Produktbewertung (3)

Die ganze Nacht hatte ich designt, getextet und gedruckt. Jetzt ist es vollbracht! Aus einem traurigem Anlass habe ich ein Trauerkartenset, bedruckbar, sehr elegant, mit feinem Einleger, Silberbändchen und passenden Umschlägen erstanden:

Comp_Trauerkarten-Set-bedruckbar-sehr-elegante-Klappkarten-mit-passenden UmscNach diesem wundervollen Bildchen möchte ich Sie jetzt auch noch mit meiner Amazon-Rezension belästigen.

Trauerkarten-Rezension-kurzMein lieber Papa ist leider gestorben.

So ein Unglück kommt zum Glück nicht so oft vor. Im Falle von Papi sogar nur einmal, was in der Natur der Dinge begründet liegt. Man hat bei einem solch traurigen Anlass sehr viel zu organisieren und zu beachten. Ein leidiges Unterthema ist natürlich: Wie und in welcher Form macht man dieses einmalige Ereignis bekannt?

Welche Form wählt man um lieben Mitmenschen, Verwandte, Bekannte und Freunde des Verblichenen zu benachrichtigen? Ich wählte die Papierform. Und dabei war mir die Firma TATMOTIV, zwar anonym – zwecks Beratung rief ich nicht extra dort an – aber doch vom Bestell- und Lieferprozess sehr hilfreich! Ich entschied mich für den Artikel der dieser Rezension zu Grunde liegt.

Feinste Arbeit, feinstes Papier – ich habe jedes der an die Hundert gelieferten Artikel in Ruhe und mit scharfen Adleraugen begutachtet und konnte nicht den kleinsten Makel feststellen. Weder bei der bestellten Ware noch bei den netterweise beigelegten Zusatzartikel. Das machen sie echt gut, die Mädels und Jungs von TATMOTIV! Muss ich wohl sagen. Wie erwähnt, die Karten und die Einleger sind von ausgesuchter Qualität. Dazu Beispieltexte um den Anlass entsprechend jemanden das letzte Mal und würdig zu verabschieden und eine Support- und Hilfeseite die seinesgleichen sucht. Als Bonbon und rosa Schleifchen gibt es noch Druckvorlagen dazu. Ich war nicht nur baff sondern voll von den Socken!

Tipp: Die Einleger sind auf einer Seite im Din A4 Format. Achten Sie bitte darauf. Einfach in die Papierkassette, ich benutze einen Tintenstrahldrucker der Firma Canon, schiebe die hintere Papierhalterung nach vorne so dass die Einleger einen festen Sitz haben und schon kann es losgehen. Ich stellte beim Medium nichts extra ein, wählte einfach Normalpapier. Die Einleger wurden rasant und ohne zu Mucken, ohne Verschiebungen und ohne Fehl und Tadel gedruckt. Ich entnahm jedes einzelne, gedruckte Papier hinweg auf einen anderen Platz bevor die nächste Seite kam. Warum? Schlicht – zum trocknen und damit die nachfolgenden Blätter nicht die Tinte der vorangedruckten Exemplare verschmieren.

So einfach kann man hochprofessionelle Trauerkarten selber drucken. Ich machte es das erste Mal, war zunächst ein wenig aufgeregt, aber rucki-zucki, erhalten Sie mitsamt den beiliegenden Silberfädchen ein edles Endprodukt welches sich nicht vor hochpreisigen und vom Fachmann erstellten Trauerkarten verstecken muss. Im Gegenteil! Hier können Sie nach einem Probedruck noch mal überprüfen, bei Bedarf justieren, da und dort vielleicht noch mal eine Korrektur vornehmen und wenn Sie dann zufrieden sind, den Rest drucken.

Und was soll ich noch sagen? Es macht Spaß! Wenn man dann am Ende sieht was man da, Dank der Firma TATMOTIV, so professionelles hergestellt hat, bekommt man, entschuldigen Sie bitte, Lust auf den nächsten Trauerfall.

Mein Fazit: Kaufen! Sie werden vom Preis-/Leistungsverhältnis begeistert sein. Erscheint Ihnen der Preis zunächst ein wenig hoch? Überlegen Sie bitte mal was Sie für die paar EURO erhalten. Sie bekommen das nicht günstiger, nicht besser im Ladengeschäft und auch nicht beim Beerdigungsinstitut. Also in Kürze: Kaufbefehl!

Disclaimer: Ich wurde vom Verkäufer nicht aufgefordert eine Rezension zu schreiben. Ich stehe in keinem Privat- oder Geschäftsverhältnis zum Verkäufer / Hersteller. Ich wurde von niemand bezahlt noch mit sonstigen Dienstleistungen entlohnt. Es ist meine ganz private Meinung.

Papa, mach et jut!

