Archiv für den Tag: 15. November 2017

Something In The Water

Kennen Sie den Song „Something In The Water“ von Brooke Fraser? Den hörte ich vorhin im Radio auf der Rückfahrt von der Knochenmühle. Ich war auf dem Weg zum Aldi weil meine Dose Eier Ravioli langsam zur Neige geht. Es ist zwar immer noch ein wenig weißes Pulver, mein „Nahrungsergänzungsmittel“ da, aber man möchte doch ab und zu was richtiges (hihi) essen.

Jedenfalls erinnerte mich der Song an meine frühkindliche Jugend. Wir waren daheim mindestens ca. 18 Kinder und am Badetag badeten wir, um Wasser und Strom zu sparen, oft zu Zweit in der Badewanne. Ja genau. Daran erinnerte mich der Song. Wenn da manchmal so Dinge im Wasser rumschwammen die da eigentlich nichts zu suchen hatten. Nein, kein Spielzeug. Ich nenne es mal „U-Boote“.

Die Knochenmühle mit Charmeoffensive

Manch Einer unter dem Joch eines unselbständigen Arbeitsverhältnisses wünscht sich ja mindestens die Frührente herbei. Ich gebe zu dass ich ab und zu auch zu diesem Personenkreis gehöre. Mindestens. Doch manchmal gibt es Tage in der Knochenmühle, da geht mir das Herz auf. So auch heute.

Das HR-Department (Personalabteilung) lud ihre Mitarbeiter zu einer Workshopreihe „Umgang mit dem Kopfkino“ ein. Teilnahme wäre freiwillig und gratis sowie jeder der Workshops würde wohl ca. 4 Stunden dauern. Flugs meldete ich mich an. Denn wenn es da was von der Knochenmühle gibt, bin ich dabei! Denn viele Vergünstigungen mit denen man mich von einem hochprofitablen Unternehmen weggelockt hatte, sind mittlerweile gestrichen. Wenn ich sage viele, dann meine ich das so. Der Dienstwagen (gut, per Gehaltsumwandlung), das DB-Jahresticket 1. Klasse, Dienstreisenflüge nur Business-Class, ständig weiter verwässerte persönliche Zielbonis auf die man keinen persönlichen Einfluss mehr nehmen kann. Diese Liste ist unvollständig und soll nur als Beispiel dafür dienen wie froh man ist wenn was geboten wird. Dass man alles mitnimmt was die Personalabteilung „gratis“ anbietet.

Die kleine Gruppe fand sich also heute zum „Umgang mit dem Kopfkino“ ein, erstaunlicherweise war mit Kaffee, Gebäck und Kaltgetränken eingedeckt. Gratis! Bei Kaffee und Smalltalk erfuhr ich dass die vorgesehen vier Stunden vom persönlichen Gleitzeitkonto abgezogen werden. Ob ich denn nicht das Kleingedruckte gelesen hätte? Tja, auch kein Problem. Ist ja genug drauf. Da könnte ich einer Vielzahl solcher „Kopfkino“-Workshops beiwohnen. Auf die Eingangsfrage an die Teilnehmer mit welchen Erwartungen man erschien, antwortete ich nur ausweichend dafür aber lang und breit. Denn, weder hatte ich noch nicht die versteckten Kameras und Mikrofone entdeckt noch kenne ich das Verhältnis der Dozentin zu unserer Personalabteilung, aber sicher ist sicher. Lieber mit meiner ehrlichen Meinung hinter dem Berg halten bevor ich auf die „Gefährderliste“ lande.

Ich schweife ab.

Es ging los und ich schaute vor mir auf die Seminarunterlagen und auf diesen befand sich ein kleines Give-Away der Personalabteilung:

Sie können sich vorstellen wie sehr ich überrascht war ob dieser Charmeoffensive der Knochenmühlen-HR-Mannschaft. Geil, dachte ich mir und konnte mich vier Stunden lang nicht mehr konzentrieren. Denn in meinem Kopfkino drehte es sich nur noch um mögliche Termine für diese explizite Aufforderung.

Morgen nicht. Aber vielleicht Übermorgen 🙂

Ihr Schirrmi