So, soso. Sowieso.

Gestern war Dienstag. Und heute kommt es mir wie Freitag vor. Obwohl ja morgen lediglich aus irgendwelchen Gründen arbeitsfrei ist und nicht Samstag. Normalerweise hinterfrage ich nicht lange und nehme solche Tage gerne mit. Jedoch redeten die Kollegen dauernd von Brückentag. Wenn die von Brückentag reden, dann hämisch. Denn ich habe ihn nicht. Ich hatte ihn gehabt. Öfters, früher und kann ihnen gegenüber nicht offen sein um den Zusammenhang zu erklären. Ja, von daheim weg, hatte ich unter Brücken ein Dach über den Kopf. Oder was noch gemütlicher war, Bahnhöfe. Da war es warm. Aber das geht heute wohl nur noch mit gültiger Fahrkarte.

Ich las heute den Glumm und seine Lena-Geschichte. Es berührte mich sehr und bekam ob seiner Exaktheit Bilder im Kopf und fühlte mit. Manchmal habe ich geweint. Aus verschiedenen Gründen. Oft Mitgefühl weil mir seine Zeilen, seine Worte aus der Seele sprechen. Wie schön wäre es wenn ich auch so ein Schreibtalent hätte. Ich würde sofort über mein Kennenlernen mit Petra berichten. Damals als ich mit meiner Freundin nach Bonn fuhr, Petra kennenlernte und mit ihr und nicht mit ihr nach Hause fuhr. Heiße Schwüre in die Ohren geflüstert, bunte Flecken am Hals, die Mundwinkel ausgefranzt und konnten nur noch röcheln – vor lachen. Lachten und machten die ganze Nacht.

Der Alkohol hat sein nächstes Opfer gefunden. Ich soff am Wochenende schön und nett Wodka. Und nun bin ich farbenblind. Der Deutsche, Weltmeister in der Mülltrennung und ich mache mit und mir Vorwürfe. Denn letztens bin ich zu den Glascontainern um die Sünden der letzten Nächte zu entsorgen. Weiße Container für Weißglas, grüne für.. usw. Gedankenverloren bemerke ich meine Hand wie sie grüne Flaschen in den Weißglascontainer wirft. Ich schalte mich, riss mich zusammen und wollte es mit den weißen Flaschen besser machen. Und warf sie in den Grünglascontainer. Das war damals. Heute stand ich an der gleichen Stelle für den gleichen Vorgang. Leise über damals kichernd packte ich die Flaschen und schmiss sie rin. Wieder falsch. Dann war es mir auch egal und fuhr weg. Vor der nächsten Ampel hielt ich solange an bis ich angehupt wurde. Ich wollte auf Nummer sicher gehen und nicht über rot fahren. Denn mit grün hatte ich seit eh und je ein Problem. Außer es war Gras.

Wer soll das im Nachhinein wissen? Waren es Katzen, Ratten, Wühlmäuse? Ich glaube es waren Dohlen. Jedenfalls kam ich vom vermaledeiten Glascontainer nach Hause und war ein wenig verdutzt. Besser hätte es Freddy Krueger auch nicht hinbekommen. Mein kürzlich runter gestellter „gelber Sack“ war handwerklich sehr fein in kleine Fetzen zerstückelt, der Inhalt wie in Gedenken an moderner Kunst auf meinem Hof verteilt. Mit „gelber Sack“ meine ich keine Chinesen, nein.

Der Bob. Harmonika, Gitarre, Klavier und weitere Instrumente konnte er spielen. Dazu singen und texten. Ich mache das alles auch. Es hört und liest sich aber anders an. Ganz anders. Ganz, ganz.. ich höre auf. Sogar ein mir lieb verbundener junger Mann, mit einem vor Extase auf dem Taubertalfestival entsorgten Bob Dylan T-Shirt, kann besser. Als ich. Er und seine Kumpels müssten jetzt eigentlich bald mal fertig sein mit ihrer ersten im Tonstudio aufgenommen Platte. Und Geburtstag hatte er auch noch. Der Bob. Nicht der F.

Ich packte ein paar Mettwürste ein, dazu Schokolade, Wein und Wodka und sah da vorne im Kassenbereich wieder Dramen. Morgen scheint ja ein Feiertag zu sein und im Discounter geht es rund als ob ein Krieg ausgebrochen wäre. Nicht dass nicht schon lange einer ausgebrochen wäre, aber das meine ich jetzt nicht. Irgendwann war ich dran. Die Kassiererin fragt mich nur: „Wieviel?“ Ich antworte „Zwei.“ Und sie reckt und streckt sich und scannt lässig und ungefragt zwei Pack Tabak. Während ich noch in Gedanken bin wie sie lässig und ungewollt elegant in Ihrer Berufskleidung aussieht fragt sie mich ob ich dieses Jahr wieder bei Rock am Ring wäre. „Nee, Rock im Park.“ „Und Du?“ Von hinten hörte ich Husten, Geräusper und Unwillen als wir uns über Black Sabbath unterhielten die wohl dieses Jahr eine ihrer Verabschiedungstouren machen. Und RHCP – da freuen wir uns beide drauf. Ja, schlimme Darmkrankheit hatte Anthony, aber jetzt geht’s ihm ja besser. Ob Dosenbier vorher noch mal ins Angebot kommen würde? Und so weiter, es war mal wieder schön mit ihr zu quatschen. Der Ort war grade recht, an der Kasse mit Furien im Rücken. Wir ließen und Zeit.

