
Wahnsinnig viele Ungerechtigkeiten stürzen auf mich ein. Sie machen mich teils fassungslos, bringen mich in einen Zustand der heiligen Wut, lassen mich oft zurück, alleine in Gefühle die mein Herz zerreißen – die Hilflosigkeit. Die Dinge die man einfach nicht fassen kann, die Dinge die man alleine nicht ändern kann. Die Dinge die mich in ein tiefes Loch ohne Ausweg stürzen lassen angesichts der Unmenschlichkeiten die jederzeit und ohne sich groß umschauen zu müssen, passieren.
Von Menschen gequälte Menschen, skrupellos, der eigene Spaß, keine andere Meinung – Neigungen zuzulassen, soweit erniedrigen bis es passt, bis das Opfer kleiner ist. Um Gnade winselt. Pisst, Scheißt vor Angst in die non-designer-jeans, ist ganz alleine – die Terrorhorden haben wieder ein Opfer gefunden! Immer druff!
Ich erinnere mich, damals bin ich in meiner Programmierer- und Informationstätigkeit in den Keller gehen müssen, um zu rauchen – Kaffee trinken. Keller – Kantine, große Fensterfronten zur exklusiven Tiefgarage für die Besten, der Besten, der Besten (Sir!“). Da saß eine nette Blondine, alleine am Tisch. Sie saß da und lächelte – wir waren alleine im Raum. Ich setzte mich mit meinem halben Kaffee hinzu. Sie – so nett, freundlich und überaus charmant, schaut mich an – so von unten nach oben: „Johannes, ich habe Probleme.“ Ich so, „Ja, habe ich auch- -wie jeder, nicht?!“ – schaute desinteressiert weg.
Sie fing an zu weinen.
„Meine einzigen Freunde und Kontakte habe ich hier auf Arbeit. Daheim, privat ist das anders. Da sieht niemand was ich kann.“ Und weiter: „Schirrmi, ich tue alles für die Firma. Ich engagiere mich, lasse meine Überstunden verfallen, übernehme immer mehr Aufgaben für das gleiche Geld. Und keiner honoriert das.“ Und weiter: „Die verarschen mich jeden Tag, weil ich nicht so schön bin wie die Anderen. Immer wenn ich mal was sagen will werde ich unterdrückt, die lachen dann immer.“
Die kleine, blonde, dicke und hässliche Kollegin mit Pickel fängt nun schlimmer an zu weinen. Schluchzt. Ich sitze da und höre zu. Ich sage „Haste Dir ja grad den Richtigen ausgesucht um zu heulen!“. Sie: „Ich spüre mehr als andere Menschen, ich weiß wem ich was sagen kann. Ich bin so, wenn ich mich öffne und jemand verarscht mich daraufhin – ich könnte es nicht überleben.“. „Du bist anders!“.
Opfer!
Tja, die große, blonde, schlanke, hübsche Kollegin mit Herz, hat etwas in mir geöffnet – mir machte es noch nicht mal mehr aus als sie mir von ihrem Fingernägelknabber-Problem erzählte. Ich fühlte mich irgendwie so… so, sie hat mich erledigt und die Augen geöffnet. Die Arme – ich Armer! Menschen können so schlimm sein, lieber Gott, schenk mir Mitgefühl!
Ich fing an zu weinen.
Der großartige, einfühlsame Held bin ich wohl wirklich nicht, aber ich werde dieses Mädel und alle anderen Menschen die unter Mobbing leiden müssen, helfen wollen.
Rise Against, genauer der Song „Make it Stop“ ist für mich ein Eye-Opener: