Archiv des Monats: Februar 2016

Aufrecht

Mit goldglitzerndem Panzer
gezücktem Schwert
das Visier offen
mit klarem Blick

Dunkel der Gegenüber
in Nebel versteckt
dampfend das schwarze Roß
Blutlüsternde Augen

Die Warheit, die Klarheit
sie ist da und doch so fern
sie zu fassen recht schwer
versuche sie zu fassen

Unselbstständig ist das Leben
Gnädig der Herr
Auch manchmal
gegenüber dem Geknecht

Nun rüste ich mich
das Visier offen
wissend wo ich ende
ich habe es probiert
Da kommt der Stab
ich weiche aus und
er fehlt im Dreck
und ich bin kein Richter, kein Henker

So schaue ich ihn an
Ein schlimmer Schmerz
Er war kein Edelmann
so wusste aber hoffte ich

Nicht Leben tu ich mehr,
liebe Menschen,
versteht und kämpft
Ihr seit viele

Ich war nur einer

 

Rote Haare – aufrechte Damen

Just ist Vollmond! Glücklicherweise muss ich mir keine andere Erklärung herbei phantasieren. Es wäre anstrengend wenn kein Vollmond da oben am Firmament wäre. Denn dann müsste ich andere fundierte Gedanken für wunderliche Dinge finden die mich grade beschäftigen.

Ich hatte Haare. Habe immer noch ein paar. Kurz, lang, fast ohne, Glatze. Haarfarbe blond, schwarz, grün, bunt, grau. Indianer, Irokese, Grufti, Punk, Grunge. Alles was man sich vorstellen kann. Aber eines nicht… rote Haare.

Rothaarige sind ja so ein Völkchen für sich. Zusammenstehen. Verständnis füreinander. Ohne Worte, Blicke reichen. Ein Wir-Gefühl stellt sich automatisch ein. Wissend, einen Augenblick austauschend. Wissend, es war und es ist vielleicht immer noch hart das Leben mit den Haaren. Doch stark. Geknechtet, gehänselt, ausgegrenzt und ausgemerzt. Das war schon damals im Mittelalter so. Die die übrig blieben – ohne Worte. Männer würden „Men of Steel“ heißen doch ohne das Herz, nur voller körperlicher Kraft und Saft. Sie, sie wuchsen auf, verfolgt noch heut. Und wenn sie überlebt hatten, waren sie stark, oft penetrant.

Doch durch meine Vorliebe für starke Menschen, die uh und ah und wohl unvermeidlich, ob mich kennen zu lernen, rote Haare haben, bin ich geschwächt. Ich sehe sie, die roten Wilden. Wild und ungestüm und selten kostbar geworden sind sie. Sehen zunächst, riechen tun sie wunderbar. Auch wenn es nicht so ist. Es ist so. Für mich. Aufrechte Damen mit ebensolchen Haaren. Mit Herz, Verstand und Wissen um die Welt.

Sie leuchten, manchmal grell oft wunderschön wenn der Vorhang wie unbestimmt und doch gewollt einen Sonnenstrahl hereinlässt. „Königin, sie strahlen!“ Viele andere Farben, die Lichter umsäuseln das Haupt und die Palette wird aufgetan. Farben! Lichter! Glückseligkeit – man möchte drin baden im ihrem großem Herzen. Aufnehmen können, nicht nur die Reichen, so auch den Armen. Der Frieden braucht – und Ruhe manchmal, vor der Schrecklichkeit – da draußen, Verständnis.

So liege ich in ihrem Arm, ich schaue hinauf, ihre Haare zartduftent rot, das Paradies noch bevor ich es erblickte.

Das war’s

Anbiederung

Ja, ich tue es. Entgegen jedem intellektuellem Gespür. Entgegen jeder Art von Selbstzweifel. Während ich es mache stehe ich an einer Front und von gegenüber schaut mir Menschlichkeit entgegen. Die Anderen. Die, mit noch ein wenig Resthirn im Schädel. Menschen die es nicht mit sich machen lassen. Und ich dagegen, wie erbärmlich komme ich mir vor.
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Die Rente ist in Sicht

Gemeinde!

Heute schleppte ich mich mal wieder in Knochenmühle. Das heißt, ich versuchte es. Eine richtig widerliche Eisschicht befand sich auf des Teufelsmobils Scheiben. Ohne zu zögern zündete ich die Karre und ließ sie laufen mit Superduper-Frontheizung, extrem-Heckscheibenheizung, Sitzheizung vorne – Fahrersitz, auf volle Pulle dazu noch ordendlich die B&O-Anlage mit Blümchen aufgedreht – so dass man auch noch von außen was von hat.

Jedenfalls, so eine richtig Scheißschicht von Eis auf den Scheiben. Verpeilt wie ich bin dachte mein Hinterstübchen an die damaligen Begebenheiten an der Eiger Nordwand und an den unschönen Morgen, hängend am K2. Egal. Ich trat aus (dem Treppenhaus), sah das Drama und meine Finger fingen an zu schreien. Aus Gründen. Wenn ich kein Weichei bin, dann sollten es meine Finger auch nicht sein. Reine Erziehung! Sie wissen schon.

