
Warum ist das deutsche Kino so schlecht? Warum sind deutsche Kino-/TV-Filme so mies? Meiner Meinung nach liegt es am Mangel an guten Drehbuchautoren. Nämlich wenn der Regisseur auch gleichzeitig das Drehbuch schreibt, kommt selten was Gutes dabei heraus. Oder anders herum.
Dabei gilt es doch lediglich nur vier Grundregeln zu beachten (US-Popcorn-Kino). Nämlich:
1. Korrekte und exakte Richtungsangaben
- Wird jemand nach dem Weg gefragt, antwortet der Gefragte selbstsicher: „Zwei Meilen nach Osten, dann abbiegen und eine Meile nach Süden.“ Alles klaro!
- Ein Haus wird vom Special-die-Besten-der-Besten-SEK gestürmt. Der Täter flüchtet. Das Opfer kann grade noch so röcheln: „Er ist in Richtung Westen geflüchtet.“. Aha!
- Wo ist der nächste Truckstop? „Vierzig Meilen Nord-Nord-Ost.“ Danke!
2. Die „Am-Strand-Aufwach-Szene“
- Auf hoher See. Sturm, Orkan. Das Schiff geht unter, unglaublicherweise überleben der/die Hauptdarsteller. Nämlich: Schlafen am Strand/Küste und wachen grade auf, reiben sich den Schlaf aus den Augen. Alles gut.
- Flugzeug in 8000km Höhe über dem Atlantik. Richtung Süd-Süd-West. Eins von zwei Triebwerken löst sich mit Qualm und Getöse. Uhh! Blicke der Piloten nach rechts, das Zweite von zwei Triebwerken verabschiedet sich ebenso in die dunkle Tiefe. Schnitt! Dann: Schlafen am Strand/Küste und wachen grade auf, reiben sich den Schlaf aus den Augen. Alles gut.
- Boot auf dem Fluss. Angriff von <Krokodil|Piranha|Monsterseepferdchen|SEK-Tauchüberfallkommando>. Protagonisten schlafen am Strand/Strandbank/Küste, wachen auf, reiben sich die Augen. Alles gut.
3. Auto springt nicht an
- Durch irrwitzige Situationen landet das Auto aus ca. 300 Meter Höhe von einer Brücke unten auf Eisenbahnschienen. Auto intakt, Hauptdarsteller ebenso. Gemeinsames Augenreiben, ohh, Glück gehabt! Von vorne nähern sich Lichter. Ein Zug. Griff zum Autoschlüssel, ähähähäh, stotter, der Motor springt nicht an. Die Lichter nähern sich und werden schnell, immer größer.
- Grade noch entkommen, dem Serienmörder im Truck hinter uns. Truck fuhr schneller als unser getunter Ford Mustang. Gerettet in einem dunklen Feldweg. Dann, grelle Lichter von hinten. Der Truck kommt. Griff zum Autoschlüssel. Wagen springt nicht an. Die Lichter kommen schnell immer näher…
- Banküberfall. Alles glatt und ohne Komplikationen verlaufen, keine Verletzten. Mit den Millionen schnell zum Fluchtauto rennen. Rein, nicht anschnallen, die Masken noch auf dem Kopf. „Los, los, los!“ brüllend. Und? Ihr wisst schon – der Wagen springt nicht an. SEK nähert sich bereits.
4. Die Weglaufszene (gerne auch in Zeitlupe)
- Serienkiller verfolgt den/die Hauptdarstellerin. Der/die läuft in voller Panik weg. Allerdings recht langsam, stolpernd, fällt hin, rappelt sich wieder auf. Der supi-schnelle Serienkiller kommt bewundernswerterweise aber nicht näher ran.
- Ein Vergewaltiger hinter einer leicht bekleidenden, sexy Frau her. Sie läuft in Zeitlupe weg damit man auch ordentlich die Titten rauf und runter hüpfen sieht (gerne auch mit einem Wet-T-Shirt). Der Vergewaltiger läuft wahnsinnig schnell, aber nicht schnell genug!
- Ein riesiges Raumschiff, so groß wie eine Kleinstadt wie z.B. Montabaur, ist von Neutronenbomben empfindlich getroffen worden. Der gutaussehende Raumfahrtrebell musste seinen Gleiter per Kopfsprung verlassen und landet auf dem überaus lebensfeindlichen Planeten ohne Sauerstoff, ohne Schutzausrüstung. Puh, noch mal Glück gehabt! Alle Knochen heile! Da, von hinten kommt das abstürzende, Kleinstadtriesige Raumschiff angeflogen. Held rennt und rennt, der Schatten der herabstürzenden Kleinstadt wird immer dunkler, Held rennt immer noch, großes Teil stürzt in Zeitlupe – was dem Protagonisten hilft sich mit einem Sprung zur Seite in Deckung zu retten bevor das Ding den Boden des gesamten Planeten durchpflügt. Schwein gehabt, denkt sich der überaus gutaussehende Held, wischt sich den Schweiß von der Stirn, lässt lässig die Muskeln spielen und nimmt eine hübsche Raumfahrerin in den Arm.
So, ihr angehenden Drehbuchautoren, wird der Stoff für den Oscar geschrieben! Nehmt es euch zu Herzen!
Nichts zu danken. Euer Schirrmi