Es ist nicht wie man dachte

Die große Schnauze kann ich haben. So zu tun als ob nichts an mir kommt. Ich gehe durch das Leben mit breiten Schultern. Nichts ist egal, alles ist egal was und wer da vor mir erscheint. Selbstbewusst, wie Kafka in den Gassen. Immer ruhig, wie Hulk, die Schränke leer – keine Tassen. Keiner schaut mir rein in meine Dunkelheit. Und wenn jemand fragt – der Standard: „Nein“.

Ich dachte. Ich meinte.. Jetzt sehe ich was der Kleene zu mir sagte: „Papa, meinst Du das ehrlich?“. Ich sagte ja, habe abgeschlossen und bin bereit auf ein Tschüss – alt genug isser ja. So und so weiter. Nun sitz ich hier, schau mich in der Welt um, wundere mich. Die Flüsse haben keine Ufer mehr, die Wellen sind knallhart. Jemand sagt zu mir: „Hör auf zu weinen. Die vertrocknete Welt kann Deine Tränen nicht mehr fassen.“

Weltuntergang. Blutrot ergießt sich schmerzhaft das Gestein in meine Seele. Es brennt. Es tut weh. Wissen ist das Eine. Begreifen soll gelernt sein.

Es kommt über uns – so lallte ich manchmal. „Die Welt wird untergehen.“ prophezeite ich. Das ich erlag im unabänderlichen Lauf der Welt, das wusste ich – nicht. Wollte ich nicht wissen. Das passiert anderen, nur nicht mir. Der Boden der Tatsachen ist hart. Ohne Helm und ohne Schoner fällst Du hart, der unbedarfte Witz noch auf den Lippen – bis Du aufschlägst. Und etwas merkst.

Die Realität ist da. Meine Wunschträume ebenso. Doch Ersteres ist erwachsener – ich muss mich hauen um aufzuwachen. Sein Lächeln, seine Witze, der Sarkasmus – mein Papa ist nicht mehr da. An der Theke, ich hole aus und spiele mein Blatt, lächle. Er grinst, mein lieber Jung – werd mal groß und streicht, nicht ohne zu mir zu flüstern – „Wir teilen“ – alles ein.

NEIN! Wenn ich das sage dann heißt das NEIN! Dann hat man sich danach zu richten! NEIN!

„Doch“, grummelt die schreckliche Unersättlichkeit – „Ich habe nicht genug.“. Ich stehe auf. Ich mache mich breit. Ich wüte und bin sauer. Bin bereit für in die Fresse rein.. „Leg dich mit mir an!“ verlange ich. Jedoch, der alte, mir unvertraute Geist lächelt nur. „Reg Dich nicht auf.“.

Tja..

Ein unheilvoller Tag

Es fing schon in der Nacht an. Es wurde unnatürlich hell, es krachte mit dumpfen Paukenschlägen als ob die Welt untergeht. Wir wachten auf und hatten das Gefühl es will uns jemand etwas sagen. Ein großartiger Himmel der mitleidslos seine Pforten öffnete und seine nasse Flut im hellen Zwielicht über unsere kleine Welt ergoss. Es war nachdrücklich und voller Wut. In dieser Nacht stand ich das erste Mal auf und schaute andächtig hinaus ob der Naturgewalten die man erlebt und sich ganz klein und machtlos fühlt.

Weiterschlafen? Nein, daran war zunächst nicht mehr zu denken. Mir ging zu viel im Kopf, im Herzen herum. Die Natur, so finster und ohne Gnade, richtet ohne Reue. Ohne Angesicht der Person die voller Angst dann merkt wie unnütz all die Dinge sind. Sie ist einfach da und vollzieht ihr Werk. In einem unendlich wiederkehrenden Rhythmus so schön und voller Kraft, so schrecklich – ehrlich ohne Mitgefühl.

Ich wurde von einem Weinen geweckt. Hörte dieses herzzerreißende Jammern und Heulen noch nie bei einem Vogel. Das zweite Mal trat ich in dieser Nacht ans Fenster und schaute also raus um zu sehen wer es schafft mich mit so unendlichem Leid zu wecken. Der Vogel weinte und jammerte voller Traurigkeit und zum Erbarmen. Eine Eiseskälte breitete sich in mir aus. Eine furchtbare Vorahnung erfasste mein klammes Gemüt wie eine langsam festzupackende Eisenfaust mein Herz. Um es herauszureißen. Angst und Verzweiflung erfasste meine Seele, ohne zu wissen warum. Ich weinte innerlich mit.

An Schlafen war nicht mehr zu denken und ich stand auf. Dann klingelte das Telefon. Der große Bruder ist am anderen Ende. „Kleiner Bruder. Der Papa ist heute Morgen gestorben.“

Unser lieber Papa.

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Eigentlich Rock vom Feinsten..

