Manfred Mann’s Earth Band

Die bezaubernde L. erhielt zu ihrem Geburtstag Konzertkarten für die legendäre Manfred Mann’s Earth Band. Manni und Band luden uns beide am 6.4. (liebe Glückwünsche für Dich, Papi!) in das KulturWerk nach Wissen ein. Da wir seit etwa Anbeginn unseres Hörvermögens die Band kannten, sie gründeten sich bereits 1971, waren wir gespannt was diese alten Haudegen so noch auf die Bühne bringen. Kurz gesagt – es war phänomenal! Großartig, überaus rockig schwelgten wir in lange gekannte Klassiker wie z.B. Blinded by the light, I came for you (hihi..) oder auch Mighty Quinn.

Ich muss zugeben, dass ich noch nie eine Platte, CD oder sonst irgendetwas von den Burschen hatte. Aber seien wir mal ehrlich, die Songs kennen wir alle. Jedenfalls waren wir sehr gespannt was so alte Leute noch können. Und ich kann Ihnen sagen, dass ich überaus geflasht war. Hochprofessionelle Musiker die wahrscheinlich mehr Elan hatten als ich in meiner Knochenmühle, die Altherrensänger haben mit ihren Stimmen auch noch den letzten Zweifler überzeugt. Die Darbietungen waren „Querfeldein“ – von Blues, Old-School-Rock, Heavy-Rhythmen bis zu mehrzehnminütigen Symphonien, rissen um die 1300 begeisterten Fans mit in eine musikalische Zeitreise. Diese, was soll ich sagen, wunderbaren Musiker – mit Charme und Können vergingen die fast 2,5 Stunden dieser „Altherren-Kombo“ wie im Flug und die tosende Menge skandierte nach mehr, nach Zugaben. Diesem Wunsch kamen Manfred und Band nach und hinterließen uns als glückliche Fans, die noch Wochen danach, was sage ich, noch jetzt von dieser Darbietung zehren.

Sie werden ein oder zwei Berichte über das Konzert in der Lokalpresse ergoogln können. Von daher möchte ich noch erwähnen was nicht in der Presse stand. Vor Beginn des Konzert standen wir ziemlich weit vorne und ich für meinen Teil, frönte einem Limobier. Was aber keinen nennenswerten Informationsgehalt hat. Ich hatte Blick auf den Backstagebereich, die dort befindliche Klotür wurde immer dann scherzhafterweise geöffnet wenn ein Rowdie grade pissen war. Die erschreckten Blicke von denen waren Gold wert. Auch wenn da hinten im Gang ein Joint nach dem anderen die Runde machte, machte mich nicht nervös. Im Gegenteil. Fand ich sympathisch. Und als die Herren, teilweise die Haare so grau/weiß wie mein Bart, endlich die Bühne betraten, war ich auf eine ruhige, gesetzte Darbietung gefasst. Mich wunderte ja im Vorfeld, dass es keine Bestuhlung im Saal gab. Das dann Folgende nahm ich bereits vorweg. GROßARTIG! Ach, und dass der Drummer ab und zu während seines Jobs eine dampfte – geschenkt!

Ich mache mit schönen Gedanken und Gefühlen an unser erstes Manfred Mann’s Earth Band-Konzert Schluss und präsentiere noch ein paar Pics. Falls Sie die Gelegenheit bekommen diese Band live erleben zu können – greifen Sie zu! Echt!

Das ich während einer Limobier-Pause meinen ehrenwerten Knochenmühlen-Betriebsarzt samt Gattin traf, ist nur eine Randbemerkung.

Enjoy!

Lemmy – White Line Fever

Es ist grade die Zeit wo ich schlummern sollte um neue Kraft für die Knochenmühle zu bekommen. Aber ich bin immer noch wach und angefixt und muss mein Herz, meine Gedanken noch schnell zittrig und wie gewohnt, rechtschreiberisch perfekt in die Tasten hauen.

