Der Charmeur hat einen Garmin weniger

Garmin-Grillen-Klein_Bild-Hexenstieg-WanderungEs begab sich an einem wunderschönen Juli-Samstag 2013 AD an dem sich ein paar komische Großstadt-Vögel des Schirrmi’s liebevoll umhegten und treuen Wegbegleiter, dem Garmin 60csx, bemächtigten. Wie es dazu kam? Nun ja….

Das Telefon klingelte, ein älterer Herr meldete sich mit „Hier ist der Sch…“. Ich unterbrach und entgegnete „Es kann nur einen Sch… geben. Trollanrufe lasse ich von den Bundesbullen verfolgen, du armer Wicht! Damit weißte Bescheid!“ und legte auf. *Klingelingeling* machte mein supi-Telefon wieder kurz nach dem Auflegen. „Haus des Wahnsinns. Wer spricht?“ meldete ich mich. „Äh, hier ist der M. Bitte nicht auflegen.“. O.k. Leute, nach dieser überaus korrekten Meldung war ich ein wenig besänftigt und wollte mir wenigstens mal anhören was des Früchtchens Anliegen ist. M. wollte kostenlose Beratung bezüglich GPS-Geräte die man zum Wandern gebrauchen kann. Wusste er doch dass er grade mit einem berühmten und passionierten Naturfreak kommuniziert. Stichwörter: Eiger-Nordwand, K2, Harzer-Wanderkönig.

In dem Sinne erfolgte die kostenlose, telefonische Beratung meinerseits was am anderen Ende der Leitung wohl offensichtlich zu einiger Verwirrung führte ob der schnell und professionell dahingeworfenen Facts bezüglich GPS-Geräte, der Navigation im Gelände und der Vielzahl an hilfreichen Tipps und Ratschläge. Des Gegenüber wortloses nach-Luft-schnappen erinnerte mich daran dass ich doch noch mein geliebtes Garmin 60csx im Schrank habe welches ich diesjährig eintauschte gegen ein neueres Modell.

Warum ein neues Modell? Wie Frauen Schuhe kaufen so muss auch ich mein überflüssiges Geld gelegentlich auch mal loswerden. Vorzugsweise befriedige ich meine Gelüste an der Technik-Front, was an diesem Ende dazu führte das ich mir einen Garmin 62sonstnochwas leistete. Wie auch immer, ich hauchte in den Hörer „Ich hätte da noch was. Alles dabei, supi-Gerät, mitsamt elektronischen Kartenmaterial und allem Piff und Paff!“

M.: „Wat willste denn noch dafür haben?“. Ich so: „xHundert und x EUR.“ Schon ausgesprochen hörte ich so ein Stöhnen in der Leitung, ein leises Juchzen, ein unterdrücktes, fröhliches Gekicher um daraufhin die Ansage zu kriegen das er am nächsten Tag vorbei kommt um den Deal unter Dach und Fach zu bringen. Sagte es und legte auf. Ließ mich ein wenig verwundert zurück bis ich realisierte das der Preis viel zu gut gewesen ist und auf Käuferseite kein Handeln mehr nötig war. Im Gegenteil – schnell Tschüss sagen, auflegen und hoffen dass es dann dabei bleibt. Ich Depp!

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So war es dann auch. Der Käufer wurde, P. als überaus lieb willkommenen Anhang mitschleppend, mit selbst gemachten Nudelsalat und einem kräftig angefeuerten Grill auf meinem Muckel-Balkon begrüßt. Nach einer Fress- und Sauforgie an der auch L. und F. teilnahmen, holte ich das Stück der Begierde heraus. Es folgte eine Fachsimpelei sondergleichen. Die Frauen winkten bald ab aufgrund der Technik-Informationen, die Augen anwesender Minderjährige wurden immer größer, die Münder immer offener angesichts geballter Insider-Wissens-Ladungen über die moderne Navigation. M. stellte so Fragen wie „Was ist das?“ Ich: „Der Karton.“. Oder „Wofür ist das denn?“ Ich: „Das ist eine Handschlaufe, damit kann man sich das Gerät an das Handgelenk hängen.“ Oder auch „Was passiert wenn ich hier drauf drücke?“ Ich: „Dann geht das Ding an.“. U.s.f. Herrlich!

Nachdem die Grundzüge der Technik und die Modalitäten geklärt waren ging es ans bezahlen. Er so: „O.k. wir hatten ja so und so viel ausgemacht, gelle?“. Erst erstaunt aber dann doch schnell geschaltet ob der Frechheit, M. hatte ein paar Zwanziger unter den Tisch fallen lassen wollen, presste ich raus: „Mit jedem Wort oder dummen Gesichtsausdruck was Du ab jetzt machst, wird der ursprüngliche Preis jedes Mal um einen Zwanziger erhöht!“. Leute – so schnell sah ich noch nie die Scheine über den Tisch in meine Richtung flattern.

Alles klar soweit. Dann noch C. und neuen Anhang begrüßt (Holländer!). Des F. selbst gemachte Mucke-CD gehört die ich hoffentlich immer weiter regelmäßig zum Geburtstag und zu Weihnachten erhalte, mir noch Lob aufgrund meiner Kochkünste – der Nudelsalat – einheimste, dann löste sich die GPS-Gesellschaft später auf als ich ursprünglich dachte, und fuhr nicht ohne noch vom Schirrmi-Charmeur einen leisen Abschiedskuss zu bekommen, nach Hause.

Garmin-Grillen-Klein_IMG_1288So Ihr Lieben. Warum habe ich den 62er haben wollen obwohl ich noch ein perfektes Gerät hatte? Er bietet neben ein paar Nachteilen eine Funktion die neu ist. Nämlich kann man grafisch das Höhenprofil sehen was noch vor einem liegt. Nach etlichen Wanderungen kann ich sagen dass ich diese Funktion nicht mehr haben will, denn manchmal ist es besser nicht zu wissen was vor einem liegt. Ihr wisst wie ich das meine, gelle? *grumpf*

Dann wundert mich im Übrigen noch warum man eine Pflanze nach einer Farbe benennt. Aber duften tut sie. Und sieht schön aus. Danke, liebe Petra! Gießen mag ich sie aber nicht weil der Topf kaputt ist. Ist ein Loch unten drinne, leider! 🙂

Euer Schirrmi

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