Produktbewertung (1)

Kennen Sie das Wort Kaufrausch? Lust auf kaufen? Gut, man muss beim Geld ausgeben nicht immer in einen Rausch geraten. Wenn mir beispielsweise die Hämorrhoiden-Creme ausgeht kann ich nicht grade juchzen und wie Billebong vor Freude durch die Gegend hüpfen, die Arme schwenken und die neu erstandene Salbe vor versammelter Manschaft in die Höhe recken.

Nein, man kann ja auch mal nur so Spaß haben. So ist heute ein neues Schlagwort in diesem Blog geboren und Sie sind exklusiv dabei. Produktbewertung!

Ich fange mit einem Mäppchen an, erstanden bei Amazon:

Comp_2016-07-28 20_13_43-DAKINE Damen Federmäppchen School Case, Rhapsody Ii, 22 x 10 x 5 cm, 1 Liter, 08Was meine ich dazu?

Comp_2016-07-28 20_14_40-Filme & TV

 

 

Nur so (3)

Die Augen noch nicht ganz auf und noch recht verpennt, hörte ich etwas zart und leise klappern. Die saftigen Wiesen strahlten in einem satten Grün unter dem wie verwunschen wabernden Bodennebel. Für die Fabrikarbeiter war ich noch ein wenig zu früh und fragte mich ob ich irgendeine Zeitumstellung verpennt hatte. Die Straßenränder waren noch nicht von aufgemotzten Opels, mattschwarz angemalten BMW’s und tiefer gelegten Audis zugeparkt. The Cure noch in den Ohren, begrüßte mich ein Buntspecht – noch ein früher. Nicht allein. Die Aktentasche geschultert schlenderte ich durch den Büro-Park, das Klappern hörte plötzlich auf. Da direkt vor mir steht ein astreines Reh, nicht scheu. Ich bleibe stehen und bin ganz still. Wir mustern uns gegenseitig, schauen uns in die Augen. Ohne Worte reden wir Sekundenlang miteinander und wir wissen dass von keinem von uns Gefahr ausgeht. Es klappert einmal mit dem Vorderfuß auf den Asphalt, leise schnaubend – sein Atem schwebt wie zartes Fehengewand empor. Gelassen geht es weiter und lässt mich zurück. Nachdenklich.

Als ich Fliegen beim ficken zusehen musste. Als ich Fliegen zerkaute – das wissen Sie schon. Sie wissen nur noch nicht dass die Fliegenpopulation in meiner Muckelbude schlagartig abnahm als ich Besuch hatte. Ich bin aus Gründen ziemlich stressresistent. Andere aber nicht. Und obwohl ich ein Freund von Lebewesen bin, habe ich nichts gegen gut aussehende Fliegenkiller. Also begab es sich zunächst in meinem „Büro“. Rechts auf dem Touchscreen sitzt eine Fliege, direkt im Gesicht eines Sängers der dort in einem Youtubevideo sein Bestes gab. Da er damit irgendwie, ich weiß nicht wie, wie Peter Maffai aussah, gab ich ihrem fragenden Blick statt und Patsch! war die Fliege matsch. Der nächste Kandidat befand sich auf der Tastatur. Ich speicherte meine Notizen zwischen, gab stumm die Erlaubnis und Patsch! Die nächste matsch. Auf dem Hauptmonitor, direkt im Ausschnitt meiner Hintergrundbilddame die nächste Fliege. Sie sah mich fragend an, ich verneine grade „Nein, das ist kein Touchscreen“, da war ihre rechte Hand schon da, verjagte das Vieh und hielt schon die Linke parat die sie nun zur Faust geballt kräftig schüttelte und das irre Fluggerät mit einem satten Klatschen auf den Schreibtisch schleuderte. Später im Wozi wurde es krimineller – für die Fliegen. Aus einem „Nur diese Woche! Nur die besten Preise! Bis zu 0,1% Rabatt ab einem Einkaufswert..“ – Möbelprospekt, professionell gefaltet, wurde die Dame heiß. Sie rannte, schlug, warf sich nach hinten, schlug weiter und manchmal warf sie die Mörderkelle sogar, stöhnte, schrie und ächzte wenn es mal vorbei ging. Sie raste wie ein Berserker, es war romantisch – wir sahen uns gemeinsam Titanic an, brüllte dass ein Indianer rot angelaufen wäre und erschlug innerhalb kürzester Zeit weitere sieben Stück Flugwesen. Triumphierend schaute sie mich an und röchelte noch voller Mordlust: „Schneiderin – ausgebildete. Noch Fragen?“

Hammer Leute! Echt, ich lach mich immer noch schlapp. Lest dem Kiezie seinen neuesten Urlaubsbericht. Gut das Morgen meine gute Fee zu Besuch kommt. Die kann dann mal schön die Monitore sauber machen die ich grade vor Lachen sowas von zu gespeichelt habe. Ja, auf Malta gibt es auch Fliegen. Und Leute. Und Damen, äh.. Frauen, äh.. Dingens. Ich hoffe nicht dass diese Verrückte irgendeine meiner Ex-Freundinnen war. O.k. ich bin mir nicht ganz sicher. Aber der ein- oder anderen könnte ich das schon zutrauen. Also, wenn ich später mal eine whatsapp-message kriege „ohhhh, auf Malta war es sooooo schööhen!“ dann bring ich mich um. Nee, dafür nicht. Also Lesebefehl! Lasert Lacht euch mit mir schlapp. Ach, hatte ich schon erwähnt dass ich demnächst das örtliche Tattoo-Studio besuchen will? Boahh, draußen ist noch sehr warm, die Kehle ist trocken. Watersport, prrrrrffffff..

