Rudi

Ich hatte mal im beschaulichen Heppingen gewohnt. Das ist ein kleines, idyllisches  Weindörfchen bei Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dort war ich desöfteren in meiner Stammkneipe zu finden die von einem Berliner Koch geleitet wurde. Das tut aber jetzt nichts zur Sache.

Sie kennen das ja. Jeden Abend wird dummes Zeug erzählt, Karten gespielt, der Bedienung in den Ausschnitt geschaut und ja, sogar ab und zu geistige Getränke zu sich genommen. Und so weiter und so fort.

Es begab sich zu einer Zeit als überall Plakate hingen. Und damit meine ich wirklich überall. Konterfeis von Menschen die man eigentlich noch nicht mal Tags begegnen möchte. Hingen an jedem Rebenstock. Es war Bürgermeisterwahl.

Eines Abends ein großes Hallo und ungewöhnliche Atmosphäre in meiner Stammkneipe. Tja, da ist man ja neugierig wenn da fremde Leute reinkommen und sich irgendwann mal Gewusel ergibt. Ein paar Herren kamen zu uns an den Kartentisch. Ich gebe zu, ein wenig angeschickert war ich. Jedenfalls stellte sich ein kleiner Hanswurst per (ausgeschlagenen) Handschlag vor: „Fick!“. Tja, ich stand auf und schaute auf ihn runter und erwiderte ob er ein paar auf die Fresse haben will. Ähm, nein so er: „Ähm, nein, ich meine, mein Name ist Fick. Rudi Fick.“ Und weiter „Ich kandidiere für die Bürgermeisterwahl und möchte mich bei den Bürgerinnen und Bürgern vorstellen.“ Das hatte mich sogleich besänftigt und wir alle lagen vor Lachen auf dem Boden. Ich strich dem Ficker über das schüttere Haar, gut, dabei verschüttete ich aus Versehen auch ein wenig Bier über sein Köpfchen was mein Daddy mit „Gut für den Haarwuchs!“ kommentierte.

Warum ich jetzt auf diese alte Geschichte komme? Ich war heute in Lahnstein und fuhr da über eine Lahn-Brücke. An ebendieser war ein Schild angebracht „In Gedenken an Rudi Geil“

Geil, gelle?
Nicht dafür – Ihr Schirrmi

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