Nach drei Scheiben froren sie, die wohlstandsgewohnten Fingerchen. Ich hätte ja kurz in meinen Aktenkoffer greifen können um die Lammnappaledernen raus zu kramen, dachte mir aber – Abhärtung war und ist nicht schlecht. So tat ich weiter die Dinge die es zu tun galt. Befreite – das kalte Gekrische der vermaledeiten Hände penetrant in den Ohren – restliche Eisbrocken vom Gefährt, stieg ein und setzte mit festem, unerbittlichen Fußdruck auf dem Gaspedal zurück. Die Rückwärtige Kamera brachte nur blinde Bilder so dass ich nicht verwundert war dass es ein wenig hoppelte.

Es mag meiner eigenen Sensibilität geschuldet sein dass ich überhaupt ein Hoppeln unter meinen 235er Winterreifen bemerkte. In der Mittagspause – ich bin Heimscheißer – fuhr ich heim und da lag etwas im Hof was mich verblüffte. Ein – und ich muss mutmaßen – Bündel, welches mit einer Winterjacke umarmt, rote Grütze um sich und auf dem Boden verteilte. Tja, dachte ich so bei mir während ich mich auf mein Butterbrot freute, jeder wie er mag – bei dem Wetter.

Nach der kargen Kost, kurz noch Bundestagsdebatten geschaut bevor ich schiss, parkte ich wieder rückwärts aus, es hoppelte abermals – ich denke so  „Der lernt es nie!“ und schmiss ein paar Pfandflaschen aus dem Seitenfenster raus – soll ja nicht leben wie ein Hund.

Aber ich schweife ab.

Denn bemerkenswert fand ich heute eine Unterhaltung mit einem meiner Kollegen. Er postulierte: „Je näher die Rente desto lauter die Fürze.“

In seinem Alter freute man sich auf einen erholsamen Ruheabend – die Rente. Jedoch ist es wohl so dass seine Pupse lauter werden je unsportlicher seine Arschbacken sind.

Prrrrrr… Und ich daraufhin: „Prost!“

Titten, Schnaps und Eskimorolle

Ich träumte von einem penetranten Geräusch. Klingelingeling! Aufgrund der Tageszeit wusste ich dass es kein Tagtraum ist. Mitten in der Nacht werde ich von mir selbst geweckt, im Traum. Und nochmal: Klingelingeling! Mit ein wenig Rotz an der Nase, klebriges Zeug in den Augen und die Hand am Sack drang das Geräusch immer mehr in mein Bewusstsein bis ich realisierte dass es kein Traum ist. Titten, Schnaps und Eskimorolle weiterlesen

Und sie dreht sich doch

Heller Sonnenschein,
meine Augen schaun Dich an
Engel schimmern in Deinem Haar
Ich verliere mich

Denke dran wie es damals einmal war
Ohne Dich
Verloren, alleine ging ich durch die Welt
Dann warst Du da

Rote Haare, Sonnenglanz
Ein Lachen nur für mich
Weckte mich auf
Wachte auf – für Dich

Wenn das Leben grau ist
Der Himmel dunkel schwarz
Warst Du da
Ich bin für Dich da

Mein Leben
Ich muss heulen
Nehme ich immer mit
Und Du nimmst Teil daran

Nun bin ich stark
Nie wieder tut es weh
Denn Du bist …
Und Du bist für mich da

Leise denke ich an Zukunft
Bin endlich voller Zuversicht
Schau Dich an
Und danke Dir, denn Du bist!

Sie dreht sich – doch um mich

Mein Schatz
Schmatz!

In eigener Sache

Jetzt wo die Knochenmühlenwoche fast herum ist, tippe ich in meinem Brauser: schirrmi.de

Und was muss ich sehen? Einige, viele Beiträge habe ich total falsch verfasst. Im WordPress-Editor. Bedienungsanleitungen sind ein Fremdwort für mich. Und meine schirrmi.de-Ergüsse im Browser anzuschauen kommt mir irgendwie vor, tja, als ob ich mir im Spiegel beim Wichsen zusehen würde.

Schlimm! Dennoch tat ich es grade und stellte mit heiligem Erschrecken fest dass die Beitragstitel, wenn der Beitrag nicht im Format „Standard“ erstellt wurde – nicht angezeigt werden. Jedoch gebe ich mir immer recht viel Mühe den Titel, teils als Pointe, teils als Witz oder Einleitung oder auch als Erklärung mit einzubeziehen. Und just sehen meine schön rosa/hellweiß durchblutenden Augen dass viele meiner in das WWW erbrochenen Tagebucheinträge mit fehlendem Titel – und damit ohne einem wesentlichem Bestandteil meiner kleingeistigen Gedanken, veröffentlicht wurden.

Beiträge ohne Titel ergeben keinen Sinn. Ergeben keinen Witz. Und umgekehrt. Der Content erschließt sich oft nur mit einer entsprechenden Überschrift. Auf diese lege ich recht viel Wert denn mit viel Schweiß und Tränen sanft aus meines Füllers Tintenfaß tropfend, kann keiner von beiden alleine überleben. Sie gehören zusammen.

Ich bin grade ein paar vormalige Ergüsse, huh, hah, durchgegangen und habe entsprechend korrigiert.

Viel Spaß beim lesen der alten Dinge.

Altersweisheit geht einher mit Erkenntnis. Schirrmi