Archiv für den Tag: 8. Juni 2016

Wissen, Erkenntnis, Verzweiflung, Rettung

Keine Ahnung was ich schreiben soll und kann. Charlie hat mir grade einen Text vom Dudentity serviert, der kurz und knapp meine Wut beschreibt. Aber lest zunächst mal selbt. Gullivers Reisen und Münchhausens Abenteuer.

Seit Jahren bekomme ich persönlich mit was mit den Menschen passiert. Ich hatte mal kurz Glück gehabt und kam aus der Gosse heraus was mit einigen Pfennigen nun monatlich gesegnet wird. Ich bin dafür dankbar, weiß aber dass dieser Umstand nur so lange anhält bis die Oberen es zulassen und ich meine Schnauze halte. Und es ist schwer.

Als Punk, prekär aufgewachsen, früh schon den Schlüssel abgenommen bekommen, war ich auf der Platte. Viele, viele Menschen haben mir geholfen, mich von der Straße herunter geholt. Mir zu Essen gegeben. Oft auch Liebe welche ich daheim nicht erleben durfte. Viele schlimme Dinge sind passiert mit denen ich ungelernt, ungeliebt umgehen musste. Das erste Mal wo mir ein alter Sack hinten am Bahnhof einen Zehner für etwas geben wollte was ich nicht wollte, war schlimm. Ich nahm ihm die Scheine ab und brüllte ihn an „Du Sau! Ich könnte Dein Enkel sein!“ Die weiteren Male gingen besser. Ich wollte immer nur einmal bitte, was Leckeres. Einen Hamburger Royal mit Käse.

Vor 11, und damit meine ich nicht die Uhrzeit, habe ich mir das Geld für meine Schulbücher und –hefte in Plantagen verdient. In den Sommerferien, wenn ich nicht im Krankenhaus war, arbeitete ich in Fabriken. Ich war neidisch auf meine Freunde. Die hatten Urlaub. Und Malstifte. Und Bücher. Meine Schulbildung litt. Daheim hat sich niemand gekümmert. Obwohl ich das alles toll fand. Lesen, einmal Preise eingeheimst bei NRW-Vorlesewettbewerb. Da zehre ich jetzt noch von. Mathe? Geil! Alles fand ich geil. Konnte aber nicht. Förderklassen. Die haben gedacht, nur wenn jemand Sperrmüllklamotten anhat, ist er dreckig. Nicht wert – so habe ich das immer verstanden und gefühlt. Und ich war klein. Wehrlos.

Leute, ich erspare euch das alles und will zum Punkt kommen. Was wird, was soll das alles? Ich selbst bin kampf- und hoffnungslos im Angesicht dieser verschissenen Welt. Vor ein paar Tagen sah ich ein Juso-Stand. Ich brüllte, Sie wissen schon: Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten! Ich hatte eine kleine Familie, mit wenig Geld. Der Jung wurde eingesackt. Vom Jugendamt. An Geldverdienende Organisationen. Da kommst du nicht gegen an! Nicht gegen Kapital. Ich versuchte die Gesetze zu lernen. Unsere Rechte. Ich galt alsbald als Aufrührer, als Verrückter. Ich wollte nur den Kleinen aus der Hand der Obrigkeit zu befreien. Das gelang nur wenig.

Heulen, schreien, Wut – ich kenne das aus meiner alten Zeit. Alles bringt nichts. Das Gegenteil ebenso wenig, da will ich in meinem Alter im Gegensatz zu unserer Regierung keinen Kollateralschaden verursachen. Was mit Dings und Bums damals passiert ist, wissen wir. Mein lieber großer Bruder bestätigt das. Eliteeinheit – Du hast keine Chance.

Nun ist es so dass mein neuer Schatz auch immer aufs Amt muss. Schrecklich – da muss man die Hosen runterlassen. Ich interessierte mich mal für Geschichte. Da gab es mal eine Zeit da war das genauso – bis hin zur Sippenhaft und Tattoo auf dem Arm. Da könnte ich wenn man könnte. Diese machtlose Wut gegenüber dem Staat – die bringt mich um. Der bringt mich um. Petitionen drauf geschissen. Mitsprache? Wahlrecht? Druff geschissen!

