
Mit vor Erschrecken erstarrtem Gesicht muss ich sehen dass Blog #10 (wkw) weg ist! Wo ist er hin? Ist es ihm eingefallen ein neues Plätzchen zu suchen wo es ihm besser geht als bei wkw? War er maulig weil #9 und andere sehr viel länger sind? Hat ein Mitglied einer Protestbewegung „Siegburg21“ diesen Blog entführt und hält ihn in einem dunklen Keller mit verbundenen Augen bei Wasser und Brot gefangen? Oder war es lediglich ein unbedarfter Klick des Besitzers der sich dessen schämt? Ich glaube diese Fragen bleiben zunächst ungeklärt. Was nicht schlimm ist, denn Neugierde kann ja was feines sein. Nur so viel dazu – ich habe eine Sicherungskopie, hah!
Immer noch ein wenig #10 nachtrauernd gibt es aber auch mal wieder Neues zu berichten. Welches männliche Lebewesen des menschlichen Geschlechts hat sich noch nicht gefragt nach dem Einen, dem Großartigen, dem Einzig wahren Rezept sich bei der anmutigen Seite der Spezies Mensch, der wunderbaren und zauberhaften Damenwelt, beliebt zu machen? Noch immer Gedanken an das schöne Geschlecht herumwälzend beantworte ich die Frage zumindest für mich selbst dass ich das Rezept gefunden habe. O.k. ich gebe zu es ist bestenfalls Jahreszeitlich sowie Locationabhängig, aber mit viel Phantasie wird sich der geneigte männliche Leser eine Ableitung bilden können.
Nun, es begab sich zu einer Zeit in der die Weihnachtsmärkte ihre Pforten öffneten. Gleichzeit begab sich diese Geschichte in einer deutschen Großstadt an einem Samstag! Diese Großstadt ist bekannt für Ihre Menschenmassen die nur eines im Sinn haben – shoppen! Stündlich werden ca. 100.000 Shoppingbegeisterte in der Bundesweit höchstfrequentierten –Meile gezählt. Die Radiosprecher, Stadt- und Bundespolizei warnten, es wurden Straßen abgesperrt um Parkplätze für die von außerhalb per Reisebusse einreisenden Heerschaaren von mehr oder weniger zivilisierten Menschen bereitzustellen. Wenn nun jemand nur einen leisen Funken des Verständnisses für den Schreiber hat, so mag er gut nachvollziehen können dass diese Kombination die Hölle auf Erden für den Mann, mich, darstellt.
Trotz dieser widrigen Umstände haben mich sorgfältige und reifliche Überlegungen („Frau! Haben will!“) dazu gebracht das liebreizende und großzügige Angebot, doch mal auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, anzunehmen. Und nun passierte etwas Unglaubliches! Einigermaßen in Hochstimmung ob des anschließenden Geschenks in Form von Zuneigung und Lob der Abgebetenen, begab man sich zu Nummer 1, Roncalli. Leise in sich hinein fluchend aber tapfer die Hand der zauberhaften Begleitung greifend, wurde dieser Weihnachtsmarkt wie im Fluge bewältigt. Frohlockend auf das Geschenk erfuhr ich wie nebenbei dass das ja kein Weihnachtsmarktbesuch war. So ging es dann zum Alter Markt. Köstliche Äpfel in flüssiger Form mit Schuss machten diese Nummer 2 recht erträglich und zufrieden. Glücklich und zufrieden machten sich nun der Schreiberling und Herzensdame nach Hause – nur um zu erfahren dass K. doch noch mehr als einen Weihnachtsmarkt hat und sich die beiden doch noch später am Rudolfplatz (Nummer 3)einzufinden haben zwecks Begutachtung des Galans von kritischen Blicken verwandtschaftlichen Verflechtungen in Form von Cousine samt Anhängen. Die Menschenmassen mit einhergehenden Rippen- und