Archiv für den Tag: 29. Februar 2016

Aufrecht

Mit goldglitzerndem Panzer
gezücktem Schwert
das Visier offen
mit klarem Blick

Dunkel der Gegenüber
in Nebel versteckt
dampfend das schwarze Roß
Blutlüsternde Augen

Die Warheit, die Klarheit
sie ist da und doch so fern
sie zu fassen recht schwer
versuche sie zu fassen

Unselbstständig ist das Leben
Gnädig der Herr
Auch manchmal
gegenüber dem Geknecht

Nun rüste ich mich
das Visier offen
wissend wo ich ende
ich habe es probiert
Da kommt der Stab
ich weiche aus und
er fehlt im Dreck
und ich bin kein Richter, kein Henker

So schaue ich ihn an
Ein schlimmer Schmerz
Er war kein Edelmann
so wusste aber hoffte ich

Nicht Leben tu ich mehr,
liebe Menschen,
versteht und kämpft
Ihr seit viele

Ich war nur einer

 

Rote Haare – aufrechte Damen

Just ist Vollmond! Glücklicherweise muss ich mir keine andere Erklärung herbei phantasieren. Es wäre anstrengend wenn kein Vollmond da oben am Firmament wäre. Denn dann müsste ich andere fundierte Gedanken für wunderliche Dinge finden die mich grade beschäftigen.

Ich hatte Haare. Habe immer noch ein paar. Kurz, lang, fast ohne, Glatze. Haarfarbe blond, schwarz, grün, bunt, grau. Indianer, Irokese, Grufti, Punk, Grunge. Alles was man sich vorstellen kann. Aber eines nicht… rote Haare.

Rothaarige sind ja so ein Völkchen für sich. Zusammenstehen. Verständnis füreinander. Ohne Worte, Blicke reichen. Ein Wir-Gefühl stellt sich automatisch ein. Wissend, einen Augenblick austauschend. Wissend, es war und es ist vielleicht immer noch hart das Leben mit den Haaren. Doch stark. Geknechtet, gehänselt, ausgegrenzt und ausgemerzt. Das war schon damals im Mittelalter so. Die die übrig blieben – ohne Worte. Männer würden „Men of Steel“ heißen doch ohne das Herz, nur voller körperlicher Kraft und Saft. Sie, sie wuchsen auf, verfolgt noch heut. Und wenn sie überlebt hatten, waren sie stark, oft penetrant.

Doch durch meine Vorliebe für starke Menschen, die uh und ah und wohl unvermeidlich, ob mich kennen zu lernen, rote Haare haben, bin ich geschwächt. Ich sehe sie, die roten Wilden. Wild und ungestüm und selten kostbar geworden sind sie. Sehen zunächst, riechen tun sie wunderbar. Auch wenn es nicht so ist. Es ist so. Für mich. Aufrechte Damen mit ebensolchen Haaren. Mit Herz, Verstand und Wissen um die Welt.

Sie leuchten, manchmal grell oft wunderschön wenn der Vorhang wie unbestimmt und doch gewollt einen Sonnenstrahl hereinlässt. „Königin, sie strahlen!“ Viele andere Farben, die Lichter umsäuseln das Haupt und die Palette wird aufgetan. Farben! Lichter! Glückseligkeit – man möchte drin baden im ihrem großem Herzen. Aufnehmen können, nicht nur die Reichen, so auch den Armen. Der Frieden braucht – und Ruhe manchmal, vor der Schrecklichkeit – da draußen, Verständnis.

So liege ich in ihrem Arm, ich schaue hinauf, ihre Haare zartduftent rot, das Paradies noch bevor ich es erblickte.

Das war’s

Anbiederung

Ja, ich tue es. Entgegen jedem intellektuellem Gespür. Entgegen jeder Art von Selbstzweifel. Während ich es mache stehe ich an einer Front und von gegenüber schaut mir Menschlichkeit entgegen. Die Anderen. Die, mit noch ein wenig Resthirn im Schädel. Menschen die es nicht mit sich machen lassen. Und ich dagegen, wie erbärmlich komme ich mir vor.
Anbiederung weiterlesen