Wechselbalg

Klein_Schirrmi-08Bild014Die Sonne strahlend hell, hoch oben im Himmel der fröhliche Gesang einer Lerche. Die Natur so strahlend bunt und voller Leben wie konkurrierend zu den immer kürzer werdenden Röcken der Damen. Ausgelassene Freude und albernes aber ansteckendes Gegackere bei den Anwaltsmädels die draußen auf der Wiese voller Lebensfreude auf den bereitgestellten Gartenmöbeln ihre Mittagspause genossen. Wo man nur hinsah, freundliche Gesichter, blinkende fröhliche Augen, Aufgeschlossenheit und eine gewisse Verbundenheit unter allen Büroarbeitern die offen, stillschweigend, den wundervollen Tag in ihre Herzen aufsogen.

So kam ich aus der Mittagspause. Im Büro wunderte ich mich dann ein wenig. Hatte ich doch das Gefühl das man mich irritiert mustert. Manchmal verhohlen – die schüchterne Fraktion, selten unverhohlen, die eher mit Frechheit gesegneten Kollegen. Kritisch die Musterung hier, feines Grinsen um den Mundwinkeln dort. So ging das bis mich der Mutigste unter ihnen ansprach. Ob ich denn jetzt einen auf Mädchen machen würde?

Was war passiert? Heute war Anzugtag angesagt. Meeting mit Geschäftskollegen bei denen ein gewisser Dresscode einzuhalten ist. Das Treffen verlief prima und sehr konstruktiv in einer angenehmen Atmosphäre. Nach Abschluss des Meetings aber, ich bückte mich unter den Tisch um vom Beamer das Netzkabel aus der Steckdose zu ziehen, hörte ich ein Geräusch was sich wie Reißen von Stoff anhörte. Meine Hose! Am Arsch, im wahrsten Sinne des Wortes. Tja, würdevoll und dankbar über die bemüht gleichgültigen Gesichter meiner Geschäftspartner, erhob ich mich und packte verschiedenste Tricks aus meiner Trickkiste meinem Zauber-Repertoire aus um ja nicht von hinten gesehen zu werden.

Betont lässig und gemütvoll verließ ich dann die zur Mittagspause die Arbeit um nach Hause zu fahren. Nicht das ich großen Hunger gehabt hätte oder das mein Allerwertester nicht ein wenig Sonne gebrauchen könnte. Nein dachte ich wohlüberlegt, den Nachmittag mit einem weiteren, international mit hübschen Kolleginnen besetzten Meeting, wollte ich doch in korrekter Kleidung verbringen. Schwuppsdiwupps, daheim eine andere Hose an und flott einen Curryking in die Mikro. Was im Nachhinein betrachtet ein Fehler war.

Diese dumme Speise hatte so etwas wie eine gemeine Seele und meinte wohl dass ich auch ein anderes Hemd anziehen sollte. Dachte es und verspritzte in wonniger Pracht das nicht mal so leckere Soßengedöns auf mein Oberhemd. Ah! Perfekt! Vielen Dank!

Nun denn, auch noch ein anderes Hemd. Und wo wir schon dabei waren, verspürte ich ein gewisses Leck-mich-am-Arsch-Gefühl, tauschte die frische Anzugshose gegen meine Lieblingswohlfühlhose, dazu ein passendes legeres Hemd. Die schwarzen Businessschuhe passten nun ebenso wenig mehr wie der Gürtel. Also, alles anders – so kam ich nach kurzer Zeit wieder ins Büro zurück.

Mein Lieblingskollege (nun ehemalig) zu mir: „Schirrmi, wir kennen Dich ja als jemanden der einen tadellosen Kleidungsstil pflegt. Aber, meinst Du nicht das es was übertrieben ist Dich anlassbezogen, mehrmals am Tag umzuziehen?“. Das in diesen Worten unterschwellig zu hörende „Pussi!“ überhörte ich geflissentlich. *Grmpf*

Ich wünsche euch einen schönen Abend!

Euer Schirrmi

P.S.: Kontraste machen das Leben aus, daher ist das Beitragsbild, nun ja, nicht Jahreszeit gemäß. 🙂

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