Nasenbrüchen meinerseits steigerten die Hoffnung auf Betäubung durch alkoholische, jahreszeitlich bedingten Heißgetränken. Leider konnte die notwendige Menge an natürlicher Medizin nicht eingenommen werden. Gründe waren zum einen dass die Jagd auf einen Becher Genuss gefühlte Stunden dauerte, dieses dafür aber kalt und grauselig schmeckend den lechzenden Gaumen passierte. Herumwuselnde und –flitzende nach Freiheit suchende Babys machten die Sache doch einigermaßen interessant so dass nach erfolgreicher Musterung die Becherabgabe glücklicherweise bereits nach einer halben Stunde erfolgen konnte. Ich muss wohl nicht extra erwähnen dass die versammelten Massen gezielt auf meine angebrochenen Rippen rempelten. So, noch ganz deppert aufgrund dieses eigentlich nicht sehr erwähnenswerten Weihnachtsmarktes und der offiziellen Bekanntmachung mir noch sehr fremden Menschen ging es glücklich auf den Trottoir nur um vom Regen in die Traufe zu kommen. Horden von fremdbürgerlichen Jugend-Rotten und ehemaligen Insassen von Reisebussen traten mir auf die Füße im Versuch meinen doch einigermaßen ärgerlichen Blicken auszuweichen. Der geneigte Leser mag sich nun an meine Empfehlung halten, nämlich bei gleichartigen Erlebnissen derbe Stiefel mit Stahlkappen zu tragen! *hihi* – man möge mir diesen Ausbruch verzeihen J
Schnurstraks ging es nun quer durch K. zu Nummer 4, Weihnachtsmarkt Stadtgarten! Ziemlich einsilbig geworden und das Leben, sich und seine eigenen Entscheidungen verfluchend dröhnte auch schon des Schreibers Lieblingsmusik vom Stadtgarten entgegen. Nämlich Jazz-Musik per Live-Darbietung. „Fuck!“ durchfuhr es mir. „Das ist der krönende Abschluss!“ Die anschließende Entscheidung von „warmen“ Tee mit Geschmack auf Bier umzusteigen erwies sich als tröstend und beruhigte mich ebenso wie das Leben doch immer weiter geht, wie z.B. in Form von Kamera-Nahaufnahmen per Weitwinkel im Dunkeln und dann noch böse angeblitzt in das Gesicht eines höchst gestresst und lächelnd müssenden Schirrmis. Ein leises Schmunzeln überzog dann doch mein Gesicht als ich einigen stark wankenden Leuten beim Verlassen des Geländes hinterherrief „Wie? Hat es etwa keinen Spaß gemacht?!“ Im Stillen brüderlich mit den Glücklichen vereint hoffte ich auf ein baldiges Ende des Weihnachtmarkt-Marathons welches sich sobald in Form eines langen aber unaufgeregten Spaziergangs – „Ich muss mal!“, „Ich kann nicht mehr!“, „Wenn ich aber doch Pipi muss?“ beim guten Che Guevara am Ring in Form von erstklassigen Cocktails einfand.

Aus Gründen des Jugendschutzes muss nun dieser Blog enden. Soviel sei verraten, am Ende hatte sich der Horror gelohnt obwohl ich diese oben beschriebene Angelegenheit nicht weiter empfehlen würde. Dann doch von vorn herein Verzicht üben und einen schönen Tag verbringenJ.
Euer Schirrmi!
P.S.: Der nächste Tag führte mich tatsächlich noch zu Nummer 5 – Weihnachtsmarkt am Rheinauhafen. Dieser Besuch wurde mit einer herzhaften Bratwurst und einer immer noch glücklichen S. belohntJ. Danke für das WE! Ich notiere innerlich einen Vorsatz für das nächste und viele weitere Jahre – Weihnachtsmärkte, Menschenmassen, Samstage in K., shoppen.. all diese Dinge sind nur erfunden worden um liebenswerte Damen glücklicher und hoffnungsvolle Jungs depressiv werden zu lassen.