Gegen Krieg und für den Frieden

Schon seit langem wird die Propaganda für den Krieg und gegen die Menschen hochgefahren. Frieden und Mitgefühl sind Fremdworte geworden und bevor die Granaten fallen, werden wir mit Lügen bombardiert.

Gestern war der „Internationale Tag des Friedens“. Am 1. September wurde wohl der „Antikriegstag“ begangen. (hier nachzulesen). Als ich damals noch in Bonn weilte, bekam ich viel öfters mit was die Menschen um- und auf die Straßen treibt und dass die Lügen nicht unentdeckt sind. Hier im heimeligen Westerwald passiert nichts dergleichen. Man fühlt sich, als ob man im Paradies lebt. Kein Aufbegehren, kein kritisches Wort – wenn, dann hinter vorgehaltener Hand, alles nur gehorsame Maskenschafe. Egal wie jung, egal wie alt. Gleichförmig nach Muttis Motto: „In einem Land, in dem wir gut und gerne leben.“.

„Scheiße!“, sage ich dazu. Resignierend.

Am 5. September 2020 hat Eugen Drewermann eine sehr bewegende Rede auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof in Stukenbrock-Senne gehalten. Er beschreibt unmissverständlich wo die Menschheit stand, welche Chancen sie hatte und wo uns der Irrsinn zwangsläufig hinführen muss. Er hat mich mit seiner Rede zutiefst berührt und ich wäre froh, wenn sie ein jeder hören und sehen würde und den ein oder anderen zum Nachdenken anregt.

P.S.: @Nadine: Alles Gute, ewiges Glück und Liebe wünsche ich Dir zu Deiner Hochzeit.

Wer ist hier der Idiot?

Sorry für die reißerische Überschrift!

Wer mich kennt, weiß dass ich wenig verlange. Aus Gründen. Weder von mir noch von Menschen. Von beiden hat mich die Erfahrung gelehrt, dass die Enttäuschung sehr groß sein kann und zwangsläufig auch kommt. Jugendlich verdingte ich mich erfolglos als Don Quichote-Double, die Erfahrungen nahmen im gleichen Maße zu wie erwähnte Enttäuschungen, der Glauben an, ja an was, nahm ab.

Der liebe Heinrich, Heine, belustigte sich mal mit erhobenem Zeigefinger an der Vernunft: „Die Vernunft. Die Vernunft! Ist das höchste Gut!“. Köstlich, wie ich finde. Und immer köstlich die Mienen der Mitmenschen zu sehen, wenn ich diese paar Worte mit erhobenem Zeigefinger rezitiere. Die Vernunft! Ist leider abgesagt. Gibt es nicht mehr. Gestrichen. In den Lokus gespült. Weg. Vergessen und vergangen. Ich lebe in einer unvernünftigen Welt mit unvernünftigen Insassen und frage mich täglich warum das unerträgliche Maß noch nicht erreicht ist. Ich meine zu wissen dass es nicht mehr schlimmer werden kann. Und was passiert? Es wird schlimmer.

Wer mich kennt, weiß dass ich nicht befehle. Manchmal anraten, ja. Wenn es zu Dicke kommt – Empfehlungen aussprechen. Aber das alles sehr selten, weil ja jeder seines Glückes selbst der Schmied ist. Ich will ja auch nicht stören. Keine Blasen zerplatzen lassen. Die Leute selber draufkommen lassen. Das hat ja dann auch den besseren Lerneffekt. Manchmal etwas zart anheimstellen. Auf etwas sanft hinweisen. Mehr mache ich ja nicht. Weil ich in so einem Punkt ja ebenfalls ein wenig sensibel bin. Wie sowas rüberkommen kann.

Derzeit ist aber unser Irrenhaus immer voller geworden. Es platzt aus allen Nähten. Begreiflich werden die Dinge immer weniger, die Vernunft hat abgedankt. Ein für alle Mal, wie mir scheint.

Um mir selbst mit den vorangegangenen Sätzen ein Bein zu stellen – hier ein Lesebefehl: http://www.kaysokolowsky.de/neu-ja-normal-nie/ Ein Text des von mir sehr verehrten Kay Sokolowsky, mit seinem sehr feinen „Abfall aus der Warenwelt“-Blog, der hier die Dinge aus- und anspricht, die mich derzeit ebenso bedrücken wie fassungslos machen. Mehr verlange ich nicht.

Haut rein!

