Waschbären in der Adventszeit

Boaahh! Es hört nicht auf. Überall lauern delikate Gefahren. An, hinter und neben jeder Ecke gibt es Köstlichkeiten zu schmausen, Leckereien zu trinken. Auswärts meine ich. Aber viel besser sieht es in meinen zwei Wohnungen auch nicht aus.

Daheim wird der neue Mitbewohner zu Weißglut gebracht in Form von Suppen, Braten, Fleisch, Aufläufen, Gemüsen, Würsten, Obst-, Sahne- und Käsekuchen sowie Kekse die gerne auch in Form eines Events (Orgie) zubereitet werden. In meiner Zweitwohnung, die Knochenmühle, genauso. Einladungen, Weihnachtsfeiern, runde Geburtstage müssen kulinarisch zelebriert werden.

Hinzu kommen Mitbringsel netter Damen in Form von Dosen, lecker gefüllt mit selbstgemachten Keksen, Gläser mit ebenfalls selbst produzierter Marmelade oder Gelee oder auch gerne mal Flaschen voll von eigenhergestellten geistigen Getränken. Anmerkung: Mit Form meine ich die Mitbringsel und nicht die Damen!

Nun ist es ja so dass ich von Natur eine eher, ähm, also, eine eher kräftige Gestalt habe. Pinscher, Ratten, Pisser, FDP’ler, Bankster, Anwälte und sonstige dunkle Gesellen machen lieber einen Bogen um mich was der Frauenwelt ausnehmend gut gefällt, wissen sie sich doch in sicherer Begleitung. Tja, alles hat aber seine Kehrseite. Wenn der gewöhnliche Mensch normalerweise nur eine Kehrseite hat, den Knackpopo, so bildet sich bei mir im vorderen Teil eine zusätzliche Kehr… ach, -seite aus. Der mühsam im Sommer per Radischendiät und Rockfestivals antrainierte Waschbrettbauch, entwickelt sich allmählich zu einem „süßen Waschbärbauch“ wie S. so nonchalant anzumerken wusste.

Bei Rockkonzerten / Festivals werden aus Sicherheitsgründen sogenannte „Wellenbrecher“ installiert. Diese sollen verhindern dass die Fans allzu chaotisch über- und untereinander herfallen und im schlimmsten Fall die Rockgötter auf ihrer Empore zu Fall bringen. Nun, am Samstag bin ich in Kölle bei New Model Army und am Montag bei The Mission, ebenfalls in Kölle (diese warme Kleinstadt mit dem ollen Dom). Ich werde dann mal nett anfragen ob ich als Natur-Wellenbrecher mit einem Honorar zu rechnen habe.

Ich arbeite sehr gerne mit meinen Kollegen, Scheffes aber auch mit unseren Dienstleistern zusammen. Die letztgenannten denken sich in der Vorweihnachtszeit perfides aus. Traditionell gibt es von der nettesten Profi-SAP-Programmierer-Firma Süßigkeitenpakete (Danke, Christian!). So auch dieses Jahr. Diese stehen dann immer auf einem Sideboard direkt an der Eingangstür des Knochenmühlengroßraumbüros.

Klein_Fresskram-Schachteln-IMG_2129Jedes mal wenn ich also geschäftlich, also wenn ich ein Geschäft machen will, rein oder raus will, muss ich an diesen Kisten vorbei. Tödlich! Ich beschränke mich meist zwar nur auf so leichte Sachen wie Milky Way, Yogurette oder Balisto, aber irgendwie habe ich das Gefühl  das diese Dinge doch nicht so leicht sind wie ich denke. Puh!

Das Riesenglas mit den bunt kandierten und gerösteten Mandeln von Becki will ich ebenfalls nicht unerwähnt lassen.

Klein_Weihnachtswein-IMG_2137Aber ich höre jetzt auf. Da krieg ich ja beim Schreiben schon wieder Krämpfe. Lieber spüle ich das ganze  Zeug mit einem Herzgrüble Riesling oder einem 2010er Cuvée Nobilis aus Württemberg runter. Beide kamen mir heute anlässlich des Jahresendfest von einem weiteren, geliebten Dienstleister reingeflattert kam. Danke dafür!

Prost! Boaarbb!

Euer Schirrmi