Archiv des Monats: Januar 2016

Im Feld der Kreis

Mitten in der Nacht bin ich plötzlich aufgewacht. Kaum die verklebten Klüsen auf bekommen, der Schlafanzug schweißnass. Hatte wohl geträumt.

Trunken, schlaftrunken manövrierte ich meinen schweren Körper durch die üblichen Hindernisse vom Schlafi ins Wozi und drehte mir erstmal eine, schmauchte wie noch im Traum gefangen vor mir hin. Den Gedanken nach Schnaps legte ich beiseite zugunsten von Brennesseltee.

Zum Glück hatte ich mir noch schnell mein Taschenbuch vom Schlafzimmertischchen geschnappt um den Nikotin einsaugend, vornübergebeugt in andere Welten zu entfleuchen – den Traum zu vergessen. Ja, Meister und Margarita, das bringt mich auf andere Gedanken denn – nämlich träumte ich wie folgt:

Es begab sich in einem halbwegs gemütlichen Raum. Wir waren zu zehnt und liefen zunächst alle zusammen im Kreis herum. Die eine Herrscherin flüsterte, laberte, rief und brüllte die im Kreis laufende Gruppe an. Ich verstand wohl wenig davon, war aber froh dass da im Lauf jemand vor mir war den ich nachäffen konnte. Überhaupt bin ich der Meinung: Wenn ich nicht weiß was los ist, immer die anderen beobachten und so gut wie möglich alles genauso machen. Nur nicht auffallen. Man könnte ja herausgepickt werden. Ich weiß nicht ob ich mich klar ausdrücke. Ich versuche zu verdeutlichen.

Damals in der Kirche bin ich immer eingeschlafen. Und habe geschnarcht. Inmitten der versammelten Gemeinde. „Schirrmi! Des lieben Gottes Wort ist auch für Dich bestimmt!“ dröhnte mir persönlich von ganz oben der Pfaffe von der Kanzel in meine verschlafenen Ohren. Und ich schreckte jedes Mal auf! Fazit: Willst Du Individualist sein – fällst Du auf.

Jedenfalls liefen wir so unsere Runden bis die Herrscherin vom Ersten verlangte sich mit dem Gesäß auf ihre Hände zu setzen – sie möchte da gerne mal was graderücken. Und so kam jeder von uns mal dran. Sie setzten sich auf ihre Hände, sie kraulte dann sogleich, manchmal wühlte sie, aber immer wurden die Ärsche geknetet dass es eine Freude war – für sie.. Ich war noch nicht dran, aber dachte an meinen Dünnschiss aufgrund des gestrigen Besäufnisses und hatte Angst vor Peinlichkeiten. Wir sollten dabei entspannt sein, sagte sie – ich wollte aus Gründen nicht. Ich meine, Analentspannung hat bei mir auch Grenzen.

Dann kam ich dran. Wie ich schon bei den anderen Teilnehmern sah, hieß es: „Setzen – auf meine Hände. Entspannen!“ So war es dann auch. Ich ließ meine Jeans runter und für 8,00 EUR die Stunde habe ich der Dame dann mal ganz gepflegt in die Hände geschissen – ich war wahrscheinlich zu entspannt, wie ich nach der Gruppensitzung erfuhr, und wieder zurück in meine Zelle geführt wurde.

Da hatte ich dann Zeit zum Nachdenken und erinnerte mich an folgenden Artikel.

Mit noch sauberer Unterhose grüßt,

Schirrmi

Die Facebook-Praktikanten

„Dein Telefon hat heute Nachmittag geklingelt“ erwähnte die neu Eingefärbte als ich von der Knochenmühle heim kam. „Aha!“ grunzte ich gebückt während ich in den Kühlschrank blinzelte ob noch Schnaps da ist. „Ja, es hat geklingelt.“ insistierte sie als mich stumm und überaus bittend die kühlen Getränke ansahen um getrunken zu werden. „Ihr Flaschen!“ dachte ich so bei mir.

Jetzt mal für die Mathematikklausurenten: Wenn ich je Arbeitstag ca. 9 Stunden in der Knochenmühle verbringe. Davon Urlaub und Wochenenden abgezogen, allerdings abends und des Nächstens und am Wochenende immer zur Verfügung stehe. Und wenn man dann noch einrechnet dass ich auch in meinem fortgeschrittenen Alter 8 Stunden Schlaf brauche. Zwischendurch mal krank bin, ab und zu mal keinen Bock habe. So, wenn man diese Parameter und Annahmen hernimmt, wo bleibt und in welchem Umfang bleibt dann das Leben? Abweichungen im Endergebnis von > 0,1 Prozent werden mit tagelangem Entzug von Fischstäbchen mit Ketchup aufs fürchterlichste bestraft!

