Archiv für den Tag: 23. März 2016

Schlagzeilen Kompetenz

Berlin: CSU-Abgeordneter wurde attackiert!

Seehofer empört und beschließt Maßnahmen!

Das 21-Jährige CSU-Mitglied befuhr gestern, gegen 9:30 Uhr den Kurfürstendamm während er an einer Ampelkreuzung hielt und einem sogenannten Ellenbogencheck erlag.

Kanzlerin Merkel zu dem Vorfall: „Diese entsetzliche Geschichte muss aufgeklärt werden. Mein Mitleid und ein Mitgefühl gilt den Angehörigen. Ich spreche Herrn Klaus-Dieter Müller-Lüdenscheidt mein vollstes Vertrauen aus.“

Bundespräsident Gauck äußerte sich entsetzt zu diesem ungeheuerlichen Vorfall: „Die Freiheit des Menschen ist unerschütterlich. Wenn wir, angesichts der vielen, vielen… und dann noch darüber hinaus…., dann bitte, da sind wir wir mit den Hinterbliebenen, blablabla, die bedingungslose Freiheit kann nur durch Verzicht.. blöck, mäh..

Der vorwöchig verstorbene Herr Westerwelle drückte ebenfalls sein Bedauern mit zwar starken aber doch dem Opfer und den Opferinnen gefühlvollen Worten aus: „Huch, der hatte so einen schönen knackigen… Was? Bin ich auf Sendung? Äh, der Arme, äh, wer war das noch mal?“

<Kamera schwenkt über irgendwelche weinenden Kinder, Stacheldrähte, Mutti-Bilder>

Schirrmi

Wortverbrecher

Wie einzigartig der Kiezi Wortverbrecher aufdecken kann, so erinnerte ich mich heute an meine christliche Ausbildung. Wenn ich Moses lese gehen mir immer noch Bilder der Ehrfurcht durch mein Herz – und meinem nicht mehr so heiligen Sinn. Denn mit 14 Jahr hörte es bei mir auf. Amtlich. Steuerfrei.

Heute gingen wir spazieren und ich sah und ich fürchtete mich. Denn der Große war da vor mir. Der, der viele Seiten bekam im Buch der Bücher. Der, der Wasser teilen konnte. Der, der ein ganzes Volk führte. Der, der prrrr und pffff tatta, tämtamrämmtatämm und so unglaublich war.

Ich sah in der Fußgängerzone Neuwied dass er, ER, ein Ladengeschäft eröffnet hat:

Moses-Neuwied_Moses-Neuwied

Ich fiel auf die Knie, irgendwelche Büsche fingen plötzlich an zu brennen, ein Irrgelichter um mich herum, die Frauen fingen an zu kreischen, die Babys wurden faul als Leibesfrucht während Tafeln auf irgendwelchen Bergen zerbrochen wurden. Ich sah die Auflösung:

Moses-Neuwied_Moses-Neuwied-Komplett

Hach, was war ich erleichtert! Nahm einen Schluck, meine Finger drehten, mein Mund empfing und lächelte leicht schmauchend ob dem Irrsinn den ich sogleich vergaß und sie an die Hand nahm, nach Hause fuhr.

MO(de)SE(rvice)S(ympathie)

Effizienz

Denken Sie sich mal immer wiederkehrende Handlungen. Es fällt Ihnen sicher etwas dazu ein. Wie Beispielsweise immer die gleiche Lieblingskaffeetasse auszuspülen. Oder zig-Mal je Tag die Zähne putzen. Abends den Wonderbro ab und bevor der Geliebte erwacht, wieder an. Hier könnte jetzt eine beliebig lange Liste folgen über Tätigkeiten die meiner Meinung nach nicht sinnvoll sind. So, beispielsweise, sage ich seit langem, sie müsste sich den BH nicht anziehen denn er ist eher früher als später doch wieder ausgezogen. Oder nehmen Sie den Kaffeelöffel – in meinem Muckelhaushalt wird hopp-hopp-Kaffee getrunken. Wenn man dann nach jeder Tasse den Löffel in die Spülmaschine geben würde – na? Na, wo wäre denn da mein Löffelhaushalt?

Oder, was mich in dem Zusammenhang auch ein wenig aufregt. Seitdem ich ein sogenanntes Smartphone habe. Da kommt eine Mitteilung. Ich entsperre und lese. Dann lege ich es weg. Es sperrt sich immer just in der Millisekunde wie wieder eine Nachricht reinkommt. Muss dann wieder den Entsperrcode eingeben! MILLISEKUNDEN! ENTSPERRCODE! JEDESMAL! Oder überhaupt, wenn man sich morgens anzieht. Nachts wieder ausziehen, morgens wieder an und so weiter FUCK und so fort. Zeitverschwendung, wenn Sie mich fragen würden.

Ich halte das in einer Beziehung jetzt mal recht locker. Da gibt es bei mir kein rauf- und runter mehr. Aus Effizienzgründen entschließe ich mich meinen Hosenstall immer aufzulassen. Seitdem ich mich dazu entschloss bin ich entspannter und kann locker, zwar immer noch mit Druck, vor meiner vollgepissten Kloschüssel STEHEN und habe Zeit gespart. Und keine nasse Hosen mehr wenn der Reißverschluss mal hakt. Das und noch viel mehr gehört der Vergangenheit an.

