Archiv für den Tag: 21. März 2016

Leben im Überfluß

Vielleicht können Sie sich erinnern. Nee, lesen Sie bitte nicht weiter. Das ist hier ein Luxus-Blog, ein Geschreibsel für die Höherständigen. Für die Menschen über die man lacht. Nix für Sie. Gehen Sie bitte weiter.

Falls Ihr Verlangen immer noch danach bittet, nach Prügel fleht, dass ich vom Nahen die Pippi in Ihren Augen sehe, na dann – dann ist Ihnen nicht mehr geholfen. Dann lesen Sie weiter.

Ich schreibe hier in einem kleinen Kämmerlein. Mono die Musik weil, verteufelt noch mal, die rechte Box den Höllenschlund anheimgefallen ist. Seitdem, erlauben Sie mir bitte diese unrelevante Anmerkung – ich zwinge mein rechtes Ohr nicht zuzuhören, was einfach ist, während mein linkes per Befehl Stereo hören muss. Gut, das dumme Ding braucht noch ein paar Einheiten Manschaftsklo putzen (am Wochenende), aber langsam geht es. Für mich, was dieses kleine dumme Organ ohne Hirn nicht kann, lenkte ich es um. Am Ende hört es sich doch ganz passabel an. Musste nur auf meinem Holzboden den Sub höher drehen. So weiß ich jetzt gar nicht mehr wo der Wumms herkommt. Die da unten schon. Aber egal.

Apropro die da oben: Da Sie ja hier, ich erwähnte es schon und ich finde es sehr bekömmlich grade, diesen Snob- diesen höchsthochwertigen Blogleser, wahrscheinlich sich lieber an Ihrer Krawatte vergreifen als sich selbst an Ihre Eier zu greifen – Ja, Sie sind gemeint! Meine lieben Leser. Goldglänzend meine Armbanduhren in Ihren gierigen Augen. Meine schwülstigen Geschichten in Ihren einfachen Hirnen. Ein wenig Sex, Hauptsache Hoden – mit ein wenig Fotzenschleim ergibt es ein Gericht. Ja, lesen Sie nur weiter meine Herren – und Damen. Es geht um Sie. Um die meine auserwählte Leserschaft, nur neidisch auf des Autors Erfolg. Mir ist doch alles egal. Habe alles in Überfluss. Nicht wie ihr, Gold- und Platinbehangene Maden im gierigen Maul! Diamanten? Die nehme ich zum gurgeln. Meine lieben Yachtbesitzer, wenn Sie immer noch nicht aufgehört haben zu lesen. Eine Delikatesse die mir einmal im Monat mundet ist: In irgendeiner Wüste angerichteter Arsch – so wie Ihrer. Das kostet. Das Eis frisch rausgebrochen, Jahrmillionen alt das Eis zu unserem Glas Wodka gebracht in die Wüste nur um mit euch zu zelten und euch eure Dekadenz wortwörtlich vor Augen zu halten. Prost!

Sie zwei oder drei oder vier da draußen können auf den Knopf drücken. Bumm! Peng! Da geht sie dahin die Welt. Meinetwegen. Wir gingen drauf. Ich lade Sie ein, auf meine Yacht. Auf meine Insel. Ich animiere Sie zum Brüllen von „Helau“ und „Allaff“. Ich reiche Getränke, noch nicht mal Verständnis. Wenn Sie reden vor dem Volk, dann ist es unverbindlich. Wenn ich hasse für das Volk- verbindlich. Mein Hass ist allgemeingültig und dazu lade ich Sie ein. Meine Damen und Herren. Noch nicht Angst? Ein Cocktail hier, Handkuss da. Sie wissen es nicht.

Mir flog ein kleiner Hunger an. Spontan und ohne nachzudenken machte ich den Mülleimer auf. „Mensch Meier, Du Arsch!“ so ich zu mir kopfschüttelnd, die Zeiten sind vorbei. Und ging einen Schritt weiter und, fand den Kühlschrank. Und holte raus: Ein Stück verschimmeltem Käse wo man noch was wegschneiden kann. Ein Stück Salami, haltbar und für den Zuckerspiegel sah ich noch ein wenig prekärem Ketchup. In meiner kleinen Muckelbude.

Schweine allenthalben

Mobilization in Montabaur (Teil 1)

Letztens in Montabaur. Wem diese Stadt kein Begriff ist: es handelt sich um eine Kleinstadt im Westerwald. Da wo die Eingeborenen so lange Arme haben. Weil sie noch Keulen tragen. Und wenn man sie da wirr herumgehen sieht, passt es auch wieder. Denn die da im WW haben schmale vermatschte und vergammelte nach Jauche stinkende Gräben rechts und links ihrer ihrer schmalen Straßen und Wege. Da können sie mal locker baumeln lassen, die Arme mit den Keulen unten dran. Aber sprechen Sie sie bitte nicht darauf an. Es folgt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein „ÖCH, UH, UFF!, OCH! PRRRFFFRZRZZZZ!“ Am Ende immer „UFF“.