Der liebe Neff hatte mir die Autobiographie von Lemmy „White Line Fever“ geschenkt. Für diejenigen die nicht wissen wer Lemmy ist, es ist der von Motörhead. Jedenfalls, dieses Buch habe ich grade hier am Esszimmertisch bei ein paar Gläser Cola zu Ende gelesen und ich bin berührt. So sehr dass ich jetzt erst mal meinen teuersten Rotwein aufmachen musste um mich zu sammeln.

Lemmy, Ende 2014 hatte ich das Vergnügen Motörhead noch mal live zu erleben. Sichtlich angeschlagen zwar, aber laut und mitreißend wie ehedem. Ich hatte einen Sitzplatz. Ende 2015 weilte er dann nicht mehr unter uns. Sie wissen schon.

Er hat dieses, grade in meinen Händen befindlichen Buch, abgeschlossen mit „Herzlichst, Lem, September 2002. Kurz und knapp. Nicht ohne noch kurz vorher zu sagen dass man noch von ihm hören würde. Dieses Ende erinnert mich grade an mein letztes Konzert mit Motörhead. Es war auch irgendwie ein Ende. Man merkte den Zustand von Lemmy an obwohl seine Energie nie im Leben nachließ außer er war wirklich am Boden. Dann stand er aber nach kurzer Zeit wieder auf und machte weiter. Es erinnert mich an meinen Vater. Der ebenso, nur anders, ein Rockstar war. Beide konnten von der Straße berichten. Und das ohne Pathos. Und nie eingeknickt sind. Egal welche Arschlöcher die Wege kreuzten. Egal welche Stürme tobten, die wissenden Bärte flattern ließen. Die Augen immer auf und Geradeheraus als Mensch.

Warum ich grade noch mal das Tippgerät vorholte war nicht um euch etwas über Lemmy zu erzählen, das können andere viel besser als ich. Nein, ich bin total geflasht über einige Sätze die ich im Buch laß. Immer in der Hoffnung dass die deutsche Übersetzung halbwegs gelungen ist. Aber das, mein Herz ist dabei. „Hey Alter, Ace of Space..“ – dieser Satz hing ihm zum Hals heraus und machte ihm das Leben schwer und war angepisst. Er hätte gerne gehört dass die Leute die neuen Sachen auch hören wollen. Immerhin war er ziemlich fleißig, überaus – jede, jede Menge Alben! „Ach ja? Wenn Dir der Song so gut gefällt wie kommt es dann dass Du 1980 aufgehört hast uns zu hören?“ Hast Du jetzt Frau – Mutti und Kids daheim?Rock’n’Roll ist nur noch Vergangenheit für Dich?

Die Welt, die Menschen, die Kids gehen den Bach runter. Da gibt es keine Abhilfe mehr. Und es hat nicht nur mit MTV angefangen. Er war froh dass er die Sechziger erlebt hatte. Kein AIDS und die Drogen waren noch sauber so dass sie nicht alle verreckt sind wie die verschissenen Fliegen in den nachfolgenden Jahrzehnten. Ja, unsere Kids werden alle verschissene Immobilienmakler und Steuerberater und scheißen sich in die Hose wenn der Bus auf freier Strecke ohne Hinweis anhält. Der dann umstellt wird von unseren „Beschützern“ – den wahren Terroristen. Die Bullen die noch nie Elvis hörten und Merkels Mundwinkel mit devotem Zungenschlag küssen, als Handlanger der Finanzindustrie – nein, sie wissen es wohl wirklich nicht –  in den stinkenden Arsch kriechen. Wenn diese pervertierten Roboter es doch könnten. Zu hören. Zu leben. Mensch. Sein. Ach, ich rege mich wieder auf!

„White Line Fever“ – dieses Buch wird mir noch lange nachhängen. Es ist ehrlich. Es ist Lemmy. Es ist eine Geschichte des Rock’n’Roll und über Wogen die es nicht zu besiegen sondern zu surfen gilt. Es ist eine wahre Story über das Aufstehen, das Durchhalten und sich nicht Verleugnen. Es ist ein Buch über Menschlichkeit und die Abgründe der Musikindustrie. Es ist ein steter Kampf sich ehrlich zu bleiben. Er hat es geschafft. Ich strebe.

