Die Pfingsttorte

Dem Schorsch seine Frau. Die war mal wieder überaus nett dass es mir kam. Das Wasser im Mund. Ihr Ehemann zeigte mir während der Arbeit ein Foto von ihr – einer von ihr überaus liebevoll zubereiteten Torte. Pfingsten war in Sicht, ich wollte auch so was machen.

Pfingstsamstag – ich hatte echt keinen Bock! Aber trotzdem alles dafür eingekauft. In meiner Muckelbude gibt es eine Vorratskammer extra für Backzeug. In der Küche extra Auszugsladen für Backzeugs des täglichen Bedarfs. Eigentlich alles da. Eigentlich. Man weiß es nicht. Ich nicht. Denn diese der Hölle in die Menschenwelt entsprungenen Orte müssen, so lernte ich, mit Sinn- und Sachverstand verwaltet werden. So gingen auf Anraten der herzallerliebsten L. erstmal ein paar Lastwagenladungen von Zeuch – „MHD 1998…“ über die Wupper. Apropo Wupper: In Wuppertal gibt es sehr, sehr hübsche und nette Prostituierte. Und einen Zoo. Und Schwebebahnen die keinen Elefanten aushalten.

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Das vermaledeite MHD. L. machte handschriftlich Einkaufzettel, immer den Bestand und den Mülleimer im Blick, ich tippte lässig fehlende Zutaten in meine prekäre Smarttelefoneinkaufsliste. Gut gerüstet ging es dann in den Weltkrieg. Denn es stand ja ein Feiertag bevor. Sie hamsterten, sie schlugen und traten, sie schlugen sich die Köpfe ein – wenn sie mit ihren SUV’s die Fahrt überstanden hätten. Der Rest der Futterneider befand sich immer exakt genau vor dem Regal wo ich etwas entnehmen wollte. Zucker? Bodycheck! Kakao? Mit den Wagen in die feisten Bäuche rammen! Sahne? Den senilen, jungen Jungrentnern die Krücken weghauen! So ging das, so lief ich mit L. durch den Hüter. Sogar den letzten Rest meines aktiven Joints musste ich einer krakeelenden Frau ins Gesicht brennen damit der Platz vor der Butter freigeräumt wird.

„Ähm. L.?“ „Schmeckt der Biskuitteig denn nicht irgendwie nach Kräutern oder irgendwie Irish wenn ich diese Sorte Butter nehme?“ nuschelte ich zu ihr. „Nö, wir brauchen keine Butter für Limp Bizkit“. Na dann ist ja alles klar.

Jedenfalls braucht mal wohl offensichtlich keine Butter für Biskuit. Heften Sie sich das bitte in Ihrer Biskuit-Tipps-und-Tricks-Schublade ab. Bitte! Gerne!

Comp_IMG_7478Daheim und schon ganz schön angeekelt, an meinem Kotflügel brachte ich achtzehn weitere Kerben an „Rentner zählen doppelt“, hatte ich noch weniger Bock auf backen. Zog ihr die Hose runter und klatschte erstmal drauf los – auf die Backen. Aber der innere Schweinehund bellte und grunzte. Sodass ich meinen Joker aus dem Ärmel schüttelte: L.! Während ich doofe und mit Rechtschreibfehler versehene Blogs klimperte, klapperte sie in der Küche herum. Ab und zu brüllte ich noch, halb wüst, halb liebevoll ob das nicht ein wenig leiser ginge. Doch L. kennt das Geschäft. In- und auswendig. Sah ich ihr mit dem kleinen Finger im Po zu als sie die Kackbraune Masse reinschob. Verzückt fing der warme Ofen an zu glitzern.

Als es nach vorgeschriebener Zeit soweit war den kackbraunen Haufen unter Stöhnen und immer noch mit Handschuhen wieder rauszubekommen, lag – ich assistierte – ein Gitter parat. Wir stürzten das Opfer und gaben ihm eine Nacht lang Zeit damit er sich über seine Sünden Gedanken machen kann.Comp_IMG_7483 Im Grunde bin ich ja ein Menschenfreund. Herzensgut – im Grunde. Der verschissene Scheißhaufen war zwar recht am blöken ob der Qual im Ofen doch spürte ich dass das Ding nachts kalte Füße bekommt. Und spendierte ein eigens handgehäkeltes Strickperwolldeckchen welches ich meiner Oma letztens aus dem Sarg klaute und legte es zur Ruhe während ich die versammelte Gemeinde zum kleinen Tod bat. Ich hörte Papa Roach.

Mit der noch geschlossenen Kirschwasserflasche endet es hier. Wie es weiter ging mit der Pfingstorte erzähle ich Ihnen morgen.

Böööörrrrrbssss! Huch!

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