Winni Puuh oder das Date mit fatalen Folgen

Bermudadreieck, Kölle (Achtung: Arsch zusammenkneifen!)
Bermudadreieck, Kölle (Achtung: Arsch zusammenkneifen!)

Der goldene Oktober ist vorüber, der November scheint ebenso wertvoll wie schön zu sein und was liegt da näher als ein herrlich zauberhaftes sowie denkwürdiges Wochenende zu resümieren? Mit einem kurzen aber dafür unerwarteten Hüpfer über Bonn ging es zum eigentlichen Ziel, nämlich nach Kölle. Wenn der Schreiber von Kölle spricht, so fabuliert er nicht unwesentlich ambivalent über diese denkwürdige Stadt am schönen Rhein. Denn Hetero ist seine Profession, doch mit einem leidlich gut aussehenden Hintern gesegnet lauert die Gefahr in dieser „süßen“ Stadt doch an jeder Straßenecke.

Nach kleineren Hürden im Kölner Stadtverkehr konnte das Landei dank einer gut funktionierenden und sehr persönlichen Navigation den ersehnten Parkplatz ansteuern, alle Schranken öffneten sich quasi per Wink und schwupps – konnte der Klein-Elch in sein verdientes Wochenende gehen bevor es mit einem doch eher Stadt-Praktikablem Fahrzeug und einer ebenso hübschen wie souveränen Taxifahrerin in die „Tiefen“ der Kölner Innenstadt ging.

Ausgehungert aber doch spannend erwartungsvoll wurde die VIP-Betreuung entsprechend fortgesetzt und mit keinerlei Klagen wurde das abendliche Programm vorgestellt. Es hieß dass man sich doch eine Kölsch-Brauerei zu Gemüte führen könnte. Das klang zunächst harmlos und der Schreiberling willigte recht bereitwillig ein was sich später in Verwunderung und noch ein klein wenig später in eine Situation der besonderen aber dafür auch recht speziellen Art wandelte.

Der fröhliche Gemeinsinn einer Kölsch-Kneipe in Köln (Ach!) lässt einen recht schnell die draußen vorbeirauschende Realität vergessen. Bis auf einige wenige Ausnahmen, nämlich wenn die Nikotin-Sucht eher die Gemeinschaft vor – anstatt hinter der Türe bevorzugt. Neben wiederholten Gedanken an den nun körperlich erfahrenen Song „Vun DrinneNoh Drusse“ wurden Gedanken an die „warme Nacht“ der Köllsche Nacht wach. Ich bitte um Verzeihung für diesen Kalauer! Aber zurück – nicht alleine in dieser neuen Art der Raucherkultur vor Türen auf Straßen sondern die Vielzahl an schönen, coolen, männlichen Stadtbewohnern die höchst interessiert und mit wohlwollenden Blicken eine allgemeine Musterung des Westerwald-Rauchers vornahmen, sondern auch die auf- und abschwellende, in Kölsche Dialekt verstandenes Gesinge und Gesänge sorgten für ein typisches Ambiente welches man beispielsweise in Untertupfingen so nicht kennt. Was aber nicht schlimm ist, vielmehr wird man unverhofft doch an die eigenen Toleranzgrenzen erinnert. Was ebenfalls nicht schlimm ist, weil schön.

Wenn sich bis jetzt jemand fragt was der Schreiber hier herumsülzt und er wolle doch langsam mal zum Punkt kommen so kann ich dem Jemand beruhigend antworten dass es nun soweit ist. Abschweifenderweise aber doch zum Verständnis wertvoll muss noch erwähnt werden das eine Staat- und Kirchliche Zusammenfügung von Mann und Frau für den Fabulierenden genauso unddenkbar ist wie mit Lichtgeschwindigkeit fliegende Frikadellen die von Zeit zu Zeit eine Portion Senf von unbekannten Planeten einsammeln. Umso erschreckender ergab es sich dann alsbald das der Köbes, Winnie Puuh, sich anschickte, locker mit einer Getränkekarte wie mit einem Gebetbuch herumhantierend vor der dem doch recht schicken Paar aufbauend eine ehrfurchts- und salbungsvolle Miene zu machen. Die Worte die dann zur allgemeinen aber doch recht unpassenden Heiterkeit sorgten, waren wohl bekannt aus Schrift und Bild, sollten aber jetzt dem Autor und seiner überaus charmanten Begleiterin persönlich gelten. Über „Willst Du, liebe.. „ dann antworte mit einem „Ja“. „Willst Du, lieber Schreiberling..“ dann antworte mit einem „Ja“. Somit begab es sich also nach einer mit recht nettem lokalkolorit angehauchten Ringanpassung dass der Schreiberling das erste Mal in seinem Leben verheiratet wurde. Gültigkeit 24 Stunden. Wenn das Paar verlängern möchte sollte es sich wie gewohnt frei und ungezwungen wiederum in besagter denkwürdiger Gaststätte einfinden. Nach diesem überraschenden Ereignis flogen noch so manche Kölsch in die Kehle aber auch ebensolche Stangen auf den Boden.

Die Rettung vor diesem Schweinepriester, ähm, Winni Puuh wie er sich elegant und großstädtisch nannte, kam mit der sich jeden Tag wiederholenden Prozedur, der Konzession folgend, nämlich um 24:00 Uhr Feierabend machen zu müssen. Frisch verheiratet und immer noch ein wenig sentimental ging es am Nikolaus (ein riesengroßes Deja-Vu) vorbei direkt nach Cuba wo Che Guevara anders als in einer anderen rheinischen Stadt höchst leckere Cocktails mixte um dem frischen Brautpaar die Angst vor unausweichlichen Konsequenzen nahm und sich nicht nur aus ebendiesen Grund eine gewisse Vorfreude auf die Hochzeitsnacht breit machte.

Es ist sicher nicht mein letzter Besuch in dieser Stadt die ich dem geneigten Leser „wärmstens“ ans Herz lege J. Das Wochenende ende ich nun recht kurzweilig mit einer Musik Empfehlung. Nämlich mit „Deckchairs and Cigarettes“ von The Thrills.

Euer Schirrmi