Archiv für den Tag: 12. Juli 2016

Boykott now! Boykottiert AMAZON!

Heute ist der sogenannte Prime-Day von Amazon. Das bedeutet das „Prime“-Kunden von Amazon exklusiv an ganz besonderen Angeboten partizipieren können. Andere Kunden nicht. Ich las mit Entsetzen das alleine in Deutschland zig Millionen Menschen schon Amazon-Prime-Kunden sind.

Amazon, der Inbegriff einer Datenkrake, neben Amazon und Facebook. Amazon der Inbegriff von Ausbeutung. Amazon der Innbegriff von schlechter Bezahlung. Amazon der Innbegriff von Menschenfeindlichkeit. Amazon der Innbegriff eines Monopols!

Go Home Amazon! Kack ab, Amazon! Du Amazon-Schwein!

Muss man doch mal sagen dürfen. Nicht?

Heute habe ich k-e-i-n E-i-n-z-i-g-e-s-A-n-g-e-b-o-t finden können welches meine Kaufbedürfnisse befriedigen konnte. Also macht mit: BOYKOTTIERT AMAZON, NOW!!!!!!

Danke für Mobilization!

Zusammen, nur zusammen sind wir stark!

P.S.: Ich erstand heute außerhalb dieses sogenannten Prime-Day ein neues, leises PC-Netzteil mit 650 Watt. Es kommt morgen bei mir an. Versandkostenfrei. Prime as prime can be. Und ja, die Asche hatte ich heute schon auf meinem Haupt.

Die bepisste Landebahn

Damals. Wir gingen auf eine private Abi-Party. Mein Mädel war so toll, ich ebenso hübsch. Die Flüssigkeiten flossen, die Musik wurde lauter, die Hüften ekstatisch im Takt –uns gehört die Welt, wir waren so geil. Oben schauten die Eltern den Tatort und wollten Verantwortung heucheln.

„Nee, nö, uns geht es gut – geht ruhig zu Bett. Wir kommen klar.“ Beruhigten wir sie und sahen den Neid in ihren alten Augen und brachten sie kichernd ins Schlafzimmer – die fremden Gastgeber die ihr Haus und ungewollt ihre Bar für uns geöffnet hatten.

Ich war so blau und schaute herunter und fragte meinen besten Freund was das Ganze soll. Meine liebste Begleitung, die mit den Löwenlockenhaaren verteilte ihren eigenen Champagner unter Kinder die es nicht genießen konnten. Mein Kumpel rempelte, stolzierte dann vor Beschämung – hatte er doch wieder mal jemand Unbeteiligten erwischt, von dannen. Oh Pein!

Diese ganzen Leute, ich stehe abseits und in mir wächst der Gedanke – ich gehöre nicht dazu. Ein Gefühl zwischen Kotzen und Kacken überkommt mich. Da, schon wieder einer: „Du bist so cool, ich liebe Dich!“ Tja – und lasse ihn an mir abplatschen. Ich glaub ich muss pissen.

Im diesem Jugend-/Mädchenkeller gab es ein Bad mit einer Toilette. Die Tür ist nicht abgeschlossen, ich gehe rein. Hey – da sitzt ja jemand und pisst. „Wie schaut das aus?“ so die Nelke zu mir und zieht ihre Scham auseinander – darüber eine haarig ausrasierte  Landebahn. Schaut mich mit hochgezogenen Augenbrauen und skeptisch verzogenem Schnütchen erwartungsvoll an. „Normal.“ sage ich und gehe wieder raus.

Ich mache mir noch ein Bier auf, gehe in einen Discokugel-Schatten und wünsche mich auf einen anderen Planeten. Außer Bier gibt es noch Blue-Curairgendwas und grünen Bananenscheiß. Etwas kerniges, was für Jungs wäre jetzt schön. Na ja. Wusste ich ja vorher schon. Die sind so jung. So fröhlich und unbedarft. Ich war ebenso wie sie. Nur nicht mehr unbedarft. Schon lange nicht mehr.