Ich schweife ab.

Ich verhörte Fritz. Wer mich denn da so telefonisch belästigt haben könnte. Man muss ja bei der elendigen Folterei nur auf die richtigen Knöpfe drücken. Irgendwann bekommt man aus den widerlichen Terroristen alles raus. Die Drohung, den Fritz dauerhaft nach Neuwied Guantanamo zu schicken reichte aus um die annähernde Wahrheit zu erpressen.

Es verhielt sich wie folgt als ich meine alte Telefonnummer wählte:

Comp_Facebook-Scheiss_IMG_6891„Hallo Schirrmi“ meldete sich jemand mit einer gebrochenen Stimme die auf Kehlkopfkrebs oder Pubertät schließen ließ. „Habs geschafft, Alter!“ ächzte es durch die IP-Telefonleitung. „Melde gehorsamst, Mathe schriftlich fertig!“ So der Pansen, wie ich langsam an der Stimme erkannte. Die Mutter von ihm konnte es nicht sein. Es war nicht die Uhrzeit für die übliche Dosis Globuli. Konnte also nur der Pansen sein.

Also telefonierte ich da so mit Dem rum und philosophierte über Statistik und geistiger Statik wohlwissend das Pansen nicht alleine lebensfähig sind, da ruft die schön im gemütlichen Sessel befindliche, neugefärbte rein „Wie heißt denn Deine Punkband?“ Leute, und dass während ich im Gespräch bin. Da schlugen von nebenan die Brüllgranaten ein wie z.B. „HASTE GESCHAFFT, KLEENER?“ oder „WIE WOR ET?“. Gelassen wie ich bin, verbat ich mir diese unqualifizierten Zwischenrufe.

Wissen Sie? Mein Telefon kann so ziemlich viel. Laut hören. Laut sprechen. Konferenzschaltung und sonst noch allerlei pipapo. Ich kam in dem ganzen Stress (ich habe Feierabend) aber nicht auf die Idee etwas von diesen modernen Funktionen zu nutzen. Übel verstärkend kam hinzu dass grade ein zuckersüßer Punksong aus den Lautsprechern dröhnte. Und so ging es dann: Ich brüllte, die Nebensäuferin brüllte, der Pansen in der Leitung musste brüllen. So brüllten die mich voll und ich bekam Lust mich vollzusaufen damit das aufhört.

Nachdem die üblichen Floskeln hinsichtlich des Mathe-Abi doch noch telefonisch abgeklärt werden konnten, fragte ich dummerweise „Wie heißt noch mal die Punkband in der Du neuerdings mitgröhlst?“ Der Kleene punktgröhlt zärtlich leise in das Telefon „Mobilization – oder so“. Und richtig doof war ich dann als ich noch fragte ob Fotos von ihm und der Band existieren. Nur so nebenbei gefragt ohne zu wissen was sich aus dieser einfachen Frage ergibt hatte ich fast mein Vermächtnis machen müssen ob meiner Unkenntnis von Social-Networks – in diesem Fall, das Fratzenbuch. Wie folgt:

Ich gab meine Löffel an die Sesselhockerin ab welche FB auf ihrem Telefon installiert hat. Dann lauschte ich folgendem Dialog – und was ich so verstand:

  • „So schnell schießen die Preußen nicht“ während sie versuchten Freunde zu werden – So schnell fangen die Reusen nicht – dachte ich
  • Facebook Praktikanten – dachte ich ebenso
  • Chicken Fuckers – dachte ich während die beiden ewige Zeiten versuchten FB Freunde zu werden
  • Mathe Abiklausur – Statistik, so die prekären Gespräche. Dopingaufgabe: Passt ja, schüttete noch eine Flasche Pepsi in mich hinein – immer auf meinen Neffen – den Ruderer.
  • Erstmal eine Woche Frei so der Abiturient – verstand ich das richtig?
  • Zwei Facebookler untereinander kriegen es immer noch nicht auf die Reihe Freunde zu werden?
  • „Wo bist du denn, vielleicht Handy neu starten, ich kann dich nicht sehen, habe meine Prioritäten scharf eingestellt“ solche Wortfetzen wurden ausgetauscht.
  • „Mal auf den Messenger gehen, eigentlich habe ich Dich als Freund bestätigt aber irgendwie klappt das nicht.“ Und weiter „irgendwie bist Du nicht da, vielleicht muss ich hier klicken, streicheln, wischen….?“
  • Wix mir einen, denke ich mir derweil
  • „Haste jetzt?“ „Nee, ich seh Dich immer noch nicht“