Die verschissene Sucht

Endlich Feierabend! Den Arbeitstag vergessen, die Knochenmühlenklamotten gegen etwas gemütlicheres getauscht, die Mucke aufgedreht und den Kindle aufgeklappt – so begann mein wohlverdienter, geruhsamer Abend. Bis ich merkte, dass ich meinen Tabaksbeutel in der Firma vergessen hatte. Die verschissene Sucht weiterlesen

Nur so

Offiziell ist die 1. Welle wohl vorbei. Nach vielen Wochen Homeoffice hat die Knochenmühle angeordnet, dass wir uns alle doch wieder in dem wunderschönen, neuen Verwaltungsgebäude einzufinden haben. Großraumbüros, weite Hallen, viele Kolleginnen und Kollegen, der liebste Chef der ganzen Welt von morgens bis abends direkt mir gegenüber an einer Vierertischgruppe. Wie habe ich das vermisst! Den ganzen Tag seine liebe und angenehm leise Stimme zu hören. Sein zurückhaltendes Kauen, Schmatzen, Röcheln, Stöhnen beim Essen seiner mal 300 Pfund gemessenen Frühstücksmenge. Aber auch seine Gesprächspartner zu hören, wenn der liebste Scheffe der Welt mit der immer unzureichenden Technik kämpft und sein Headset, seine PC-Lautsprecher, seine Monitor-Lautsprecher, sein Telefon – tja, alles gleichzeitig laut zugeschaltet ist, wenn er telefoniert. Der Hit! Jeden Tag, von morgens bis abends. Nur so weiterlesen

Herr Glutengrün: „Magst Du noch einen?“

Herr Butterblum: „Biste zu Geld gekommen?“

Herr Glutengrün: „Kann man so sagen. Gold…“

Herr Butterblum: „Nicht schlecht. Ist nicht so schwankend wie der Euro.“

Herr Glutengrün, schwankend und sich an der Theke festhaltend: „Jaha, hehe – wir trinken auf meine Schwiegermutter.“

Herr Butterblum: „Warum nicht. Prost!“

Herr Glutengrün: „Prosit, Alter! Ich sach nur, Gold!“

Herr Butterblum: „Zeitlos… Wer es sich leisten kann.. Ach, was macht denn Deine Schwiegermutter eigentlich so? Schon länger nicht mehr gesehen.“

Herr Glutengrün: „Gut geht’s ihr! Ich bringe ihr jedes Wochenende ´ne Dose Ravioli und `nen Wasser.“

Herr Blutterblum: „So ´nen Schwiegersohn hätte ich auch gerne.. Prost!“

Herr Glutengrün: „So bin ich halt. Die sitzt da im Regal und hält still. Besser gelaufen als ich gedacht hatte.“

Herr Butterblum: „Im Regal?“

Herr Glutengrün: „Jawohl, mein lieber Herr Gesangsverein! Willste noch einen?“

Herr Butterblum: „Klaro, auf dreiunddreizig Beinen kann man nicht stehen. Hehe.. Danke, Alter! Bist ja heute großzügig. Macht Spaß mit Dir!“

Herr Glutengrün: „Apropos Schwiegermutter – Du kennst doch ihre Goldzähne, nich?“

Herr Butterblum: „Na logo! Die ganze Fresse voll! Haha, ein kleines Eigenheim in ihrem gehässigen Maul..“

Herr Glutengrün: „Hehe, tja – wurde ihr von Dominik, ihrem 8. Ehemann bezahlt. Die alte Schlampe… Prost!“

Herr Butterblum: „Prost! Boahr, wenn man das versilbern könnte..?..?“

Herr Glutengrün: „Hehe, schon geschehen Alter. Magst’n Schnaps?“

Herr Butterblum: „Immer her damit, Du Bandit mit den Spendierhosen! Ich will ja gar nicht fragen warum Du so flüssig bist..“

Herr Glutengrün: „Wenn Du mir schon so um die Ecke kommst, im Vertrauen – der Termin ist in drei Wochen..“

Herr Butterblum: „Drei Wochen? Übrigens – Prost!“

Herr Glutengrün: „Ja, in drei Wochen läuft die Frist ab – zur Auslöse. Prost!“

Herr Butterblum: „Auslöse?“

Herr Glutengrün: „Ich sach nur Pfandhaus. Prost!“

Herr Butterblum: „Hehe, alles richtig gemacht! Prost!“

Tommy

Sein roter, langer Bart zitterte vor Zorn. Seine blauen Augen blitzten furchterregend, seine Gesichtszüge versteinert, die Fäuste geballt. So stand Hans-Werner Samenström (geb. Ouédraogo- Chukwunyelu), der 13. Sohn eines kubanischen Kesselflickers und einer irischen Hütehundmelkerin, vor seiner kleinen Tochter und fasste endlich einen Entschluss. Hans-Werner kam zu seinem Vornamen nach Hr. Prof. Dr. Sinn, als sich seine Eltern nach tagelangem Vollrausch, stockbesoffen auf der Entbindungsstation spontan für einen Namen entscheiden mussten. Tommy weiterlesen