Archiv des Monats: Februar 2016

Rosen versus Eier

Liebe Gemeinde,

derzeit befinde ich mich aus Gründen auf der Suche nach einer neuen Behausung. Schön und mit ausreichend Platz für einen Single sollte die neue Muckelbude sein. Na ich sag mal  so,  4-15 Zimmer mit Sauna und Golfplatz wäre ausreichend für mich alleine. Aber ich will bescheiden sein. Ein Fittnessraum wäre nicht unbedingt notwendig weil meine Waschmaschine ja auch schon ein Sportprogramm hat.

Was mir ja auch gefällt, sind Hühner. Je nach Größe und Ausstattung meiner neuen Bleibe könnte ich den Kaufpreis refinanzieren. Müsste mich dann auch nicht mehr um meine freilaufenden Pferdchen kümmern. Den Hühnern müsste ich nur ein Séparées zur Verfügung stellen.

Unsere überaus nette und angenehm aussehende Auszubildende – Grüßle Namensvetterin! – wohnt ländlich. Das bei deren Familie ansässige Federgevieh wirft Lebensmittel ab, Sie glauben es nicht. Soviel dass wöchentlich ausgesuchte Exemplare per Mitbringsel an die Kollegen vertickt verschenkt werden.

Jedenfalls, während des Studiums einiger Exposé’s erblickte ich in einem zwar prekären aber doch hübsch angerichteten Vorgarten Rosenstöcke.

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Jawohl, das kann man machen wenn man den verschissenen Duft der Rosen mag. Und Zeit findet um sich um Knospen, Beschneidungen, Dornen, Blattläuse und zärtliche, esoterische Besprechungen kümmern kann. Gut, jeder nach seiner Façon. Ist aber nicht mein Ding.

Mein Luxuskörper wird mit einer abgewandelten Form der Hollywood-Diät angetrieben. Wenig Kohle verfügbar dafür aber mit einen gewissen Mangel an Hydraten. Was liegt da näher als die Rosenstöcke durch Eierstöcke zu ersetzen? So hätte ich bequem und ohne widerlichem Gegacker und Hühnerscheiße jederzeit ein paar frische Eier für ein Omelett oder auch eine gelegentliche Dekoration für eine Wodka-Cola-Nachspeise.

Kennen Sie noch Wickie? Der mit der Nase und dem Finger? So einen guten Gedanken formulierte ich oben – sie lasen es.

Man könnte sie auch kraulen – die Eier.

Euer Schirrmi

Honks

Es gibt ja Leute die gibt’s nicht. Wenn man nicht alles selber macht. Lässt man machen müssen Sie nachbessern. Am Ende sogar alles von vorne nochmal. Da hilft manchmal kein Ausbessern mehr. Abreissen, neu machen.

Geben Sie keine anspruchsvollen Aufgaben an Praktikanten oder an bereits innerlich gekündigten Mitarbeiter weiter. Denn dann kann sowas passieren:

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Der Honk hatte die schlichte Aufgabe den Firmenkonzernnamen auf Raucherzubehör drucken zu lassen. Und was macht der total verblödete Arsch? Das Logo falsch herum. Die dumme Sau!

Die Brunft

Hach wie schön! Ich habe grade meinen Mittagsschlaf hinter mir und bin ein wenig brünftig. Rollte mich aus dem Bett und sah dass die Mitbewohnerin ein Glas Sekt kippt. Auf meinen vorwurfsvollen Blick, angesichts des Tageslichts, entgegnete sie: „Na und? Du Brunft, ich Brunch!“

P.S.: Merker für mich: Schlafanzughosen können keine Schlangen verstecken.

Positives Denken

„WAS ICH POSITIV FINDE BESTIMME ICH IMMER NOCH ICH SELBST!“

Es  hätte so ein gemütlicher Abend in Zweisamkeit werden können. Dann regte sie mich auf. Mit: „Duhuuu… Man kann ja auch mal sehen dass das Glas halbvoll ist anstatt halbleer, denk mal drüber nach.“

Verfickte Scheiße, so dachte ich bei mir still und leise. Die ganze Zeit grübelte ich schon wieviel Alk ist noch da und könnte eine späte Autofahrt mit dem Teufelsmobil Unbeteiligte beeinträchtigen. Dumme Idee. Darüberhinaus mag sich das profan anhören. Aber im Grunde lasse ich mich, nachdem ich mir mein Hirn wieder an der Pforte abholte, nicht sagen was hier halbvoll oder halbleer ist. Direkt in die Fresse rein! Für so Sprüche! Da kenn ich keine Verwandschaft!

„Denk mal drüber nach!“ – Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, die blöde Bordsteinschlampe! Die, die da immer in das Bett geht mit dem Spruch „Öh, ich glaube ich geh mich untenrum noch mal waschen.“ Tja, wenn die Damen ihren Bakterienhaushalt nicht im Griff haben, nicht mein Problem. Sollen mir nur nichts anhängen. Am Ende bekommt man von solchen Liebschaften noch einen Kreisrundenhaarkranz – und das will ja keiner. Wirklich nicht. Beide Beteiligten nicht.

Na ja, Aufregungen legen sich alsbald auch mal, Vernunft siegt, Gespräche – zwar spröde zunächst, werden wieder angenehm. Heisere, Wutausbrüche legen sich darnieder wie müde und zuckersüße Kaninchenbabys, der Himmel rosarot oder wie die Damen sagen würden, Pink.

Ich schweife ab.

Da schüttete ich mir ein paar flüssige Weintrauben in das Glas, es war voll – das Glas. Um zum Thema zurückzukommen, als ich motzte dass dieses geistige Gericht nicht lange vorhält, zaghafte sie mit angedeuteten Bemerkungen wie „ess trink nicht so schnell“. Meine gluckselnde Kehle hörte es zu spät und weg war die Köstlichkeit. Ein Wort gab das andere und ich wurde anschließend zu „Gericht“ geführt.

Ordentlich, ja das gebe ich zu, hat sie es gemacht. Wie es sich für einen dem Tod geweihten Gauner gehört, wurden mir die Klamotten vom Leib gerissen um anschliessend meine mageren Rippen und mit angespannten Bauchmuskeln an der Decke freihängend den Weintrauben Tränen nachzuweinen. Die Peitsche klang.

Ob der ganzen Schmerzen erinnerte ich mich dann doch an den Ursprung. Was ist der Titel? Was der Zweck? Schaue runter an meine Füße – die Sohlen – was ein Dreck!

Ich ging in die Muckelküche, brachte ein kleines Glas herbei und schüttete den Rest aus dem Humpen in ebendiesem Kleinen und prostete: „Voll geht immer!“

Ich glaube dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Außer:

„Du hast so ein positive thinking druff wenn Du nur genügend kleine Gefäße für die Weintrauben hast.“

Hat mal wieder keiner verstanden, aber egal.

Hellau!

Schirrmi