Der Gefäßsommer

Herbst, meine Damen und Herren. Ist es nun. Farbenfroh und kalt hat er uns erwischt. Gut, farbenfroh noch nicht, wenn man mal von den blauen Flecken an den Oberarmen absieht. Aber das ist ein Insider welchen ich nicht näher erläutern kann – will. Also Herbst. Zeit um mal eine heiße Tasse Suppe oder Tee, Sermon oder auch gerne auch mit Zitronenpfeffer gewürzten Allerlei zu sich zu nehmen, als jungengleicher Gott selbstverständlich zunächst mal abzugeben. Bevor man es selbst probiert, harhar.

Ein Füllhorn im Wahrsten Sinne des Wortes. War der Sommer für mich. Das Horn kann gießen, es nimmt aber auch auf. Ausgehöhlt meine ich. So wie es die Alten benutzt hatten. Das Horn. Ich meine, geht jetzt nicht auf die Weide und sägt irgendein Horn ab und wundert euch dass man weder draus trinken noch etwas einfüllen kann. Oder umgekehrt. Was liegt also näher als euch in Form einer kleinen bildlichen Darstellung einige Gefäße vorzustellen, je mit Vor- und Nachteilen.

Aber sehet selbst:

Comp6Es begab sich also im Sommer anno 2015 dass Herr Sir Senior-Rittersmann Joh van der Waterpiep dubioseste Bekanntmachungen auf des Ritters Burgtoren vorfand. Da hieß es „Oh liebes, verehrtes und hochgeachtetes Volk (Gesindel)! Höret und staunet. Im Fünfzigjährigen Gedenken, noch lebt er, und wird ausgerichtet: Ein buntes Treiben mit allerlei schelmig Trubel, mittendrein Spiel, Spaß, Trank – Weibsbilder nicht zu knapp. Am Ende treten Herren an. Im gegenseitigem, respektvollem Kampf. Die Löcher feucht, die Lanzen hart. Da der eine Herr zum Knappen: „Das wird ein harter Ritt!“. Die Jungfer seufzt „Wär ich doch noch mal jung, hätt‘ einiges anders gemacht. Doch jetzt, alt, grau trotzdem geil, bin ich angesichts der knackigen Herrschaften dumm, weiß weder ein noch aus – meine Katze heißt Muschi, mein Hund – der heißt Schoß.“

Der Erste von drei Waffengängen.
Versammelte Gesellschaft: „Haut euch die Köpfe ein!“
Edelmann Johi: „Nö! Sieht doch Scheiße aus mit eingehauenen Kopf.“

Der Zweite von drei Waffengängen.
Geifernde Menge: „Arm ab! Bein ab!“
Edelmann Johi: „Brrr, Ihr verehrtes Herrenvolk. Gleich, wartets ab.“

Comp4Dritter von drei Waffengängen.
<“Aus Versehen bricht der Hengst aus, überspringt mitsamt dem Edlen die Absperrung, die Lanze schwingt, die Hellebarde findet Opfer, der Morgenstern wird satt, Blut spritzt – Gedärme fliegen.>
Edelmann Johi: „Oh, hat’s weh getan mein Volk?> „Das war der unangekündigte vierte Waffengang“ – die Meute auf den Tribünen lacht und geiert – hahaha! – Volk weint.

Nee, im Ernst. Der Protagonist hat was bekommen. Einen Krug.

Später dann noch einen. Warum weiß er nicht. Aber verdient wird es wohl gewesen sein. Später dann noch einen. Tja!

Comp2

Nun sind sie hier. Unausgetrunken. Unausgesprochen, bis jetzt, die Qual. Leck mich mit eurer Scheiß-50-jährigen-Gehirnwäsche. Nett von Dir mein Lieber eine überaus verteuerte Tasse Deinem Herrscher zu präsentieren. Danke, Du junges String-Schweinchen für das bunte Behältnis.

Comp9

Ich entscheide mich für den Bunten Becher – für Jill. Finde ich am attraktivsten.

Schirrmi

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