Und während des Dialogs der beiden denke ich mir langsam nur: „Den einen enterben, der anderen den Alkohol entziehen.“

„Gib mir mal den Hörer wieder“ brüllte ich zärtlich, Du Fotze! Das ist ja nicht mehr mit anzuhören wie da miteinander rumgewischt wird! Im Übrigen – mein Glas ist leer!“ Jetzt hat der Pansen erstmal eine Woche frei. Um sich auf die „Mündliche“ vorbereiten zu können. Darauf angesprochen zuckte er durch das Telefon mit den Schultern „na ja….“

Die wischten die ganze Zeit gemeinsam auf den Telefonen rum, und jetzt komme ich zu meinem Ende, nie mehr in meinem noch kurz verbleibenden Leben möchte ich nochmal zwei Menschen in Echtzeit Facebooken sehen.

Bedrückt. Schirrmi

P.S.: Sie sagte noch: „Du glaubst gar nicht wie scharf ich meine Facebook-Einstellungen hab.“

P.P.S.: Döner, Schaaf

 

Dressmen

Irgendwie schwandte mir schon etwas. Seine Zornesfalte erkennbar, die Wutadern höchst ausgeprägt brüllte er uns an: „Rühren!“

Im Menschenmordgeschäft bin ich ja nicht so firm. Aber ich tat sogleich wie befohlen:

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und dachte so leise in mich hinein: „Du bescheuerte Schießbudenfigur – mit dem Lametta.“

Ich fing an zu rühren und gab den Topf an meine Kameraden weiter. Ich dachte mir ja schon dass wir alle gemeint waren – das versammelte Team. Also rührten wir alle ein wenig rum in der Hoffnung dass es beim Herrn Oberfeld Wohlgefallen findet.

„Richt euch!“ brüllte die dumme Sau sodann. Na klar, auch das machten wir:

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Adrett, oder?

„HERR BEFREITER SCHIRRMI!!!!!“ spuckte er zärtlich in 3,5 cm Entfernung in mein Gesicht. „Ihnen fehlt ein Knopf“ und zwirbelte an meinem Feldhemd herum bis ein Knopf ab war.

„Wollen Sie einen Killer oder ein Germany next Topmodel?“ dachte ich so bei mir während ich meine Flinte entsicherte.

Zwei Mann nicht in den Betten! Ich trete ab!

Schirrmi

 

Rezept der Woche: Der Monat ist noch lang

Heute hatte ich Hunger. Prekär beschäftigt und auch sonst ziemlich abgemagert möchte ich Ihnen ein gehaltvolles Gericht ala Low-Cost vorstellen.

Ich Aas und wurde dann doch relativ nicht satt. Man nehme:

  • Einen Traubenzweig von dem irgendwelche Viecher fast schon alles leer gefressen hatten.
  • Ein ordentliches Stück Fleisch, herausgeschnitten aus einer Chinesenlende.

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Angerichtet auf einem halbwegs steril-sauberen Teller, ergibt das ein überaus köstliches Mahl. Warum empfehle ich genau diese nahrhafte Hauptspeise zum jetzigen Zeitpunkt? Ich habe wohl nur noch Licht im Kühlschrank – aber so genau weiß ich das auch nicht.

Guten Appe!

Nicht dafür!

Dinge die ich immer mal wissen wollte

  • Klassiker: Ist das Licht wirklich aus wenn ich die Kühlschranktür schließe?
  • Sex: Warum haben männliche Pornodarsteller kein Kacka am Penis, ich aber sehr wohl wenn ich Damen penetriere?
  • RZ: Warum hat man Triple-Redundanzen im Serverbereich wenn dann die doppelt redundante Stromversorgung ausfällt?
  • Politik: Warum werden deutsche Bürger von Kriminellen regiert obwohl weniger als ein Drittel der Gesamtbevölkerung sie gewählt haben?
  • Mensch: Warum tut Liebe manchmal weh?
  • Honk: Ich bin so dusselig und dumm und frage mich warum mich niemand mag.
  • Tiere: Warum sind Eichhörnchen so süß und warum haben Pandas so geile Titten?

Sie, mein Herr, können mich mal!