Erste Erfolge sehe ich in den Augen meiner Mitmenschen. Sie drucksen, sie schauen. Sie lächeln mich an. Sie werden hübsch rot im Gesicht wenn ich abends als Aushilfskellner meinem Job nachgehe. Auch beachte ich persönlich eine angenehmere Duftflora in meinem Intimbereich wenn er frei schwingend mit offenem Hosenstall seine Freiheit genießt. Ein weiterer positiver Nebeneffekt. Seitdem ich den Hosenreißverschluss ignoriere brauche ich auch keine Intimrasur mehr. Da kann wachsen wie die Natur es will. Schön grau-schwarz quillt es heraus. Blond wie die da hinten zu sagen pflegt.

Ja, ich glaube ich mache auch was Gutes für den globalen Umweltschutz. Empirisch habe ich es zwar noch nicht untersucht. Aber seitdem ich den vorderen Bereich meiner Hose nicht mehr schließe, habe ich den Eindruck dass sich in meiner Umgebung selten gewordene Insekten vermehren.

Zum Thema: Stellen Sie sich vor wie Sie sich mit Druck auf der Blase, blödrumhampelnd und mit Angst/Schweiß in den Augen auf langen Fluren einer Ihr ungewohnten Umgebung Erleichterung verschaffen wollen. Sie haben es endlich geschafft und stehen vor dem Klo. Sie bekommen den Hosenstall nicht rechtzeitig auf. Die Angebetete wartet auf Sie. Sie kommen vollgepisst zurück. Na?

Freedom!

Mobilization in Montabaur (Teil 2)

Letztens veräußerte ich kostenlos ein paar meiner Gedanken hinsichtlich Mobilization in Montabaur. Wie angedroht möchte ich Ihnen nun noch ein paar restliche Zeilen in Ihre Köppe die Tasten klimpern.

Den Flyer in der Hand, die Herzensdame neben mir, beides betrachtend, entschloss ich mich spontan „husch, husch“ rufend, doch noch auf den Mons Tabor klettern zu wollen. Und rief ein Taxi. Der sehr freundliche aber irgendwie stinkende, verschwitzte Schlawiner hielt auf Bitten zunächst an der Tanke um Dosenpackungen und Kippenbier einzuladen. Dann ging es auf verschwurfelten Wegen zur Lokalität. Angekommen entließ ich wort- und wutreich meine Ortskenntnisse, pubste auf den Luxussitz und verließ regelrecht brüskiert die Kutsche. Die da hinten auch.

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„Mauerwerk“ so leuchtete die Reklame unserer Hände´s Weg – des Dosenbieres zu den Schlündern. „Gluck gluck“ und „haste mal Feuer?“ nervte nicht, ich zwinkerte liebevoll die Milf neben mir an. Wir konnten grade einen Blick an die Abendkasse erhaschen. Denn recht neckig öffnete sich ab- und zu mal die Tür ein Spaltbreit und ein Clown schaute heraus. Ich blickte mit blutunterlaufenden aber mit dennoch mitfühlenden Augen hinein und Schwupps – die Tür schloss sich wieder.

Hier gibt es keine Security. Keine aufgepumpten vom Polizeidienst freigestellte, freilaufende Menschen Tiere. Hier ist es entspannt. Mit Einander versammelte man sich, alle klein – ich groß, alle süß – ich nicht, schunkelnd und vor Vorfreude bibbernd vor der Eins-A-Adresse in huldvoller Erwartung der Türöffnung um sich einen guten Platz an der Theke zu sichern. Mit Blick auf die Bühne, kürzeste Wege zum verwichsten Klo, den Schokoladen Bierbrunnen aber immer in Reichweite.

Mit wildem Blick, und ich kenne mich ja, versuchte ich mir nach dem ganzen elendigen Schnaps eine Grundlage zu schaffen und erblickte die Speisekarte. Ja, so ein Kinderschnitzel – das wäre es. Erst fressen und dann missbrauchen. Oder umgekehrt. Die Reihenfolge ist mir als langjähriger Insasse, heute Freigänger, egal. Ich bin ja nicht der, der im sogenannten halbwegs gebildeten Mitteleuropa seiner Kinder egal ist – und Knete braucht.

Mobilization-Montabaur_Kinderschnitzel_

Haha, grunz, schluck – sah ich die Damen die da vor der Tür um uns herumfrieren, hihi, kürzlich noch aufgebrezelt auf einem Abi-Ball, sehen sie heute genau gleich aus. Viel zu wenig an. Mir doch egal. „Eyh, Fotze Gradeachtzehngewordene! Schönes kein Kleid hast Du an, hehe!“ Mit einem Unterschied. Die meisten haben, ach wie verrucht, ihre Augen für ein Punkrockkonzert dunkel geschminkt. Alle dieser Zwerge waren ohne ihre Eltern da. Nur Einer nicht.

Was weiter passierte und welch ein Honk das war… Aber das will ich Ihnen morgen erzählen. Vielleicht.

Schirrmi