Archiv für den Tag: 7. Oktober 2016

Eine neue Charmeoffensive in der Knochenmühle

Werden Sie gerne angebrüllt: „Sie Looser!“? Oder zur Fibu-Tippse: „Du vertrocknete Fotze!“ oder zum rothaarigen Kollegen (stellen Sie es sich singend vor): „Scheiße durch das Sieb geschossen gibt die schönsten Sommersprossen!“ Oder zu dem stark pigmentierten Aushilfsprogrammierer: „Du Neger! Das heißt Hello World und nicht planet of the apes!“.

Wenn Sie diese einleitenden Sätze noch nie gehört haben, brauchen Sie nicht weiterlesen. Für alle anderen, in der Knochenmühle gibt es eine neue, weltweite Aktion. Sie heißt „Verbesserung der Verhaltenskompetenz“. Die Ziele dieser Kampagne sollen wohl sein Mitmenschen und Kollegen zu achten unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe, körperlicher Gebrechen und sonstige Ungenügsamkeiten. Wohl auch Menschen und Kollegen in einer höflichen, freundlichen und nicht herablassender Art und Weise zu begegnen. Wohl auch sich selbst als Individuum zu begreifen der nur in einem angenehmen sozialen gemeinschaftlichen Umfeld gut überleben kann. Sich selbst zu disziplinieren um nicht andere Menschen in ihrer Würde und Person anzugreifen.

Ich glaube ich habe es ohne diese Pappfiguren, an Bindfaden hängende Sprechblasen, globale Rund-Emails und einem zu erstarkenden „Wir-Gefühl“ korrekt zusammengefasst.

Nun gut. Alles prima soweit. Habe ja nichts dagegen. Aber können mir die bekloppten und behinderten Kollegen das nicht selber sagen? Können mir die Nigger und Visual-Basic programmierenden Inder nicht entgegentreten und mir offen und ehrlich ihre Meinung sagen? Gut, o.k. Ich bin körperlich groß und halbwegs mächtig. Manch bekloppte kleine asiatischen Kollegen würden mich furchterregend nennen vor allem wenn ich meine Zähne fletsche und sie ohne Schuhwerk an den Füßen aus dem dritten Stock baumeln lasse. Die sind ja so klein und mager, die Schlitzis.

Gut, ich sehe es ein und ich verschließe mich nicht vor bahnbrechend neuen Managementmethoden  die dann auch noch der Verbesserung der Unternehmenskultur dienen sollen. Doch ich wehre mich dagegen auf meine Naturgegebene Macht zu verzichten den weiblichen Praktikanten in den Schritt oder an die Titten zu fassen. Nee, da hört der Spaß bei mir auf! Auch als einziger Raucher werde ich sicher nicht damit aufhören in MEINEM Großraumbüro Kette zu rauchen.

Nein und das meine ich richtig ehrlich. Ich begrüße diese Aktion ausdrücklich. Denn wir Weiße wissen ja aus leidvoller Erfahrung was Minderheiten für Leid über die Welt gebracht hatten. Ja, es wurde mal Zeit für so was!

Was ich aber noch anmerken möchte. Unser neuer CEO ist von Geburt an von der Sonne gesegnet worden. Und das grade er im Rahmen dieser Kampagne an jeden Angestellten einen braunen Schoki-Lutscher spendiert.. Tja, ich weiß nicht was ich davon halten soll. Und dann noch „nur einen Lutscher pro Person!“ Nur Einer! Ich sage nur: Gang Bang! Schlimm! Nicht meine Welt.

comp_knochenmuehle-kampagne_img_2117

Liebe Grüße,
euer Weltverbesserer Schirrmi 🙂

Rezept der Woche: Kartoffelauflauf mit Gedöns

Wie ich schon in Stalingrad und, zugebenermaßen nur als Blick von oben aus der Eiger Nordwand nach unten, lernte, mache Dich unabhängig. Beim Fressen. Oder wenn Sie es prägnanter möchten: „Pflanze in guten Zeiten – so hast Du in der Not.“ So machte ich heute in geselliger Runde den Vorschlag einfach mal wieder zu kochen und hatte Lust auf „Kartoffelauflauf mit Gedöns“.

comp_spinat-kartoffelauflauf_img_9149

Dieser ganze prekäre Supermarktlebensmittelscheißendreck geht mir manchmal auf den (rasierten) Sack. Nämlich wenn ich mir und meinen geselligen Freunden am Wochenende eine kulinarische Freude machen möchte. Dann benutze ich selbstverständlich nur selbst hergestellte Lebensmittel. Es ist zwar mit ein wenig Aufwand verbunden aber ich kann Ihnen sagen, das Resultat überzeugt!

comp_spinat-kartoffelauflauf_img_9130

Es fängt an mit einem Studium über Biologie, Pflanzenaufzucht, Meteorologie – schlicht Agrarwirtschaft. Hier Vorteil Nummer Eins: Sie lernen automatisch auch Jungbäuerinnen comp_spinat-kartoffelauflauf_img_9145und –Bauern kennen. Auf einem wilden nicht mir gehörigen aber überaus fruchtbaren Feld säte ich im Schweiße meines Angesichts die Samen aus, hinterlegte Setzkartoffeln im schönen Westerwälder Erdreich und kümmerte mich monatelang. Bio-schisste und –pisste ich druff bis aus der zarten Saat pünktlich zum jetzigen Wochenende leckerer Spinat, erntefrische Kartoffeln und frisch wunderbar duftende rote Zwiebeln wurden. Sie fragen sich vielleicht ob ich das Gemüse für ein schnelleres und besseres Wachstum spritzte. Nein, denn damit würde ich ja meine innere, ökologische Einstellung konterkarieren. Allerdings, das wilde Feld ist so abgelegen und einsam und wenn ich Druck hatte spritzte ich doch ein wenig. Aber Bitteschön! Reine Natur!