Warum die Evolution in dieser Gegend vor Millionen von Jahren Einhalt gegeben hat kann ich Ihnen nicht mit Sicherheit sagen. Es ist nun mal so. Man muss man damit klar kommen oder auch nicht. Beides ist schlimmer als schlimm. Aber da will ich Ihnen nichts erzählen. Hier tragen die Menschen, habe ich Menschen gesagt? Jedenfalls tragen hier die Leute die Klamotten auf, die vor 8000 Jahre mal Mode waren. Die werden quasi per Carepaket eingeflogen. Oder die Verwandten schicken mal etwas zu Ostern oder zu Weihnachten. Luftbrücke. Fallenlassen und schnell wieder weg. Eine gottverlassene Gegend. Eine von allen guten Geistern verlassene, Kleine in sich verwurzelte Gemeinschaft. Mit? Mit langen Armen. Wegen? Na, Sie wissen schon. „UFF, FRRESSDA, ÖFFFFÖFF, PRERRZZZEEZELSPRATTEL“ so oder so ähnlich kommen die wohlüberlegten Sätze aus diesem kleinen widerlichen Bergvolk heraus wenn man sie lediglich nach der Richtung fragt. Wie man hier wieder weg kommt.

Es begab sich also die Tage dass ich auf ein Punkrock-Flyer aufmerksam wurde. Hmh, jaja, höhö, schallendes Gelächter machte sich in mir erst leise dann laut und dreckig den Weg. Aber nun ja, aus Gründen wollte ich mich über das Line-Up informieren. Welches wie folgt, geplant war:

2016-03-19_Mobilization_Mauerwerk-Line-up

Sie alle wissen sicher was beim Betrachten des Fotos auffällt. Was vielleicht witzig gemeint ist. Nicht? Ich will es Ihnen erklären. Hinter den Bandnamen wird die Musikrichtig <KOMMA> <ORT> angedruckt. Und nun, meine geneigten Leser. Was um Gottes Willen unterscheidet Montabaur vom Westerwald oder Westerwald vom bekloppten Westerburg oder vice versa? Und weiter, Sie wissen es schon – es stellt sich die Frage wozu überhaupt eine Ortsangabe der aufzutretenden Wilden wichtig ist. Hat der Platz auf dem Flyer nicht gereicht um die Angaben noch um das Alter der Protagonisten oder dem erlernten Beruf der Eltern anzugeben? Oder ob es lieber von hinten oder von, hach, ich reg mich UFF! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: „PUNK, Westerwald“. Herrlich, nicht? Man stelle sich mal vor wenn sich beispielsweise damals die Sex Pistols auf den Flyern vorgestellt hätten mit: „PUNK, Kleinbüllersheim, Arschlochhausen, Dreckstadt e.v.“ vorgestellt hätten.

Ich schweife ab. Ich schweife mit Ihnen zur, und Sie ahnen es sicher, zur regelrechten Korinthenkackerei ab. Nämlich den weiteren Angaben auf dem sogenannten Flyer. Da unten versuchte man die wichtigsten Angaben zum Festival kundzugeben. Dazu wählte man eine der Schreibmaschinen nahe Schrifttype. Exkurs: Was ich damals gehasst hatte, hat man sich verschrieben musste man das Blatt wegwerfen und von neuem beginnen. Und ja, auch dass man mal Groß- manchmal auch Kleinbuchstaben benutzen musste – das war lästig aber in der damaligen Schreibung wichtig für Satz und Bild sowie Lesefluß. Dazu musste der Umschalthebel für Großbuchstaben bewegt werden was, hihi, ein wenig Kraft im Fingerchen erforderte. Nun also, wenn man es nicht besser weiß, schreibt man alles groß oder wie im vorliegenden Fall von frischen Abiturienten, einfach alles klein.

So süß fing die Vorfreude an. Und wie es weiterging, davon erzähle ich Ihnen Morgen. Oder auch nicht. Und das war frei nach Matla.

Für den vermaledeiten Gruß am Schluss fand ich einen widerlich stinkenden, mir fremden Rock in der Couchritze und zog ihn an. Saugte noch kurz an der Pief, schluckte den Alk um schreiben zu können:

Mit rockigen Grüßen,
Euer Schirrmi