Kennen Sie Dave Grohl von Nirvana/Foo Fighters? Er sagt kurz und knapp: „Scheiss auf Elvis und Keith Richards! Lemmy ist der echte King of Rock’n’Roll!“

Dem füge ich nichts weiter hinzu.

Schirrmi

Die Verwandlung

Heute gibt es richtig was zu erzählen – behaupte ich, bevor Sie nicht die geringste Ahnung haben worum es geht. Vorweg: Es verwandeln sich Menschen in Andersartige. Aliens würde ich als Sci-Fi-Liebhaber sagen. Auf plötzliche Weise, nie geahnt noch gewünscht, waren meine Hoffnungen auf Freundschaft so abrupt in meine tiefsten Franz K. Gewölbe gelandet.

Was ist passiert? Der schöne Vororstern am Arsch der Welt, ich befinde mich in ebendessen, rief mich draußen über den Schutthaufen der Freund an. Nie einem angenehmen Gespräch abgeneigt, die dargebotene Ziggi verneinend, waren wir im Gespräch über dies, das – die Welt und und was uns allen so bewegt. Und waren einer Meinung – es läuft insgesamt gut. Er nannte mich „sein Lieber“, wie ernsthaft war er mein Freund. So mag ich es! Gute Gespräche unter Freunden, Nachbarn!

Es klingelte an der Tür. Wir öffneten und vor uns standen diese lieben Menschen. Diesmal nicht nur der Vater sondern die ganze liebe Familie. Ich freute mich wie immer und ludt sie herzlich in mein heimeliges Zuhause ein „Nein, nein, ihr müsst euch nicht die Schuhe ausziehen, Ihr seid hier auch daheim!“. Seltsam schweigsam traten sie ein und näher und nahmen den herzlich dargebotenen Platz an meinem Tisch an. Immer noch schweigend, die Augen der gesammelten Gäste recht schwermütig, kopfschüttelnd verneinend meine höfliche Frage ob Wasser, Tee, Kaffee oder Sonstiges gereicht werden dürfte – fragte ich mich innerlich und ohne äußerliche Regungen welch Gründe diese meine lieben Menschen denn haben mich zu besuchen. Hatte ich doch ganz kurz zuvor noch so freundschaftlich mit dem Hausherren gesprochen, gelacht – uns über deren neues Auto (T5) gefreut.

Sie nahmen stumm und starr, mit Kind und Kegel, an meiner Tafel platz und plötzlich brach es wie wild aus ihm heraus: „Ich war um 1 Uhr draußen eine rauchen und hörte eure Musik!“ Ich war nicht weiter verwundert, denn warum nicht? Ich als Menschenfreund würde nie jemanden davon abhalten wollen das irgendjemand um 1 Uhr noch eine Ziggi pafft. Und weiter – er wurde immer lauter, seine Frau und das arme Kind noch leiser: „Du hast Dich mit dem Nachbarn unterhalten und unser Fenster war auf!“ „Ähem“ – räusperte ich mich ihn fragend zugewandt.. Er mit hochrotem Köppchen: „Ja, Du lachtest und hast Dich unterhalten mit dem Jupp!“

Ich als Gutmensch und in Anbetracht der Tatsache das seine stille, liebe alles hernehmende Gattin sowie das arme, liebe Kind anwesend war, bat ich ihn um Herabsetzung seiner uns überaus brutal vorkommenden Stimme sowie um Nachdenken ob seiner in meinem Hause stattfindenen Aggressivität. Ich bat um Mäßigung und dieser Bitte kam der mir plötzlich unbekannte Freund nach, verließ noch größer, seine brutale Wut grade noch zurückhaltend, nach und begab sich in den Flur nicht ohne noch zu mir und allen Anwesenden Drohungen und bösgemeinte Prophezeihungen auszusprechen. „DU WIRST DIE KONSEQUENZEN TRAGEN!“

Mein lieber Freund! So sage ich jetzt und wollte nicht noch Öl in Dein flammendes Herz gießen, mein lieber Freund! Wenn Deine Familie und wir Dich weiter machen lassen sollten, dann passiert was mit Dir. Dann wirst Du etwas verlieren. Und das ist nicht nur Dein Verstand sondern auch Dein Familien- und Freundeskreis was Du verlieren wirst. Versprochen auf den Acker den Du immer wieder hinterließt.