.. wäre dieses Wochenende. Immer ein wenig schneller, härter, böser als auf anderen Dorffestivals. Nämlich Mair1, ehemals Mach1 auf dem Flugplatz in Montabaur. Aber leider nein. Es wurde für dieses Jahr abgesagt.

Nichtsdestotrotz finde ich die Jungs die dieses organisieren (gehabt hatten, eventuell) super klasse. Denn wer bringt schon Iron Maiden, Bloodhound Gangs, Sick of it all, Emil Bulls, The Bones, Millencollin, Rage, Hatebreed, Agnostic Front, Heaven Shall Burn, Pennywise, Caliban, Kmpfsprt, NOFX, gut.. auch Guano Apes auf eine kleine heimelige grüne Wiese im Niemandsland? Und das traditionsreich seit 2007.

Ich wohne nicht weit weg vom Platz des Erschreckens. Falls ich mal nicht aus den Federn komme, penne ich auf meinem Balkon – der Wind weht mir den Terror herüber. Derzeitige oder vergangene Familienmitglieder (be)nutzen manchmal gerne meine Muckelbude um Firstclass pennen und duschen zu können.

Yeah!

Doch leider fällt es dieses Jahr aus. Wir wären jetzt schon in Feierlaune, meinen Freitag- und Montagurlaub (zum abkacken) habe ich storniert. Somit bleibt mir nur übrig euch mit einem kleinen, vergossenen Tränchen ein wenig was auf die Augen zu geben. Aus nostalgischen Gründen.

Schirrmi – der morgen unerhoffterweise arbeiten geht. Oder auch nicht.

Entschleunigung

Ähm, äh, emm – balgen sich da nicht heute die Krauts mit den Polacken um einen Ball? Ähm, ach ja – EM. Ähm, nee. Die versoffenen Iren sind’s.

Ich habe heute keine Zeit mir diese dummen Jungs anzusehen. Daher nehme ich mir das Spiel auf und schaue es übermorgen.

Aber bitte nicht das Ergebnis verraten. Danke!

Konservative Geilheit

Letztens war ich mal wieder im Harz. Meine Unterkunft war bürgerlich, herzlich. Man könnte auch konservativ dazu sagen. Mitten auf der Roßtrappe oberhalb von Thale – dem prima Bodetal.

Nun saßen wir beim Abendbrot in der guten Stube. Ich wischte mir den Mund, sah meine Begleitung an und fragte „biste auch so geil?“. Die Totenköpfe, Reh- und Hirschgeweihe, ausgestopfte Wildschweine, tote Adler schauten uns beim essen zu, sie antwortete brünftig und wurde schon so richtig naß „Wenn’s sein muß..“.

Hey, astrein. Der Fick gehört mir. Musste nur noch schnell scheißen gehen. Ging also zum abkacken in die Restauranttoilette und was mussten meine entzündeten Augen erblicken?

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Hallo? Geht’s noch? Einen Mini-Vibrator und einen Vibrator-Finger-Ring auf dem Männerklo? Hallo? HAAALLLOOOOOO?

Am Arsch, Leute!

 

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1st-, 2nd-, 3rd-, 4th-, 5th-Level Support

Wer arbeitet nicht gerne mit Profis zusammen? Manchmal kann auch der Büroalltag witzig sein denn mein Lieblingskollege sagte mir, ich glaube vor ca. drei Wochen, dass eine Kollegin ein Problem hätte. Ich hörte nicht richtig zu und stellte auf Durchzug, wie so oft. Mein innerlicher Kopf schüttelte sich „Kann net sein!“.

Später hörte ich auf dem Flur von anderen Kollegen das gleiche Problem. Einige Tage später immer noch. Immer so unterschwellig. Dass das Business drauf wartet. Das ein Projektziel ggf. nicht eingehalten werden kann – Unsinn halt.

Heute war es soweit. Die Kollegin kam zu mir. „Duuuuuhuuu, ich hätte da mal ein Basis-Problem.“ Einkaufsbelege können prima im Produktivsystem via Email verschickt werden. Warum das nicht im Testsystem ginge war die Fragestellung. Ich so, geht doch. Normal halt. Kein Problem. Sie so, schau mal, die landen im Spool und nicht in der Email-Versand-Warteschlange. Hmh, tippel, tippel… Email geht. Ich schau sie an: „Email geht!“. Ja doch, aber hier nicht. Und so nicht und so auch nicht. Und das ist ein Riesenproblem. Und das dauert schon so lange an. Und das GEHT NICHT! GEHT NICHT, NICHT, NICHT – und stampft mit ihren süßen Beinchen auf den Boden.

Ich dann mal ganz langsam und von vorne. Rein in die Businesstransaktion und mache alles so wie sie sagt. Führe aus. Gehe in die Email-Warteschlange – die Emails sind da. Grummelnd und irgendwas von „verrückt“ und „kann doch gar nicht sein“ und „wochenlang“ murmelnd zog sie von dannen.