Ich glaube ich ziehe mir das nächste Mal wieder eine Maske an.

V! Du bist ich. Du bist wir. Wir sind wir. Wir sind du. Wir sind ich. Wir alle sind wir.

V.!

U-Boot Alarm

OMG – wir werden von den Russen angegriffen! Lest mal, ich schreibe nichts weiter dazu. Fefe kann es besser.

Aber wenn es um U-Boote geht, da habe ich noch ein Wörtchen mitzureden. Wenn man Donnerstags ca. 14:00 Uhr auf ein offizielles Nazigelände landet und dort schon vertrocknete U-Boote rumliegen sieht die man als -AAAAA Fußballer gepflegt durch die Gegend schießt und jemand nimmt alt Kopfball entgegen. Tja.

Wenn man dann dort nach dem Auftanken im Biergarten ein Klo sucht und man hört nicht auf die Freundin und findet das nächstgelegene Dixie und man pisst – dann kann es passieren dass man lachend herauskommt weil man U-Boot-Spiele mit dem Kruppstahlharten-Strahl betrieben hat. Eigentlich entwürdigend. Aber – versenkt ist versenkt – die deutsche Scheiße (war ne Flagge druff).

Wenn jemand jemanden blöd anschreit weil er einen Anti-Nazi-Sticker auf der Kutte trägt und derjenige dann im Sumpf des ausgelaufenen Klo’s landet. Ja dann. Ja, dann könnte es wieder mal ein U-Boot gewesen sein. Ohne Periskop.

Wenn man nach dem 3. Festivaltag schön saubere Würste produziert und die Spülung macht nicht mit, draußen vor der Tür die angebetene Fee wartet dass sie ihr köstliches Naß loswerden kann, und die U-Boote schwimmen immer noch lustig da oben auf dem Wasser rum. Dann, ja dann.. muss man sich lieben. 🙂

Ein ganz normaler Montag / Mittwoch

Verdammt noch mal! Rock im Park ist zu Ende und ich war heute das erste Mal wieder in der Knochenmühle. Fuck!

Vorhin war ich im Discounter einkaufen. Eine alte Frau mit altem Mädchenkind drängelten sich an mir und meinem Wagen vorbei dass ich fast im Regal landete. Sie sahen dass ich quasi schon das Ende der Schlange war, das reichte denen aber nicht. Mit Abstand betrachtet wusste ich dass gleich die mittlere Kasse öffnet. Also bewege ich mich leise mit dem Wagen nach rechts, bin schon fast an der mittleren Kasse, da kommen die beiden Arschlöcher an und drängen mich wieder weg. Wer mich kennt, dem muss die Situation sagen dass die beiden entweder verrückt oder Selbstmörder sind. So schlecht so gut. Ich dachte an meine Bewährung und beruhigte mich wieder halbwegs. Die Bekloppten packen ihre Ware auf das Band, dann will ich. Kommt doch da plötzlich von hinten eine alte, kleine Hexe an und wirft ihre Sachen da auf das Band. VON HINTEN! Da konnte ich nicht mehr. Ich brüllte sie an, nahm ihre Sachen und warf die so hundert Meter weit zurück in den Laden. Vorne schauten pikiert die beiden Drecksäcke, dann brüllte ich die auch an. Die Kassiererin meinte zuckersüß „Schön! Ich darf das mit den Kunden nicht machen.“. Scheiß Feierabend!

Comp_RiP2016_Rock-im-Park-Ticket-2016Schön war es in Nürnberg gewesen. Am Donnerstagmittag waren wir nach einer prima Autofahrt im Hotel, zogen uns um, und glühten vor. Es ist ja nicht so dass ich nicht schon auf der A3 damit angefangen hätte. Mit der Tram ging es zum Festivalgelände wo wir uns die Bändle abholten. Und ich möchte jetzt nicht so Sprüche hören wie Luxusfestivalgänger. Oder Weicheirocker. Oder Alteherrenkegelklubtour. Nö, früher fehlte mir das Geld. Und habe alles mitgemacht. Heute kann und will ich gewissen Komfort haben. Und trotzdem alles mitmachen. So einfach ist das in meinem gewissen Alter. Spätestens im Pit und im Schlamm merkt man mir das nicht mehr an. Außer dass ich ausgeruhter bin. Die Bändle waren dieses Jahr nicht schön, Mausgrau langweilig. Und die Karten wurden nicht zerrissen sondern gescannt und im Computersystem als abgewertet gekennzeichnet. Somit wurde auch davor gewarnt hübsche, frische Karten auf dem Schwarzmarkt zu kaufen. Denn diesen sah man die Entwertung nicht an. Das ist ja eine Vor- dass es eine Freude war. Halb angeschickert über den Platz laufen und zusammen mit all den anderen Leuten Spaß machen haben.

