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Dies und das

Gibt es hier im Süd- bzw. Hochschwarzwald Höhlen? Jedenfalls ist mir noch keine bei meiner umfangreichen Wandertouren begegnet. Dafür fiel mir auf das manchmal ein paar untere Äste oder Baumstümpfe am Wegesrand farblich markiert sind. Das waren mal blaue, mal rote, ab und zu auch gelbe aber immer sehr kräftige, leuchtende Farben.

Wenn man also darüber nachdenkt dass es bei den Schwarzwäldern für kunstvolle und Jahrtausende überdauernde Höhlenmalereien intellektuell nicht gereicht haben soll und sie stattdessen wahllos Farbspritzer im Wald verteilen, dann kann man nur zu einem Schluss kommen: Die Zecken sind schuld! Denn können sie nicht sogar als Krankheitsüberträger schädlich für das schwarzwäldlerische Gehirn sein?

Was ich überaus positiv erwähnen muss, ist die Lernwilligkeit der Schwarzwälder Eingeborenen. Denn um Satzzeichen zu lernen, hängen sie sich einfach irgendwelche Satzzeichen in ihre Wälder. Ich habe mal ein Beispiel dokumentiert. Hier lernen Sie grade das Ausrufezeichen!

Um zu verstehen in welcher Gegend ich als armer Tropf hier in der Anstalt meine langen, würdelosen Wochen fristen muss, möchte ich den bekannten Reiseschriftsteller Jensen zitieren, der um 1901 unter anderem schrieb: „Das Wehratal erregt den Gefühlsausdruck eines unendlich gedehnten, schmalen Kerkers, aus dem kein Entrinnen möglich fällt, nur höchst selten steigt einmal ein kleiner Pfad steil an den Felswänden empor; es ist vollständig unbewohnt und bietet wohl die längste Strecke menschenloser Einsamkeit im Schwarzwald, denn von Wehr bis Todtmoos befindet sich, drei Wegstunden lang, keine Ortschaft und kein Haus.“

Nach dem Ergometer-Training ging ich raus, im Flur wartete schon die nächste Gruppe. Ich rief mit stolz geschwellter Brust und mit blitzenden Augen zu den wartenden Damen und Herren, dass ich mittlerweile mit einer Wattzahl von 250 trainiere, bei einem Puls von 65. Hinter mir erscheint der Therapeut und ruft laut: „Es verhält sich umgekehrt!“. Das Schwein!

Wer mich kennt, weiß dass ich bei Vorträgen etc. gerne einschlafe. Denn meist sind die Themen so uninteressant und die Redner so dermaßen uninspiriert, dass ich einfach abschalte. Das gilt selbstverständlich nicht für mich wenn ich mal wieder Predigten halte. So auch letztens bei einem Vortrag über körperliche Aktivität oder sonst irgend so einen Mist. Ich schlief einigermaßen unruhig während von vorne die langweiligen Sätze plätscherten. Die folgenden Wortfetzen drangen irgendwie in mein Unterbewusstsein: Extrem schläfrig und bequem; Groß und pelzig; Manipulativ; Hält sich an keine Regeln und Vereinbarungen; Kommt ohne Vorwarnung; Bewaffnet mit Psycho-TaktikenHah! Bei den letzten Wörtern endlich schreckte ich laut grunzend, fürchterlich mit den Armen fuchtelnd auf und atmete laut nach Luft schnappend ein um die versammelte Gemeinschaft niederzubrüllen warum denn hier über mich gesprochen wird, da sagt die Referentin noch: „.. und so müssen wir alle Tag für Tag unseren inneren Schweinehund überwinden.“ Ach so, es ging nicht um mich. Da haben die noch mal Glück gehabt!

Wussten Sie schon was „Todtmoos“ bedeutet? Ich hörte einige Erklärungen. Aber das plausibelste „lief“ mir gestern über den Weg. Bzw. lag auf dem Weg:

Schon seit ca. 14 Tagen ist der Gemeinschaftsspeisesaal Nationaldeutsch geschmückt. Das verdirbt mir regelmäßig den Appetit. Kotzen könnte ich wenn ich das sehe. Ich finde das gehört sich nicht. Ja, sollen sie sich doch mit geplatzten Hämorrhoiden einscheißen und pissen damit ihre Unterhosen völkisch korrekt aussehen. Aber wenn ich zum Mittagessen als Alternative zu Fisch das Tofu-Gericht nehmen muss, mich im Speisesaal in das Jahr 1933 zurück erinnert fühle, dann liebe Anstaltsleitung, ist das nicht förderlich für meine (und eure) Gesundheit.