Was ist wenn man sich mal so richtig bewusst macht dass die Sonne aufgeht? Immer wieder. Was ist wenn man sich ebenso bewusst macht dass sie auch wieder unter geht? Wie immer. Und immer wieder. Dass die Welt sich immer noch weiter dreht und existiert, die Dinge immer noch da sind – wie sie immer schon da waren.
Manchmal gibt es so Momente da fühlt man sich klein. Und die Welt ist groß, so komplex, so vielfältig. Das eigene Leben wird nicht mehr wichtig, der einzelne Erdenwurm kämpft um sein Überleben und versucht darüber hinaus das Beste aus seinen Möglichkeiten zu machen. Vergebens. Am Ende verspricht die kalte Erde ein letztes Zuhause in der bitter tragischen Hoffnung etwas würde bleiben.
Grade jetzt im Moment habe ich sie erwischt. Die Sauregurkenzeit. Obwohl soweit alles da ist, wenig Mangel wie es sich für einen gut situierten Junggesellen gehört. Grade eben noch ärgerte ich mich in meinem Haus ein wenig darüber als ich von der Couch aufstehen musste um der Natur ihrem Recht zu verhelfen. Den großen Wohnsaal durchqueren zu müssen, nach rechts den ewig langen Flur entlang um nach gefühlten Ewigkeiten inmitten aller Pracht das Gäste-WC zu erreichen. Indem der innerliche Druck stetig stieg hatte ich während der bemüht genussvollen Wanderung lange Zeit zum Nachdenken über das hier, das jetzt. Über mich und über die Dinge im Leben ohne die das Leben aussehen würden wie ein leeres Bücherregal.
„Hey!“ Dachte ich so bei mir. Wird doch nicht so schlimm sein, wie es heute so schlimm ist. Ich bin doch schließlich der Joh: „Hallo, ich bin der Joh und ich stehe auf Frauen. Manchmal stehe ich nachts auf und hole mir welche!“ Der, dieser Joh! Obwohl augenscheinlich alles Bestens läuft, schlich sich heute doch so ein penetrant schlechtes Gefühl in meine kleine, zarte Seele. Bei dem Versuch dieses Gefühl zu ergründen musste ich plötzlich an Augenbrauen denken.
Augenbrauen, so Firlefanz wie z.B. Nasenhaare oder graue Schläfen. Philosophierte innerlich über die Mädels in meinem Designerhaarschneideladen nach, die wenn es sie nicht gäbe, ich wohl irgendwann die Brauen mit den Nasenhaaren zusammenknoten könnte. Angesichts dessen und plötzlich ein wenig furchterfüllt querte noch schnell ein weiterer schrecklicher Gedanke mein Hyper-Hirn, nämlich was wenn ich so alt werde dass das Gleiche passiert mit meinen langen, schwarzen Rückenlocken und meinen Arschhaaren? Brrr! Krise!
Jedenfalls, so fragte ich mich in meinen heiligen Hallen, hallend, so vor mich hin, warum es jedes Jahr wieder passiert. Krisenstimmung in Schirrmis Herzen. Bedrückende Stimmung allenthalben. Ich gehe zu Grunde versprach ich mir und fühlte mich glücklich bei dem Gedanken.
Wie jedes Jahr, meist in der Sommerzeit, habe ich diese unausweichlichen Probleme. Obwohl ich ja nun ein gewisses, gesetztes und nebenbei, ein kluges Alter erreichte das ich sogar Streitgespräche mit den Herren Jelzin, Puschkin und Gorbatschow nicht scheue, so gibt es doch noch Dinge in meinem harten Leben die so unermesslich schrecklich und für den normalen Menschen undenkbar sind, nämlich Hemden bügeln!
Eine 5-Tages-Woche in der Knochenmühle bedeutet in der Regel fünf gebrauchte Hemden, die gewaschen aber danach auch gebügelt werden müssen. Ersteres macht meine neue Mitbewohnerin, letzteres eine gute Fee. Doch die gute Fee muss ja auch mal Urlaub machen. Leider. Zu meinem Unglück! So kam es also heute wieder dazu. Diese fiese Herrenoberbekleidung musste heiß bearbeitet werden um wieder ihre ursprünglich vorgesehene Form zu erreichen. Zum Glück ist mein Bügelzimmer in meinem Palast so gelegen das mich niemand beobachten konnte. Das hätte mir grade noch gefehlt – kam ich mir ja selbst schon wie so eine Schwuchtel vor, mit Bügeleisen, dem Brett, Dampf und dem ganzen Pipapo! Dazu war heute wieder so ein heißer Tag. Trug ja nichts anderes als meine Haushaltsschürze.
Aber Leute, jedes Jahr wenn die gute Fee Urlaub hat, bekomme ich wieder ein grade gerücktes Verständnis darüber was sie zu leisten hat. Und auch das meine Lieblingshemden am schlimmsten zu bügeln sind. Und dann frage ich mich immer wieder was auf diesem vermaledeiten Bügeleisen diese komischen Programmsymbole zu bedeuten haben. Leinen, häh? Baumwolle, was? Etc.! Furchtbar!
Euer Schirrmi – der jetzt grade die Blümchenküchenschürze abgelegt hat und Volbeat hört 🙂
Hey großer …hast du gut gemacht !!!!
Oh ja, Kleene – bei einer Repo über Jack White vergeht das Bügeln wie blühendes Lavendel 🙂