Irgendwie ahnte ich schon was kommt. Ich hatte mich dementsprechend auch schon vorbereitet. Noch schön einen Schluck Korn mit ohne Wasser reingekippt. Hatte mir meine wütenden Sätze innerlich vorbereitet, übte das kommende Geschehen für mich selbst vor dem Spiegel. Es sollte überzeugend sein. Keinen Meter zurück und Gott hilf mir, niemanden in die Schnauze zu hauen. So bange ich war, wollte ich wagen ihm zu sagen:

„Du und ich, wir sind ab jetzt per Sie!“ So war es dann auch: „Sie sind in meinen Augen ein Arschloch!“ erwähnte ich beiläufig während eines Meetings zu ihm.

Sofort plusterte er sich mit seinen Zweimeterzwölfzig vor mir auf und schrie: „Ich Chef“, so der Puter, „Ich Mensch“, so ich – furchtlos in seine ausdrucklosen Augen blickend. „Hast doch nicht mehr alle auf der Reihe“, bellte ich, drehte mich um und verließ die Arena.

Den Rest der Flasche leerend hörte ich von hinten noch irgendwas wie „Nachspiel“ und „Konsequenzen“. Und jetzt gut aufgepasst, liebe Kinder: Der Klügere kippt nach!

Schirrmi

Habe Teef mitgebracht

Heute ist Dienstag. Der Aufräumtag. Darüber hinaus hatte sich ein Ableser angekündigt – so „seien Sie zwischen 13 und 15 Uhr daheim“. Tja, Ableserhandwerker hin – Ableserhandwerker her. Schirrmis arbeiten um diese Uhrzeit – hart. Da kann man nicht einfach mal von der Knochenmühle heim fahren, in Managementmeetings einen fahren lassen – ähm, absagen. Nein, das muss als Erst- und Einzigverdiener eingeplant sein. Das ist schwierig.

Na jedenfalls, die schmierigen schwieligen Finger mussten zum Telefon greifen um Drogenersatz Heimaufmachmaus zu engagieren. Und so war es auch. Die Heimaufmachmaus war da, der oder die – man weiß es ja nicht vorher – kam dann auch. Klingelte und schrieb gleich in Erwartung dass niemand aufmacht den Zettel „Schirrmi wieder mal nicht erreicht!“. Doch dann, Tür geht auf, die Maus ruft raus: „Es ist jemand hier, machen Sie Ihren Job“, er so, den Nichtanwesendheitsblock wegpackend „Ach?“.

Die Wärmemessgeräte wurden abgelesen nicht ohne dass Heimaufmachmaus zum Ablesehandwerker anmerkte „es gibt ja noch Leute die arbeiten müssen um die Uhrzeit“, – er grunzte nur und tat seinen Job.

Nach einigen Sprengstoffattentaten zwischendurch kam ich von der Knochenmühle mit Suppengemüse heim, und war ehrlich erstaunt über meinen abgelesenen Wärmeverbrauch. Auttäk: meine kleine Muckelbude wird in Hauptsache von meiner Körperwärme geheizt. Man kann ja auch mal doppel Socken anziehen, gelle? Motto: Nichts für die Reichen, ich friere lieber als euch das verschissene Öl zu bezahlen!

Ich schweife ab.

Neben dem Suppengemüse erlegte ich ein paar prekäre Hühner die ich geschnetzelt nach Hause brachte. Dazu ein bissl herausgerupftes Gemüse aus Nachbars Garten (Arztfamilie). Das Ganze zubereitete und köchelte ich stundenlang, nicht ohne ein ordentliches Glas Fond und überaus selbstgeernteten Reis, handgeschält, hinzuzutun – um am Ende ein Gedicht an Hühnersuppe zu erhalten die einem lässigem Hüftschwung in nichts nachstehen sollte.

So war es auch dann. Es schmackofatzte wohl, so sie, und ich ignorierte das Klingeln unten an meiner Tür. Es war wohl der Notarzt von nebenan der das SEK gerufen hatte ob ich ihm den Kräutergarten geräubert hätte. Nie aufmachen!

Irgendwann trat dann endlich – ich gehöre ja schließlich zur arbeitenden Bevölkerung – mit George McCrae „Rock your Baby“ ein stimmiger Abend ein. Trotzdem hatte ich Nächtens einen aufmerksamen Blick in die Küche und fragte „Was soll denn das Teef?“ Sie antwortete sanft „Teef“, mein Lieber, lies weiter: „Teefilter“.

Ups, habe ich den „ilter“ verpasst. Na, kann ja mal passieren.

Have a nice day!

 

David Bowie

„Gruselig!“ meinte ich gestern zum Kollegen. „Erst Lemmy, jetzt David Bowie der kurz nach seinem Geburtstag an Krebs stirbt.“ Schorsch antwortete lapidar: „Und wann hast Du Geburtstag?“