Sie war weg…

…die Stimme. Zunächst noch Engelsgleich, so glockenhell und zart. Lieblich anzuhören die Dame in der Nacht. Die Augen schließend, lauschend – dieser Himmelsklang.

Morgens. Euphorie wich einem ausgewachsenen Kater. <Schnurr, Brrr!>. Im Kopf ein Krächzen. Die Bude knarrte, die Dielen bohrten. Diese Geräusche manifestierten sich zur Realität als ich endlich merkte dass es nicht mein Kopf, nicht die Bude, nicht die Dielen waren. Sie war es und heiser, krächzend doch leise und vorsichtig, fast wie ohne Stimme, einen „Guten Morgen!“ hauchte.

Wilde Versuche mich zu erinnern ob ich Nächtens mit dem Skalpell meine ärztliche Grundausbildung verfeinert – wollen – hätte. Keine Erinnerungen an entfernte Stimmbänder. Kein Reminder an blutige Angelegenheiten, außer sie sind meine.

Dann, nach einer erfrischenden Pepsi, endlich kamen die Erinnerungen wieder. Es begann wohl mit Muse, ging irgendwie über zu Rise Against und endete bei SOAD. Wir sangen, nein, schrien, brüllten mit Inbrunst – die Leidenschaft kam nicht zu kurz, wüteten stimmbänderlich und ohne Skrupel Monte nieder, ließen nicht ab und schreckten nicht zurück vor hartem Rock, ja, auch Balladen wurden vergewaltigt, Oktaven kennengelernt und hysterisch in die Welt geflucht – Oktaven die es noch nicht gab.

Nachrichtensprecherin? Nein, auf den Job bewirbst Du Dich nicht. Nicht heute, und auch nicht in fünf Tagen.

Zuckte, reckte mich auf der Couch. Die Zunge belegt. Mehr konnte ich nicht sagen.

Schirrmi

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