Zupp, rauscht eine Email von ihr rein mit einem 10 MB großem Screenshot – quasi als Beweis dass „Ihre“ Emails nicht in der Warteschlange landen. Gut, ich erhob meinen Knackarsch und stiefelte zu ihr ins Büro weil ich jetzt echt mal wissen wollte was sie da so macht. Sie macht dann so und zack: Klappt nicht!

Ich gucke, schaue auf den Screen und muss anfangen zu lachen. Die Selektion war auf 500 Datensätze beschränkt. Der Rest wird einfach nicht angezeigt. Kurz in den Optionen auf 1000 gestellt, die Anzeige refreshed und siehe da – sie sind da. Die Emails.

Keiner hat das Problem lösen können. Stellen Sie sich das mal vor. Alle in der IT-Abteilung. Keiner. Kein Einziger! Wochenlang!

Das kostet ein Eis.

P.S.: Möchten Sie was lernen? Bei SAP kann man die Datenselektionen aus Performancegründen einschränken. Das ist sinnvoll. Das muss man aber auch wissen. Das weiß man eigentlich auch.

Nur so

Ich lag und sah das Fenster durch das Mondlicht scheinen. Dieses Fenster war schief eingebaut, wohl wussten es die Handwerker damals im 16. Jahrhundert nicht besser. Die Balken, das kleine Zimmer, das Haus mit einer Plakette dran versuchten mir Scheu einzuflößen. Mein Raum, den ich brauche, wurde immer weniger. Zwar alles sehr schön, sehr alt, unten im Laden wurde von Lebendigen Zahngold verkauft.

Ich lasse mit mir machen bis ich nicht nur den Schein, sondern auch den Mond durch die hoffnungsvolle Luke sehe. Die Krater erinnern mich an meine Seele. Da, da oben war mal David Bowie, ich lasse mich fallen. Keine Schwerkraft, kein Groundcontrol. Schalte mich aus. Ab.

Es wird geritten. Es wird gestöhnt.

Ich denke nicht an Deutschland, weiß nicht woran. Es kommt mir komisch vor. Wie früher – vielleicht? Missbraucht? Ich vergesse. Ich trinke – ich esse, meine dripple-F: Feinde, Freunde, Familie.

Und bin doch so zart.

Sollten lieber das Weite suchen. Ich kenne mich. Wenn sie noch. Wissen. Was passierte. Sie sollten mal in sich gehen. Und sich fürchten. Jeder Scheißkeks wird zurückgegeben. Und da lass ich mich nicht lumpen. Ich gebe gerne doppelt zurück. Dreifach! Wenn nicht noch mehr.

Verliebt, verpennt, verpeilt. So war es damals. Davor Krawall, Karracho und die harte Kante. Schneller hinter den Scheißnaziz hinterher – schneller als unsere auf rechts abgerichteten Hunde. Fass! Faß! Schnell, mein Lieber. So rief ich. So brüllte sie zu mir. In allen Gassen, in allen Straßen hatten wir sie erwischt. Und hätten die Dumpfbirnen rasieren wollen. Wenn es nicht schon so war.

Jetzt ist es genauso. Muss mich aber zurücknehmen. Diese menschenverachtenden Sprüche, die Politiker, die Presse macht mit. Ekelhaft – grauenhaft. Der Dritte, der wird schön herbeipropagandadistisch, ohne Erinnerung an frühere Fehler herbei beschwört. Der Zweite ist wohl noch nicht so lange her.

Ich schau in den Himmel und fühle mich gefickt. Ich wünsche mich weg. Geht abba nicht.

Zwei Söhne habe ich. Ich erwarte: „Papa, warum habt ihr das zugelassen?“

Warum?

Tja..

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Es tippselt, es tappselt

Die Melodie ungefähr so wie von Heinz Erhardt „trink ich noch nen Korn“. Nee, doch nicht.

Immer wenn ich auf der arbeit bin taste ich die tippsel
Wenn ich dann noch auf der arbeit bin taste ich noch ein tappsel
Wenn ich dann noch auf der arbeit bin tippsel ich die tasten
Und wenn ich dann noch auf der arbeit bin fange ich von vorne an

Lubi du, lubidubidu
Hi, hi, ha, ha!
Holla ju, di dubidubidu

Immer wenn ich tippsel, höre ich es tappseln
Wenn ich auf der arbeit bin, tappsel ich vor mir hin
Wenn ich dann noch auf der Arbeit bin tastet, tippselt es sich vor sich hin
Und wenn ich dann noch, hach ihr glaubt es nicht

Lubi du, lubidubidu
Hi, hi, ha, ha!
Holla ju, di dubidubidu

Wenn es dann noch tippelt, tastet,
dann weiß ich wer ich bin

Juchhee! Ole!