Archiv für den Tag: 16. September 2016

Die unerwünschte Schisskonsistenz

Vorgestern hatte ich nach ein paar Vollkornstullen Darmdrang. Als Heimscheißer muss ich mir soweit keine Gedanken darüber machen. Außer dass meine lieben Kollegen jedes Mal wenn Sie in der Knochenmühle das WC aufsuchen, vorher noch ihr kleines Köpfchen in mein Büro hängen lassen um zu erwähnen „jetzt spare ich mal wieder 1,5 Liter Wasser!“ und weiter „hihi – alles auf die Firma.“

Nach einigen Stunden Abstinenz von geistigen Getränken kam mir der eigene Schiss komisch vor. Es drückte mir im Enddarm. War so ungefähr 21 Uhr. CET sollte ich als international Globetrotter noch erwähnen. Kennen Sie das? Bis zum letzten Drücker warten, haben Sie Kinder?, um dann wenn es richtig schlimm drückt – fast das Duell mit dem Hosenstall – dem Reißverschluß zu verlieren. Knöpfe sind schlimmer aber da berichte ich gesondert.

Jedenfalls, musste ich so richtig schön kacken und war rechtzeitig auf dem Thron. Drücke unter unmenschlichem Gestöhne und so ziemlich nicht Schwiegermutterfreundlichen Geräuschen da unten die Muskeln zusammen und auseinander und spüre zwischendurch meine wohlausgeprägten Bauchmuskeln. Und weiter, ich drücke und erwarte eine Riesenwurst. Aber nee! Nee! Was kommt da? Zeitweilige, zähe Teerfladen die sich am Klorand festsetzen. Dann noch ein schöner Pups, und da kommt (leider) noch was Flüssiges welches rückspritzt an meinen Po. Ich überlege – war das jetzt Wasser von unten oder was Anderes? Egal soweit. Ich stehe auf und wie es jeder macht, schaue erstmal runter in Schüssel was da so passiert ist. Als alter Analytiker rekogniere ich Normalität unten im Wasser schwimmend ein paar U-Boote und Zeug. Dazu aber an den Schüsselränder festsitzende Teerkacke – fladen. Das bringt keine Spülung weg. Ich warte bis der Dings wieder voll ist und spüle noch mal. Und noch mal. Die Kacke geht nicht weg. Egal!

Und da schreit es schon von draußen:

„DAS SCHÖNE PORZELLAN!“ Iiiihhhhhhh – „Wie kannst Du nur?“

„Weiha, jooooohh – reg di nit uff!“ „Teerschiss, na und?“

Im weiteren Verlauf des Abends, ich hatte unsere Haarbürste in der Hand um meine 60er Tolle in Ordnung zu bringen, kam ich auf den Gedanken das Malheur in Ordnung zu bringen. So tat ich.

Das „teure“ Porzellan sauber- stellte ich mir den Wecker für morgen. Um mitzukriegen wie und mit welcher Bürste sie und die Schwiegermutter sich die Haare machen.

Hach!

Der Welt das hässliche Gesicht zeigen

Langsam schwant mir was. Es ist nicht nur so dass meine sorgsam recherchierten und überaus fundierten und erst nach langem Nachdenken und nicht widerlegbaren Meinungsäußerungen von den Eliten als Verschwörungstheorien abgetan werden. Nein, sie fahren mittlerweile schwere und schwerste Geschütze gegen mich auf.

Kennen Sie das? Wenn Sie sich wie der arme Protagonist in einem Roman von Franz Kafka vorkommen? Oder Sie flanieren nichts Böses ahnend durch die Welt und Sie sehen in den Augen der Mitflaneure nur ein verzerrtes Spiegelbild ihrer Selbst? Aus Schaufensterscheiben, Autoscheiben glotzt Ihnen ein furchtbares Schreckensgespenst entgegen? So langsam ist es wie ein Alptraum aus dem man nicht mehr erwacht. Sogar der Klospiegel in der Knochenmühle lacht mir wie ein grauenhafter Spuk in mein schönes Antlitz. Und als ob es nicht schlimmer sein könnte, sogar auf Fotografien geht die perfide Zermürbung meiner armen, kleinen Seele weiter. Denn auch dort sehe ich mich nur als Monster das mir wie ein schlimmes, zweites Ich entgegenblickt.

Je mehr ich ignoriere, zurücklache, drohe – umso fürchterlicher wird es. Diese Spiegelbilder, schrecklicher als in einem Kabinett in dem man als unwissender Folterkandidat ohne Eintrittsgeld hineingeführt wird, nehmen zu, werden mehr und verfolgen mich auf Schritt und Tritt. Überall jetzt schon dort wo ich hinsehe. Mir blickt ein dickes, fettes Monster entgegen.

Frieden finde ich nur daheim in meiner schnuckeligen Muckelbude. Denn wenn ich in meinen kleinen, ungeputzten Badezimmerspiegel blicke, das Bad nur erhellt von einer staubigen 15 Watt Vorkriegsglühbirne, dann, ja dann sehe ich mich so wie ich bin. Schön, jung und schlank. Es könnte nicht besser sein. Außer – die Glühbirne ginge kaputt. Dann wäre es das Paradies.

Wenn man Dinge nicht ändern kann muss man versuchen mit Ihnen umzugehen. So hat es Klick in meinem hochvergeistigten Gehirn gemacht und danach passte wieder alles. Ich zeige ganz bewusst der Welt meine hässlichste Fratze die ich aus den Tiefen meiner höllischen Phantasie hervorkramen kann.

Buh!