Um 6:30 Uhr war ich heute in der Knochenmühle. Der Kollege auf Dienstreise, musste ich den Mittwochmorgigen Krempel alleine erledigen. Dabei immer die 280 ungelesenen Emails im Blick die sich seit letzter Woche Donnerstag angesammelt hatten. Und sah immer noch weitere kommen, vom Scheffscheff, dann von den Managern, dann vom Scheff, dann wieder vom Scheffscheff usw. Muss ja was Schlimmes los sein, dachte ich vor mir hin fluchend. Wenn schon die Amis um die Uhrzeit auch antworten und wie blöde rummailen. Oh, Terminsachen. Vor Noon sollte alles fertig sein. Sie lesen richtig. „NOON“! So bekommt man das hingeworfen. Und dabei hatte ich schon nach wenigen Stunden den Eindruck ich hätte mich am Wochenende blind gesoffen so verschwamm mir alles vor den Augen. Zack: Um 9:00 Uhr die erste Besprechung. Zack: Um 10:00 Uhr das nächste Meeting. Die ungelesenen Emails wurden nicht weniger – eher mehr. Dann immer dieses vermaledeite Telefon. „Haus des Wahnsinns“ meldete ich mich dann immer mit einer Stimme die dem Anrufer das Anliegen im Hals steckenblieben ließ. Meine Stimme war entsprechend vom Festival und eins von den beiden Trommelfellen auch.

Ich wollte mir grade Rosenkohl mit Gehacktem machen, dazu Schafskäse. Rosenkohl war nicht da. Jetzt erstand ich Spinat, den mit dem Flatulenzenblubb – den Feuchten. Anstatt also was zu beißen koche ich mir jetzt eine Babyspeise. Sowas was die Nachgeburt damals von mir vorgesetzt bekam. Apropos Nachgeburt. Rock am Ring war ja echt mal beschissen für die Leute. Also auch für meinen Sprössling dem ich zu Weihnachten die Eintrittskarte schenkte. Wir waren alle mitleidig auf RiP mit den RaR-Leuten und sonnten uns mit unseren geistigen Getränken bei keinem ausgefallenen Konzert und prosteten ab und zu mal nach Mendig rüber. Gut, zwei heftige Schauer hatten wir, aber sowas von egal. Ich organisierte mir einen netten 2,20 Meter Mann der uns bei Volbeat eine Plane über die Köpfe hielt. Danke noch mal, Mann!

Tja, insgesamt kein schöner Tag heute für mich. Wenigstens ist die Bude sauber. Eine Freundin war heute da und hat den Schlamm von den Böden und Teppichen geputzt. Dafür ebenfalls Danke! Die Festival- und Wanderschuhe stehen draußen im Flur und sind schon ein wenig sehr ekelig. Denn ich weiß wo die überall rumgingen, standen. Naja, die einen kommen mal in die Waschmaschine, die anderen nehme ich in die Waschanlage mit. Oder so.

Ich muss immer mal einen Blick auf den Spinat haben. Sonst setzt er Röstaromen an und ich kann den Topf wegwerfen. Dazu eine russische Cola – nur um zu sehen ob ich tatsächlich davon blind geworden bin bzw. werden kann.

Euch einen schönen sonnigen Abend!

Schirrmi 🙂

P.S.: Morgen oder die Tage schreibe ich mal vom Festival. Nur so viel: Disturbed, Korn, Tenacious D, Billy Talent und RHCP fand ich sehr geil. Unter Anderem..