 

comp_spinat-kartoffelauflauf_img_9135Wie bringt man dann die Frucht in die Schirrmi Muckelbude? Ganz einfach. Ich habe mir die Verpackungstechniken der einschlägigen Lebensmittelhersteller angesehen, kaufte mir entsprechende Produkte, entfernte den prekären Inhalt in den Müll und verpackte damit meine schön selbstgezogenen Feldfrüchte. Für das bisschen Hack und Speck machte ich der Nachbarsau den Garaus. Die ging mir schon lange auf die Nerven, die blöde Sau! Industriemechaniker! Das ich nicht lache!

Beim Schafskäse musste ich mir was einfallen lassen. Was lag da näher als mir die überaus penible und Müllsortierende Nachbarin vorzunehmen? Die mit ihrer blöden Fresse und mit nach unten gezogenen Mundwinkeln die immer Pampers (Original) kauft anstatt dem ebenso guten Zeug aus des Opas Feinrippunterhemden. Jedenfalls fährt sie immer dummdreist und blöde mit ihrem Zwillingskinderwagen durch die Gegend und schwabbelt frech und unangenehm mit ihren Eutern rum. Ich kam ja erst nicht drauf, aber als die mit ihren Titten wiederholt (!) den Gehweg voll tropfte, war sie reif. Ich entfernte rasch die nuckelnden Säuglinge, packte Sie an den Schultern und rüttelte und schüttelte sie einige Zeit lang. Dann melkte ich fest die prallen Euter und ließ die langsam nach Käse stinkende Brühe in eine mitgebrachte Tupperware fließen. Das da von hinten auf dem Fußgängerweg ein Fahrrad-Raudi kam und den noch sehr, sehr jungen Nachwuchs des blöden Schafs übersah, ist nur eine Randnotiz und soll für das hier vorgestellte Rezept keine Rolle spielen.

Man nehme also entsprechend und mache:

  • Die Schirrmi-Biokartoffeln schälen, säubern und kochen. Aber Achtung: die müssen später noch in Scheiben geschnitten werden. Sie garen im Ofen ja noch nach, also nicht zu weich kochen lassen.
  • Den Schirrmi-Biospinat säubern, zerkleinern und ebenfalls kochen.
  • Die dumme, immer noch schreiende dumme Industriemechaniker-Sau schlachten und die Filetstücke zerkleinern dass sie eine Konsistenz von „Gehacktem“ haben. Tipp: Ein wenig Speck auf Seite legen.
  • Die rote Schirrmi-Bio-Zwiebel so lange gegen die Küchenwand werfen bis sich die Schale löst. Dann wie gewohnt zerkleinern. Heulen Sie gewöhnlich bei dieser Tätigkeit? Dann hier der Profi-Tipp: Lassen Sie das jemanden anders machen. Es gibt immer Gäste die den Trottel spielen müssen.
  • Die Auflaufform wird mit Butter gefettet, die abgekühlten Kartoffeln in feine Scheibe geschnitten hinein gegeben.
  • In einer Pfanne erst den Speck anbraten, die Zwiebeln hinzugeben bis sie glasig werden. Danach das Gehackte rein bis es krümelig wird und nichts Rotes mehr sichtbar ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Der grüne Schirrmi-Bio-Spinat wird leise köchelnd auf Temperatur gebracht und es wird Schmelzkäse, süße und saure Sahne hinzugegeben. Auch hier bitte nach Gusto mit Salz abschmecken. Ich nutzte hier zusätzlich noch eigene, feingehackte Zuchtkräuter „Schirrmi’s Klabusterbeeren“.
  • Jetzt wird es spannend denn das elendige Kochen hat ein Ende. Zunächst das gehackte Sau-Zeug auf die feinen Kartoffelscheiben geben. Darüber schnipseln sie bitte den ranzigen Euterkäse des dummen Nachbarschafs darüber und am Ende wird alles mit der jetzt schon überaus leckeren Spinatsoße übergossen. Noch einen herzhaften, geraspelten Käse drauf und ab geht es..
  • Bei ca. 180 Grad (Umluft) wird der Auflauf für ca. 35 Minuten in den vorgeheizten Backofen gegeben.

Ein wohliger Duft wird alsbald ihre schöne, aufgeräumte, saubere und gemütliche Bude durchziehen. Ihre Gäste skandieren mit Ihrem Besteck auf dem edlen Tropenholztisch „Wiiir haaben Hunger, Hunger, Hunger..täterättetä!“

comp_spinat-kartoffelauflauf_img_9153

Enjoy! 🙂