Schirrmi

Hervorgehoben aus dem Grab – C-Levels

Ich glaube ich berichtete, wir sitzen jetzt alle im neuen Großkotzbürogebäude. Dazu haben nur noch C-Level Menschen ein eigenes Büro – im Glaskasten. Merker an mich: seit Jahrzehnten arbeite ich für andere Leute und mache sie reicher. Aber warum müssen die immer so laut sein? Brüllen wie Affen. Schreien wie Hyänen. Jegliche Begrüßung geht ab: „HALLOO, WIE GEHT ES DENN SO..“ schreien die so rum wenn sich die C-Levels begegnen aber schlimmer noch wenn diese, verstehen Sie mich bitte nicht falsch, C-Level (hihihi), sich untereinander und an angeblichen untergeordneten Menschen (Mitarbeitern) wenden.

EINEN SCHÖNEN GUTEN TAG!!! WIE GEHT ES DENN SO?

Pffrrrr, die alte Koksnasen, da kriegt man ja einen Hörsturz! Dann geht es weiter: „WAS IST DENN DAMIT? WAS IST DENN  HIIERMIT?“ Und dann noch weiter: „INAKZEPTABEL..“

Ich denke mir ja immer, wenn diese Koksnasen ihren Job verlieren dann tut es ihnen nicht weh. Da hat die total verblödete Tochter immer noch ihr Pony im eigenen Stall. Und die Augenbrauenrümpfende,  blonde, hübsche Mutti-Milf zu ihrem total blinden, Kreditkartenzückenden grauen Wolf sagt: „Ey – Du weißhaariger, kurzgesichtiger Arsch!“ „Solange Du immer noch dieses debile Grinsen in Deinem feisten Gesicht hast, ekelst Du mich an. EKELST mich an!“ Und Du blinde Sau da, kriegst ja gar nichts mehr mit wenn Du unterwegs bist in der Welt. Kannste Dir Hornbrillen anziehen, Lupen – DU wirst NIE klar sehen was hier abläuft während Du unterwegs bist. Du Lusche!

Da höre ich, während ich Papiere für das Management (hähä) auf dem Tisch ausbreite. Er, Der: „Kleiner geht ja wohl nicht, wa?“ Das Grinsen verkniff ich mir mit der Bemerkung dass man ja Papier sparen muss, Herr Sowieso, nee?! HA!

Früher, ich meine jetzt noch, Organismen die nicht von selbst überlebensfähig sind, müssen dem Gesetze des Darwin gehorchen. Wir warten alle ab dass diese „Visionäre“ in ihren Grotten landen und an ihrer Scheiße ersticken die sie auf den Rücken von Menschen aufgehäuft haben, Gott – Jesus – würde sagen: Ich schlage sie so lange bis dieses Geschmeiß ausgemerzt ist!

Meinen Sie dass die Kinder dieses Monsters, dieses Viehs  immer noch unschuldige Ponys reiten? Dass sie wirklich nicht wissen wessen (Teufels)-Geistes Kind der Papa ist? Das man sich nicht wundern muss wenn ein „Hair-Model“ den Bach runter schwimmen muss? Zwingend. Dass eine, ich möchte gerne „und“ sagen, aber es ist in ganzer Linie – A-sOZIAL. Asozial! Schämen sollt ihr euch!

