Filmwarnung /-kritik: Human Centipede

Stop-ZeichenZuerst eine Warnung an die geneigten Leser. Wer zart besaitet ist oder Minderjährig oder beides, sollte nicht unbedingt weiterlesen. Ich will von einem Schundfilm berichten der mir am Pfingstwochenende ins Wozi kam. „Human Centipede“ – der menschliche Tausendfüßler.

Gerne würde ich sagen dass es draußen regnete, windig und stürmisch war. Also Gründe warum es unmenschlich gewesen wäre raus zu gehen, zu wandern, etwas zu besichtigen oder sich einfach in ein schönes Café zu setzen. Warum ich aber trotz halbwegs tollem Wetter daheim blieb und mir selbst die Unmenschlichkeit in meine Muckelbude brachte, davon will ich euch berichten.

Nicht an fehlenden Ideen was man denn so außerhalb machen könnte. Auch nicht an plötzlich auftretenden Phobien vor Tageslicht. Keine sich spontan entwickelnde Angst vor Menschen sondern vielmehr eine kleine aber dafür heftige Feier in der vergangenen Nacht und deren Nachwehen brachte mich schlicht dazu in die Videothek zu gehen und für die Grundlage eines meiner Hobbys zu sorgen. Nämlich heftiges Couching mit ein paar auserlesenen Filmen.

In die Tüte kamen „Der Hobbit“ und besagter „Human Centipede“. Im Nachhinein gesehen kann ich euch die Empfehlung geben zuerst den Tausendfüßler anzusehen und danach den Hobbit. In dieser Reihenfolge, die ich nicht wählte, würde sich das anschließende, heftige runterspülen des Ekels mit geistigen Getränken erübrigen. Klare Empfehlung für den Hobbit!

Wo wir nun zu „Human Centipede“ kommen. Irgendwie las sich der Klappentext ganz gut. Was Horror angeht bin ich wahrlich nicht zart besaitet. Es sollte um einen berühmten Chirurgen gehen der es sich in den Kopf gesetzt hat einen menschlichen Tausendfüßler zusammenzunähen. Es waren auch Stimmen zu dem Film angedruckt, so in etwa: „Wahnsinn! Dass es so was tatsächlich zu sehen gibt!“, oder „Ein Meisterstück des Horrors“. Auf jeden Fall wurde dieses Machwerk so großartig angepriesen wie die Filme „Alien“ oder bspw. „Es war einmal in Amerika“. Ich bin reingefallen!

Human Centipede - Beweisfoto
Human Centipede – Beweisfoto

Der weltweit bekannte Chirurg Dr. Heiter (hihi), eine anerkannte Koryphäe auf dem Gebiet der Trennung von Siamesischen Zwillingen hat wohl irgendwann mal den Knall nicht gehört und setzte sich in den Kopf, entgegengesetzt seiner Profession, Menschen zusammenbasteln. Und das sogar sehr praxisgerecht wo Nahrungsaufnahme und –ausscheidung perfekt funktionieren soll. Er erklärt den drei (also in Summe 6 anstatt 1000 Füße) bedauernswerten Opfern anschaulich wie folgt anhand einer Grafik:

Human Centipede - How it works
Human Centipede – How it works

Er entführt also drei Menschen, davon zwei relativ hübsche Mädels die nebenbei bemerkt und wie man es in Horrorfilmen gewohnt ist auch mal Sequenzen haben wo sie kreischend und spärlich bekleidet im Regen herumlaufen. Der männliche Zuschauer muss ja auch was fürs Auge haben, gelle?

Die fachgerechte, chirurgische Operation wie folgt:

  • Alle Opfer: Bekommen Kniesehnen durchschnitten damit sie nur noch auf Knien kriechen und nicht mehr auf Füßen laufen können.
  • Opfer-A (vorne): Po-Fleischlappen um den After herum ausgeschnitten. Gesicht / Mund wird verschont, dient zur gemeinsamen Nahrungsaufnahme.
  • Opfer-B (mitte): Verschiedene Zähne werden gezogen, Gesicht-Fleischlappen entfernt und Mund und Gesicht mit Hilfe der Po-Fleischlappen direkt über dem After von Opfer-A angenäht. Ebenso werden die Po-Fleischlappen auch hier präpariert damit Opfer-C entsprechend angenäht werden kann.
  • Opfer-C (hinten): Das gleiche wie Opfer-B, aber der Po wird verschont und dient als gemeinsames Ausscheidungsorgan.

So! Fertig ist der „Human Centipede“! Eine Sprechrolle hat größtenteils nur Dr. Heiter (hihi). Die Opfer haben zu schreien, kreischen oder am Ende nur noch zu grunzen. Zwischendurch kommen mal ein paar Bullen rein die den Braten rochen. Diese werden im weiteren Verlauf ihr Leben verlieren.

Das war es auch schon. Insgesamt wie ein Kammerstück aufgeführt wo man sich fragt wo der Horror bleibt. Entsetzen eigentlich nur die ganze Zeit über sich selbst warum man sich so ein übles Machwerk reinzieht. Ziemlich viele unlogische und unpassende Szenen, von vorne bis hinten (hihi) ein Movie so schlimm und schrecklich wie ich ihn noch nie in meinem Leben gesehen habe. Und ich kann euch versichern, ich habe schon viele Filme gesehen. Wer ist schuld an dieser schrecklichen Ausgeburt an Zumutung? Tom und Ilona Six, zwei Medienmenschen aus den Niederlanden die für Endemol arbeiteten und sich für Big Brother zuständig zeichneten.

Leute, ich bitte euch – auch falls Perverse unter euch sind. Ihr werdet nie, nie und nimmer wieder froh werden wenn ihr diesen Film gesehen habt. Also ihr seid gewarnt, bitte, bitte nicht ansehen!

Oh oh, oweh, wie bekomme ich diese Bilder wieder aus meinen Kopf?

Euer Schirrmi – der jetzt dringend ein geistiges Getränk braucht

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