Kehle? Kehle! Sie muss manchmal benetzt werden. Kennen Sie das? Gießen sich einen doppelten Wodka ein und sehen dass in der Flasche echt nur noch eine Pfütze ist. Sie schauen auf die Uhr. Sie schauen sich ihr Glas mit dem Doppelten an. Sie schauen sich den Rest in der Flasche an und kippen auch diesen mit ins Glas. Sie werden merken, in der Flasche sah es wie eine Pfütze aus, jetzt ist ihr Glas fast voll. Ein sogenannter Guter. Prost! Im gleichen Zusammenhang – ich lebe hier sehr prekär, habe keinen Platz und kein Geld für so einen super-duper-großen Arnold Schwarzegger Kühlschrank mit Eiswürfelspender vorne dran. Ich mache es auf die klassische Art. Nehme so Plastikförmchen, fülle Wasser rein und ab in das Tiefkühlfach (wenn kein Platz ist schmeiße ich das Gemüse und die Kräuter einfach weg). Wenn ich dann mal ein paar Eiswürfel brauche nehme ich das Förmchen raus und entnehme mir nach Belieben ein- zwei- oder drei Eiswürfel. Womit ich beim Thema bin. Will ich ein Eiswürfel, kommen drei rausgeflogen. Will ich zwei, kommt keines raus. Will ich drei kommt maximal ein Eiswürfel. Vor allem wenn ich Gäste habe möchte ich als Gastgeber hygienisch sein. Ziehe aber trotzdem keine Handschuhe an. Tja. Das alte Eiswürfelproblem.

Noch mal gut davon gekommen sind da ein paar junge Leute die sich haben erwischen lassen. Hatten aber auch einen guten Anwalt, wie ich meine. Ach, was ist mit der Welt heute los? Da wird sowas echt zur Anzeige gebracht? Bei mir ging es damals anders zu. Zwar ein wenig gemeiner, wie ich meine, aber ohne großartig Steuergelder zu vernichten, Anwaltskosten zu berappen und Gerichte zu beschäftigen die eigentlich die Großen wegfischen sollten. Jedenfalls wurde ich beim Diebstahl ein, zwei oder drei ??? Hörspielkassetten erwischt. Die Bullen fuhren mich nach Hause und sahen dann zu wie meine Mutter erzieherisch an mir tätig wurde. Damit war der Fall auch erledigt. Für alle Beteiligten. Vor allem für mich.

Täuscht mich das Gefühl dass grade Hinz und Kunz Urlaub haben? Ich meine neben dem Malta-Masochisten auch noch den Eberling? Was soll ich denn in meiner Tee Pause machen? Memos durchlesen? Systemperformance analysieren? Kontakte pflegen draußen in der Sonne? Da wo jeder gucken kann wer mit wem und mit wem nicht? Was halbwegs gut ist, mein Lieblingskollege hat auch Urlaub. So habe ich das Büro für mich alleine und kann nach Gusto meine Mucke hören. Gusto! Hart! Laut! Mucke die er nicht kennt und nie kennenlernen wollte. Gerne auch aus der Konserve vom Deltaradio.de.

Und diese Woche ist ISAE und SOX Audit. Truppen von Verkackern wie MPLS, Deloitte, BDO und andere geben sich ihr Stelldichein – für die nächsten drei Wochen. Bis zu 2.200,- EUR pro Tag Honorar bekommt jeder Einzelne von denen. Da kann man ja mal einen gepflegten Anzug, Krawatte etc. vom Gegenüber verlangen, gelle? Morgen habe ich mein erstes Interview. Da werden die Controls, die Evidences durchgegangen. Security-Checks. Hoffentlich ist morgen ein scheiß heißes Wetter. Ich ziehe die Krawatte und die Jacke aus. Die können es schön anlassen. Die ganze Garnitur. Schwitzen lassen. Sie sind ja die Lieferanten die die fette Kohle abgreifen. Können schwitzen bis ihnen die gelb-braune Brühe den Beinen herunterläuft. Dazu setzte ich sie gegenüber den großen Fensterfronten und mache die Rollos hoch. Dann schauen die schön raus in das grelle Licht, in die Sonne. Und ich kann dann sagen: „Wären Sie bitte mal so gütig nicht immer so zu blinzeln? Das irritiert mich!“. Harhar..

Schönen Abend. Schönen Urlaub.