Cloud. Outsourcing. Dummbatz! Schuster –  bleib  bei Deinen Leisten! In Deinem kleinen hochherrschaftlichen Leben wo Du noch nicht mal tanzen kannst, Deine Kinder tanzen wenn der Irre, Laute – dem Ende, korrupt nicht abgeneigt ist.. ALLES EGAL DEN SÄUEN; HIER GEHEN SIE RUM DIE REGIERUNG WARNT DAVOR – DIE SÄUE-PEST; SCHÄMEN SOLLTEN SIE SICH. Die Feinen. Haha, hihi, haahaaaaaa:::

 

 

Hüttenzauber am Arsch der Welt

Während sich Scheffe für ein paar Tage in Ischgl amüsiert („Hals- und Genickbruch“), ist an der eisigen Front, am Arsch der Welt, laut Tagesbefehl soweit alles ruhig. Soweit ruhig, haha..

Draußen auf dem „Rasen“, wenn ich ihn erblicke und drauflaufe, kommt er mir wie ein frisches Verdun-Schlachtfeld aus dem vorletzten Weltkrieg vor. Also, da auf dem Rasen steht in einer Ecke eine Gartenhütte. Sie steht trotz Sturm und unter himmelsschreiendem Versagen unserer Bananenrepublikpolitik immer noch. Genauso wie der Vogelfutterring im Wind an dem an den Pisa-Turm erinnernden Vogelfutterhäuschen klatscht und knallt dass es eine Freude ist und niemand weiß für wen. Denn Vögel würden sich dem Erschlagenwerden aussetzen beim Picken von Futter und die Station hängt so schief an einem überaus professionell in den „Rasen“ gerammten 2 Meter Stab, dass eine Katastrophe absehbar ist. Jedenfalls gehen Mausspuren, multiple, immer noch von dem von mir bewohnten Papphaus in Richtung „Vogelfutterhaus am schiefen Eisstab“ und retour.

Es ist eine schreckliche Zeit für Raucher. Hier drinnen ist es halbwegs erträglich, die doofe Fußbodenheizung heizt nur da wo man nicht hintritt und auch sonst so, aber wenn der Ofen mit den letzten Palletten und Möbeln angeheizt ist, kann man es im Drippl-Pulli und Hoodie sehr wohl aushalten. Die Unterhose ist Wollen, der Hut eine Mütze. Meine Lackgaloschen werden ebenda durch feinstes Lammgewirr getauscht. Aber, aber.. Als Raucher der die Doktrin aufgestellt hat, hier im Papphaus nicht zu rauchen, muss man ab und an mal raus auf die Terrasse. Sie glauben nicht was dort so passiert. Da, draußen, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Außer frieren und sonstige Ungebilde meine ich.

Unter dem „Dach“ der „Gartenhütte“ hängt eine weitere Vogelfutterstation. Recht hübsch anzusehen wie die Vögel sich freuen. Obwohl es mir manchmal wie ein Massaker vorkommt. So rotzfrech hacken sie manchmal die Ordnung und vollziehen Flugmanöver wie damals auf Pearl Harbor es ein Kindergarten war. Dabei fällt auch mal ein Korn nach unten. Und Federn. Verwundert und einigermaßen erschreckt ob dieser Gewalttaten konnte ich ein kleines, braunes Wesen beobachten was aus einem kleinen Schlitz unter der Hütte hervorkommt, sich ein heruntergefallenes Körnchen in das Mäulchen nimmt und wieder zurück in die Hütte verschwindet. Nur um es wieder und wieder zu machen. Das kleine Leckermäulchen! Am nächsten Tag musste ich aus Gründen in die Gartenhütte, schloss die gepanzerte Tür mit meinem kleinen goldenen Schlüsselchen (hängt an meinem Hals) auf und Huch! Es sprang! Es raschelte! Es wieselte, es lief und sprang und piepste dass es eine Freude war. Herrlich! Gesehen habe ich nix, seit dem Kurzschluss im Sommer als ich dort in die Hütte Strom verlegen wollte. Ein wenig erschrak ich ja doch. Denn was weiß ich was hier auf dem Land so in „Gartenhütten“ fleucht?

