So unter der Woche bin ich eher der Frühaufsteher. Da werde ich Hausmeister und Putzfrau. Werde nicht dafür bezahlt trotzdem ist ein unausgesprochenes Gesetzt: Türen – Fenster auf, Kaffee kochen. Dann und wann mal hat man Küchendienst. Da hat man rotierend die Cuisine uffzuräume. Und für Wasser zu sorgen. Apropos Wasser. Neuerdings haben wir hier eine dritte Sorte Wasser. Neben viel Gas, Mittel-Gas gibt es jetzt auch von dem Queen-Wasser-Hersteller auch noch klares mit gar kein Gas. Was mir dann doch sehr unverständlich rüberkommt. O-Ton eines Kollegen: „Seitdem es hier jetzt Wasser mit ohne alles gibt – Herrlich!“. Ich so: sauf doch Deine Pisse oder benutze den Wasserhahn. Ist billiger. Bei solchen oder anderen Gelegenheiten weise ich gerne darauf hin dass die „Wasserindustrie“ drölfbillionen scheffelt für nothing. Für ein Gut was für uns Nordeuropäer in einer ausgewiesenen Güte und im Überfluss zur Verfügung steht. Und dann kommen da so Leute, Kollegen, saufen dann unverarbeitete Plörre welche teuer in Flaschen abgefüllt sind. Ich nenne jetzt keine Markennamen. Aber ist denn jeder der jederzeit mit so einem Fläschchen stilles Wasser rumläuft denn gleich ein Top-Modell oder ein Hollywoodstar? Sei’s drum. Ich weise nur immer auf etwas hin. Kuhaugen glotzen mich dann an – zurück.
Jahrelang hat uns ein Kollege mit seinem Radio tyrannisiert. WDR4 oder auch so ein Scheiß-Koblenz-Sender. Keine Ahnung wie der heißt. Jedenfalls hat er es zig Jahre mit uns gemacht. Hat wohl gedacht, der Erste der das Radio anhat, hat gewonnen. Müssen dann alle hören. Die besten Hits von 60, 70, die berühmten 80er bis heute und noch viel weiter. Immer die gleiche Scheiße in der immergleich Scheißqualität unterbrochen von aufgedrehten Koksnasen die schon in der Frühe ihre Gute-Laune-Geschichten zum Besten geben. Zum Besten: Kennt ihr die Geschichten wo man immer so auf die Seriennummern des als Geld bezeichneten, gedruckten Papiers schauen sollte? Herrlich dumm! Machen alle mit. Die Dummen. Und so weiter und so fort.
Jedenfalls wurde mir der Terror zu viel. Kaufte mir Lautsprecher und fing an ausgewählte Stücke meiner MP3-Sammlung abzuspielen. Da wurden die empörten Augen aber groß! Oh! Wie schrecklich! Negermusik hätte meine Oma gesagt. Ich lasse mich nicht terrorisieren. Gegenschlag auf Schlag. Auge um Auge. Ich habe den längeren Atem. Habe schließlich mein Asthma-Spray – die Bürofutzzis, Wirtschaftsingenieure aber nicht. Elektrotechniker ebenfalls nicht. Was ich mich immer frage ist, warum? Nur weil man lange Jahre in ein und der gleichen Firma angestellt ist. Hätte man Ahnung von IT? EDV-Technologie. Informationsverarbeitung? Muss wohl hier im Westerwald sowas wie Schleimgeld, Arschhinhalten oder Rudeltrieb sein. Keine Ahnung, aber die Klappe am größten aufreißen. Wenn man mal Urlaub hat, zurück kommt hat man nur die Scheiße auf dem Schreibtisch den die sogenannten IT-Kollegen verbockt haben. Von nichts ne Ahnung aber schön Tee trinken. Schön. Aber bitte nur grün. Oder weiß. Und das dann bitte in Beuteln. Helden!
Ich schweife ab.
Mucke-Terror. Mit demjenigen in einem Büro jetzt. Kein Großraumbüro mehr sondern wir zwei Beide in einer Einzelzelle. Ich mache jetzt meine Mucke an, vornehmlich Deltaradio. Er so seine blöde Scheiße. Heute Morgen meint er zu mir: „Was hatten wir nochmal gesagt? Beide Musik an und dafür leise, oder beide Musik aus?“. Ich so: „Nichts haben wir dergleichen gesagt.“. Und drehte die Lautstärke höher. Wenn ich mal eine qualmen bin und komme wieder merke ich dass er mit seinen alten, kleinen Fingern an meiner Tastatur war. Die Mucke leiser drehen. An meinem Arbeitsplatz – ungefragt und unerlaubt. Der Held. Würde ich nicht machen. Nie. Man kann ja drüber reden. Aber nein. Er vergreift sich. Solange bis er ein paar auf die kleinen Fingerchen bekommt. Und dann ist das Geschrei groß. Wie Letztens. Aufregung. Schirrmi hat Klartext geredet. Kommt natürlich nicht gut an. Wenn es jeder mitbekommt. Praktikanten! Und hinter dem Rücken dann. Tuschel, tuschel. Blöderweise bekomme ich das mit. Und dann rede ich wieder Klartext.
Keine Ahnung von „Nichts“ die Westerwälder. Nicht wofür sie ihre Gnadenbrot bekommen. IT heißt nicht: Hochdruckrohrschlosser, Batterieneinsetzer, Fahrradfahrer. Kommandoebene, was? So und so weiter hallt es in meinen Ohren wenn mal irgendjemand mit seiner Micky-Maus-Bunti-Oberfläche nicht mehr klar kommt um ein Problem zu lösen. Ach, es gibt auch Kommandos? Das ist aber doof. Muss man ja Befehle tippen. Geht keine Maus? Nee!
Da trennt sich die Spreu vom Weizen. Und das meine ich nicht nur beruflich. Auch persönlich wundere ich mich wie man so verlogen und allglatt durch das Berufsleben gleiten kann. Aber ist ja nicht mein Leben. Ich gleite nicht. Ich Ecke. An. Ich mache. Schaue nicht nur zu. Zu alt zum Lernen. Oder sie haben einfach aufgegeben. Kein Interesse mehr. Hauptsache die Knete wird überwiesen und es bleibt Zeit für ein paar Globilis und Tee, weiß, besser grün in Beuteln – kratze ich mir am Sack und haue ab zurück an meinen Arbeitsplatz.
Die Firma steht still! Nichts geht mehr! Katastrophe! Eskalation! Ex-Com, alle wichtigen Herren sind involviert. Alles wuselt herum, es wird konferiert. Über alle Zeitzonen hinweg wird alles aktiviert, sogar reaktiviert. O-Ton Schirrmi: klickidiklack – resolved. Und wofür diese Aufregung? Darf man ja nicht laut sagen. Bis in die Teppichetage hinein. Frag mich immer wie manche Leute dahin kommen. Aber mir Scheißegal. Hauptsache den Job gut machen, innovativ, immer auf dem rechten Fuß erwischend, nie entweichend der Spaß an der Materie – denn das ist mein Hobby und mein Leben. Etwas können, immer dazulernen und, ich gebe es zu, immer besser sein zu wollen. Computerkram. Menschlich, ja, da kann man mir eventuell Defizite einräumen. Aber das Eine bedingt manchmal das Andere.
Mucke. Ich werde nie leise sein. Und überhaupt.
Joh
Bleib wie du bist!! Einer von wenigen mit Eier in der Hose!!