Salzsäule und Schadenfreude

Ehemaliges Stadtarchiv, Köln
Ehemaliges Stadtarchiv, Köln

Ich muss gestehen, der Name „Dennie Klose“ ist mir ein Begriff. Der betreffende Herr mit dem süffisanten Grinsen und der halbdebilen Art das TV-Format „Upps – die Pannenshow“ zu präsentieren wäre so gesehen schon hinreichend Grund für den Titel der genannten Sendung. Aber ich verliere mich nun nicht in Gedanken über geschätzte 160 kg Frohsinn, sondern möchte den geneigten Leser auf eine Bibelstelle hinweisen, nämlich Kapitel 19, Vers  26 aus dem 1. Buch Mose „Und sein Weib sah hinter sich und ward zur Salzsäule.“.

Es liegt mir sehr fern allgemeines Interesse zur Bibel zu wecken, allerdings komme ich nicht umhin ein feines, meinen Mundwinkeln entspringendes Lächeln zu gestehen wenn ich an einen wundervollen Spaziergang durch K. gedenke. Meine euch mittlerweile wohl bekannte, persönliche Fremdenführerin S., las mir meinen Wunsch von den Augen ab. Nämlich die Besichtigung des letzten Streiches der Kölner, die verbrecherische Zerstörung des damaligen größten deutschen Kommunalarchivs, welches den zweiten Weltkrieg schadlos überstand, aber dem Kölscher Klüngel im denkwürdigen Jahr 2009 nicht mehr gewachsen war.

Der Nichteingeweihte kann nur noch schwer erahnen an welcher Stelle das Kölner Stadtarchiv stand. Eindrucksvoll aber blickt man in riesige Löcher die an Bombenkrater aus dem 2. Welt…, ähm, sorry, das hatten wir ja schon. Also, höchst beeindruckt blickt der Schreiberling um sich, nicht fassend welchen Grad der Zerstörung ein Konglomerat an Betrüger, Diebe, Fälscher und Menschentöter eine solche Unordnung anrichten können und erblickt…. wie gleichermaßen von Menschenhand und Natur geschaffene Statue die mich augenblicklich an erwähnte Bibelstelle erinnert. Siehe Foto im Sammelsurium (Salzsäule). Diese aus der Baustelle herausragende Säule ist sicher nicht aus Salz, reicht aber dem Gerechten grade so zum Nachdenken über die Art und Weise der Bestrafung nach alter (göttlicher) Sitte.

Ehrfurchtsvoll und ein wenig beeindruckt wurde noch still sinniert wie es wäre wenn diese zugefrostete Statue (im November, bei Plus-Graden) tatsächlich aus den Gaunern bestünde die auf ihr Werk zurückblickend zur Salzsäure erstarrten bis man sich bei ein paar leckeren Stücken Kuchen und einem herrlichen Kaffee angenehmeren Gedanken hingab.

Muss noch eine Erklärung folgen was Herr Klose für eine Rolle spielte? Ehrlicherweise wollte ich zunächst über die Unfähigkeit der Kölner aus Schadenfreude lauthals lachen. Als mir aber das Bild des Katastrophentouristen in den Sinn kam blieb mir die Schadenfreude im Hals stecken. Und das ist mir eine Lehre.

Euer Schirrmi