Kurz später tumultartige Zustände. Jemand brüllt. Leute versuchen zu beschwichtigen. Aha! Kann ja doch noch ein interessanter Abend werden und schaue mir das Spiel erwartungsvoll an. Die Bilder habe ich immer noch im Kopf. Betrunkene Kids versuchen ein betrunkenes Kind zurückzuhalten. „AUF DIE FRESSE!“ „DER KRIEGT EINEN AUF DIE FRESSE, DAS SCHWEIN!“ – hach, jetzt fängt es an lustig zu werden bis ich realisierte dass der Irre auf mich los wollte. Er riss sich irgendwie los, stolperte auf mich wie ein verhuschtes Opposum zu und prallte ab. Dann lag er da und weinte. Stammelte was von „Freundin auf der Toilette vergewaltigen“ und heimzahlen usw. Ich wusste immer noch nicht was los war. Die versammelte Kinderbande sah mich scheel an, aus den Augenwinkeln sah ich die Landebahntrulla mir zuzwinkern und dann kam es mir. Ach nee. Schon wieder so ein Mädchending.

Ich klärte auf was niemand begriff, die Party wurde aufgelöst meine Freundin wünschte mir ein weiteres fieses Leben und alle dampften ab. Abi-Fete vorbei. Aus, ein Abend der einer der schönsten im Leben der Kiddies werden sollte. Was soll ich sagen? Die Gastgeberin, noch nüchtern, erklärte mir dass sie das doofe Miststück kenne und erkannte meine Unschuld. Eine schöne Nacht mit ihr im Bett verbringend, vergaß ich diese kleinen, fiesen Pissnelken.

Morgens am Frühstückstisch, es war ja genug zum Fressen da – mit mehr Gästen als nur mit mir wurde gerechnet, fragte ich Herrn Daddy wie denn der Tatort war. So, naja, sagte er. Ich entgegnete ein paar Worte wie „.. haste in der Nacht im Keller was verpasst..“, roch an meinen Fingern und griff noch mal in die Wurstplatte.

Meine Liebe hatte ich – gehabt. Die anderen wollten mich auch. Perfide dieses Spiel. Nun, weil ich es mehr als einmal lernen konnte, mache ich es anders. Ich lege mir einen Bierbauch zu, lasse mir graue Haare an den Schläfen wachsen und trage Polohemden.

Gute Strategie?

Rage against the machine – Killing in the name

Bullenalarm oder eine eventuell gute Idee

Warnung: Baby´s, Kinder und Jugendliche, Söhne und sonstige Angehörige lesen nicht weiter wegen macht man nicht.

Der Tatort ist ein Bonner Vorort. Dieser ist recht verschlafen, vegan, offiziell geehrt als überaus Fahrradfreundliche NRW-Stadt. Neben Radfahrern hat man es auch mit sehr alten Menschen zu tun. Die nur so alt werden konnten aufgrund von Reichtum und Nichtstun. Arbeiten brauchten sie nie. Erstklassige privatärztliche Behandlungen verlängern ihr arrogantes Leben. Ihre Nazi-Obergeneral- und Feldmarschalsehemänner sind weggestorben, ihre Villen und die verkommenen Nachgeburten treten, BWL- oder Jurastudierend in ihre Fußstapfen. Hier wird gut gelebt, wie immer auf Kosten der „normalen“ Menschen. Wollte ich abschweifenderweise nur mal am Rande erwähnen, es tut nämlich nichts zur Sache.

Wir feierten in diesem kleinen, verschissenen Ort sehr gerne. Falls wir woanders gewohnt hätten, hätten wir selbstverständlich woanders gefeiert. Aber so waren wir halt da die Pest. Laut, ungehobelt und unangenehmen Dingen und Themen nicht aus dem Weg gehend. Wir wetteten bei der ersten Dose Bier ob diesmal auch die korrekte Reihenfolge eingehalten wird: Saufen, banale Unterhaltung, Diskussionen, Ruhestörung, Stress mit den Nachbarn, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beamtenbeleidigung. Party zu Ende. Der Gewinner der Wette erhielt mehr zu trinken als die anderen.

