ihr Lieben 🙂 Demnächst mache ich meinen Harzer Wanderkönig. Dann kann ich euch meine Untertanen nennen *hihi*

Harzer Wandernadeln
Harzer Wandernadeln

Ich hoffe es hat euch ein wenig Spaß gemacht. Mir auf jeden Fall! Und es hört nicht auf. Es gibt ja schließlich geländegängige Rollatoren, nicht?

Winke, winke – Euer Schirrmi 🙂

P.S.: Wer mehr erfahren möchte über GPS-Tracks, Höhenprofile, Empfehlungen über Unterkünfte oder den ÖPNV im Harz, dem stehe ich gerne per Email zur Verfügung.

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