In einer Ecke entdeckte ich ein großes, nein – ein Riesengroßes Lager an Vogelfutter! Viel, sehr viel Vogelfutter! Und jedes Einzelne Körnchen wurde von einer Maus, Oma- Großoma- Urgroßomamaus etc. einzeln dort hin verbracht, angehäuft, so dass ein schönes und liebevolles Generationenmaushaus gedeihen kann. Und das im Winter – sie rechneten wohl nicht damit dass ich mal vorbei komme um nach dem Rechten (hihi) zu schauen. Der Haufen war links (nochmal hihi). Na ja, ich als alter Ornithologe nahm die Schaufel und packte alles von den Mäusen mühsam gesammelte Vogelfutter weg und verbrachte es wieder in die Vogelfutterstationen. So! Positiver Nebeneffekt – wie Sie sich sicher denken können: In der „Hütte“ war mal wieder sauber und herrschte Ordnung! Warum springt da mein rechter, durchgestreckter Arm nach oben? Muss ich mal meinen Hausarzt fragen..

Wenn man so in sibirischer Kälte da draußen rumsteht und einem die Wohlstandswaden wagen einzufrieren, blickt man um Wärme zu erzeugen sehr hektisch um sich. Sehr! Damit es einen Effekt hat. Dabei bekommt man viel mit was man sonst nicht bemerkt hätte. Dieses gruselige Geschrei der Viecher, wir glauben es sind Füchse die ficken, balzen oder sich gegenseitig sonst was antun, das immerwährende, bedrohliche „Huh“ und wieder und wieder „HUH“ aus der Ferne wie das Atmen des Fährmanns. All das und das seit einiger Zeit aufgehörte Gackern der Gänse und Hühner in der Nachbarschaft lässt Raum zum Nachdenken. Beim Schmauchen. Rehe sind da. Quasi auf dem wohlgepflegten und überaus hübschen und gangbaren „Rasen“. Letztens stand ich wieder da in dieser verschissenen Kälte da draußen und da saß unser alter Kumpel auf dem Baum. Der Turmfalke, wie die liebe L. mal meinte. Wir streiten uns derzeitig noch ob Turm- oder Baumfalke. Ich meine, wenn es ein Turmfalke wäre, sollte er sich Türme suchen und nicht Bäume. Einleuchtend? Knall gehört?

Ich stand da so und schmauchte und hob meinen Arm so in der Art wie die Bekloppten – haha – aber auch wie die Falkner machen. Hob meinen Arm und tat so in Richtung des Falken als wäre ich ein Falkner und als ob ich ein Leckerli in der Hand hätte. Der Fuchs, ähm, der Falke sah das und kam gemütlich heruntergeflogen, kam immer näher in meine Richtung (ich hatte keine Falknerlederhandschuhe dabei, L. lachte schon obdessen) und immer näher heran, schweben konnte man es nennen und immer näher und drehte dann ab. Die DUMME SAU! Ich dachte die hätten gute Augen! Soll sich mal ´ne Brille beschaffen – das Opfer! Hätte doch sehen können dass ich nur verarschen will indem ich meinen rechten Arm hebe! Das nächste Mal.. Ohhh, das nächste Mal..! Gibbet wat!

Herrlich ist es hier am Arsch der Welt. Ehrlich! Diese ganzen Fährten, Spuren und die Kothaufis auf meiner Terrasse und unter dem Papphaus. Die Natur schreit und brüllt. Sie seufzt vor dem Ableben. Es raschelt, es hinterlässt Spuren. Ich bin nicht allein. Es lebt. Sie leben. Ich lebe noch. Ich sollte meine ganze Energie darauf ansetzen zu ergründen Warum? Warum noch? Warum? Wieso?

P.S.: Die Tage sind schon die ersten Rotmilane zurückgekommen. Ich an deren Stelle wäre noch was im Süden geblieben.