Jedenfalls führte dieses Vorgehen regelmäßig zu akuten Alkoholnotstand. Sie können sich das vielleicht vorstellen. Wenn dann auch noch die alten, vertrockneten Geranien weggeraucht waren musste irgendwer neuen Stoff besorgen. Da unser liebstes Fußballnachbarland (hihi), Holland, doch ein wenig zu weit weg ist, griffen wir auf die örtliche Tankstelle zurück. Dank der ganznächtlichen Öffnungszeiten einer Bummbumm-Disco, hatte auch die Tanke die ganze Nacht auf. Die paar Kilometer gehen war nicht möglich. O.k., doch das war möglich und hatten wir auch schon probiert. Nur – der der ging, kam nie wieder zurück. Auch die Taxen, denen wir noch so und so viel Geld schuldeten hatten keinen Bock mehr für Nachschub zu sorgen. Also hieß es, wer fährt?

Einmal fuhr ich, mit süßer Begleitung, zur Tanke. Nur nicht auffallen. Die Musik etwas leiser drehen und schön vorschriftmäßig blinken, rechts vor links beachten, vor einer roten Ampel halten. Etc. Sie kennen das. Ab und zu mal für Frühstück und Lektüre sorgen. Was? Das kennen Sie nicht? Es gibt so Wixer die sich Ihre Brötchen und die morgendliche Bild-Zeitung per Boten bringen lassen. Diese Boten erwischt man dann, nimmt ihnen alles weg was sie auszuliefern haben und steckt ihnen 30,- EUR in die Tasche. Das ist mehr als ein Monatsverdienst, wie mir ein solch Ausgenutzter mal erklärte.

Ich hielt vorschriftsmäßig an der Zapfsäule und sah direkt vor mir den Eingang. Davor standen zwei Bullen. Die Süße sah das und wurde ganz aufgeregt. Wollte anfangen zu diskutieren, nee geh da nicht rein und so weiter. Ich machte die Fahrertür auf, ein paar leere Dosen klöderten raus und ich ging rein. Kam mit jede Menge Alk unter den Armen wieder raus und rief durch das geöffnete Dachfenster „mach ma die Tür auf!“. Die Jungbullen schauten interessiert wie blöd und ich stieg ein. „Nimm doch wenigstens ein Pfefferminzbonbon!“ so ganz aufgeregt die Süße. Nö. Ich wusste was kommen wird. Sobald ich starte und losfahre werde ich angehalten. Also rieb ich mir die Nase und kam auf Tricksiebzehn. Nämlich noch mal aussteigen, wieder zwischen die Möchtegerntürsteher in die Tanke und kaufte noch ein paar Kippen. Dann erst ging ich lässig, eine schöne gute Nacht murmelnd zu der Karre, startete und drehte Thin Lizzy lauter.

„JA HAST DU SIE NICHT MEHR ALLE?“ versuchte die Süße die Mucke zu übertönen. Nee, dachte ich – die Verkleideten waren noch so jung und ich zählte auf die Dreistigkeit. Nämlich so dreist dass man als Nichtverkehrstüchtiger nochmal das Glück herausfordert, nee, das kann nicht sein. Und so war es auch. Wir gelangten gut nach Hause und die Welt wurde immer noch ein wenig schöner, lauter.

Eine gute Idee wäre wohl gewesen nicht mehr zu fahren. Eine schlechte Idee, so meinte ich, wäre gewesen an der Tanke einfach abzuhauen um ihnen in die Arme zu fallen. So dazwischen hat es geklappt.

Disclaimer: Das war damals, kann mich gar nicht mehr erinnernJ. Sowas mache ich nicht mehr. Und ihr bitte auch nicht.

Prost!

P.S.: Wenigstens habe ich die Mülltonne schon an den Straßenrand gestellt. Morgen ist Papier.

Extrabreit – Polizisten