Von Einem, der auszog, das Fürchten zu lernen

Brrrr.. ging es mir durch Haut und Haar!

Ich kenne das Märchen „Von Einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ schon sehr, sehr lange. In meiner frühen Kindheit las ich die Geschichte immer und immer wieder – es gab noch keine Horrorfilme.

Weggeschickt von daheim, alleine in der Fremde – Kümmerer waren damals Tanten, weiß gekleidet. Zweimal die Woche, Onkel Doktors – ebenfalls so gekleidet, erhielt ich Besuch. Wenigstens etwas. Meine kleine Seele, ich, war immer soweit weg von daheim. Mir fehlten Mami, Papi, meine Geschwister. War so klein und wusste nicht mehr woher ich kam, wo meine Wurzeln sind, wer meine Freunde sind. Falls sich jemand anschickte sich mir zuzuwenden, redete ich, froh über die Aufmerksamkeit, die Leute mit „lieber Onkel“, „liebe Tante“ an. Und verbarg mich, meine Haut – mich, weil ich fürchtete, dass sich die Leute ekeln.

Als ich einmal nach 6 Wochen heimkam, mit meinen kleinen Händchen die kleinen Köfferchen hielt, mit allem was ich brauchte – kleine Schlafanzüge, kleine Unterwäsche, viele Medikamente, Verbandsmaterial und von den Tanten und Onkels selbstgeschriebene Wünsche „Lieber Kleiner, mach es gut!“ – lief eine fremde Frau auf mich zu und erdrückte mich auf dem Bahnsteig in Bonn oder Köln. Ich sagte nur: „Tante, das tut weh.“ Es war meine Mama, die ich nicht mehr wiedererkannte und ich musste auch sonstige Bindungen wieder erlernen.

„Stark“ wie ich war, mit sechs oder sieben Jahren, die Welt gesehen und raus aus dem Gulli, war ich mal wieder da. Und freute mich schon auf den nächsten Krankenhausaufenthalt. Wenn ich mich recht erinnere hatten meine lieben Geschwister zu meiner Weihnachtsheimkehr bereits meine Geschenke ausgepackt und damit gespielt. „Schau mal, Kleiner, haben schon alles aufgebaut.“

Die Natur hat mich damals nicht sterben lassen. Grausam wie sie ist. Sie deutete meinen Tod wiederholt an und irgendwie, auch Dank Martin und anderer Menschen, bin ich noch hier. Und was kann ich sagen? Ich gruselte mich nie. Außer wenn ich starb. Dann flippte ich aus. Egal wie klein und dünn und schwach ich war. Ich schrie, ich zerstörte mit meinen kleinen Fäustchen die Wohnungseinrichtung. Haute Dellen in den Badewannenrand mit meinem verstörten Köpfchen, die Alpträume waren so schlimm, dass mein seichtes, diesseitiges Ich keine Schmerzen verspürte – übertrat ungewollt mehrmals die Schwellen. Ich war wohl damals noch nicht bereit für den Tod.

Im weiteren Verlauf, ich lebte noch und jeder wird ja mal älter, wunderte ich mich nur und sah die Welt nur noch, wie soll ich das beschreiben? Sarkastisch? Komisch? Ich bin der Schwellentyp? Der schon mehrmals auf der anderen Seite war? Up and Downs? An dieser Stelle fängt mein fieses Grinsen wieder an. Weiß nicht warum. Leute fragen mich warum ich so bin. Nicht warum ich bin.

Dieser Text sollte eigentlich einen anderen Hintergrund haben. Aber die kleinen Finger tippseln so vor sich hin und die Maushand schickt es ab.

War Kafka ein verzogenes, verwöhntes Kind?

Ein Fragment in welche Richtung dieser Blog gehen sollte: „Und höre heute zu wenn meine Liebste draußen, zu später Abend- und Nachtzeit auf der Terrasse eine Ziggi zu sich nimmt und mir dann irgendwann Mal erzählt wie sehr es sie da draußen gruselte. „