„Ja, dir auch viel Spaß!“ Prost!

Happy Birthday, Bob

Wer mich kennt, der weiß dass ich Geburtstage verschwitze. Ich habe ausgeklügelte Organisationsmethoden rund um Geburtstage entwickelt jedoch, es hilft nix. Am Vortag noch dran gedacht und ausgiebig darüber geschwätzt – am nächsten Tag.. weg. Verpasst. Mindestens einen Tag danach fallen mir wieder die Schuppen von den Augen. Und wie peinlich, ich muss nachträglich gratulieren. Diejenigen die mich kennen, kennen es schon.

So auch diesmal. Der wunderbare Bob Dylan hatte gestern Geburtstag. Stolze 75 Jahre hat er erreicht und ist immer noch nicht leise. Glückwunsch!

Ich könnte jetzt ein paar Sätze zu ihm und zu meinem Verhältnis zu ihm, oder besser, zu seiner Musik schreiben. Das überlasse ich diesmal aber dem Lindwurm. Der kann es besser. Ich empfehle folgenden Artikel von ihm:

You fight for the throne and you travel alone – Happy Birthday, Bob Dylan

Wenn sich erst mal Kunsttheoretiker, Kulturwissenschaftler und Leute, die ansonsten unverständliches Angeberkauderwelsch in Ausstellungskataloge oder elitäre Hirnwixermagazine schmieren, mit einem befassen und einen im Zuge gut gemeinter Erklärungsaufsätze zum Objekt ihrer Sprachvernichtungen machen, muss man sich als Rockmusiker entweder die Kugel geben oder Bob Dylan sein, denn wenn man Bob Dylan ist, dann ist es einem egal, dass sich sogar in der Klagenfurter Universitätsbibliothek, gut versteckt in der Anglistikabteilung, eine Magisterarbeit über die „Surrealen Elemente in den Texten Bob Dylans“ findet.

Hier weiterlesen ist Pflicht!

Erst vögeln dann Drama

Frühling. Die Klamotten werden immer weniger und auch dünner. Gefühle. Jedes Jahr eine kleine Wiedergeburt mit einer wie neu erlebten Pubertät. Ich nenne es Geilheit. Auch wenn es manchmal eklig ist sich einen fast halbhunderdjährigen vorzustellen wie er mit einem Rohr ohnegleichen durch die Welt lustwandelt. Erwähnte ich schon dass etwas weiter geschnittene Businesshosen in so einem Fall von Vorteil sein könn(t)en? Erst vögeln dann Drama weiterlesen

Neues Werkzeug

Ich habe mir mal wieder was Neues gegönnt. Werkzeug.

Was hätten wir denn da? Ein schöner Schminkspiegel damit man für die eigentliche Tat auch adrett aussieht. Weil ich immer Probleme hatte ganze Körper in den Kühlschrank zu bekommen, eine Säge. Damit werden die Opfer zerteilt. Zum guten Schluß noch ein schönen, langen Spachtel um die angetrockneten Hirnreste von den Wänden zu kratzen. Tipp: Besorgen Sie sich einen Spachtel mit Haken dran. Somit können Sie ihn fast wie unbemerkt zu Ihren sonstigen Küchenhelferlein hängen.

Ich weiß ja nicht wie es Ihnen geht. Neue Sachen muss ich sofort ausprobieren. Das tat ich heute und, was soll ich sagen? Mit ordentlichem Werkzeug macht die Schlachterei noch mal so viel Spaß.

Aber schauen Sie selbst:

Neues Werkzeug
Neues Werkzeug

Was ich damit im Detail verbrach, sehen Sie morgen. Bis dahin proste ich Ihnen gut gelaunt mit Kirschwasser zu.

Prost! 🙂

Schnaps für lau

Jetzt erzähle ich Ihnen sicherlich etwas total Unerwartetes.  Eine Neuigkeit. Ich war nämlich kürzlich im Harz.  Und jetzt alle zusammen: Aha!

Schon an der Rezeption stand ein Korb. Meine Frage nach freier Bedienung der darin befindlichen Leckerlis wurde positiv bestätigt. Ich griff zu. L. auch.

Am nächsten Tag stand dieser Korb wieder da. Und während ich die Dame aufgrund von Unklarheiten meiner All-Inc-Buchung beschäftigte, griff ich erneut zu.

Ein Tag war der sogenannte „Vatertag“. Oder auch „Männertag“ genannt. Letzteres gefällt mir besser aber eigentlich ist mir das sowas von scheißegal. Hauptsache keine Knochenmühle. Und mit meinen Kindern hatte ich jeden Tag Spaß, da benötige ich echt keinen Sondertag. Vor allem nicht um mich zu besaufen. Da brauche ich keinen Grund zu.

Jedenfalls klang lieblich ein Liedlein über meine Lippen während ich in dem von Fremdländern übervölkerten Restaurantbereich abermals den besagten Korb entdeckte. Leiselaut „Dänen lügen nicht..“ trällernd, packte ich mir eine weitere Ladung davon in mein Brötchenkörbchen und stieß an. An die Leute die da prekär vorm Fressen standen und sich nicht entscheiden konnten.

Er schmeckt als Gipfelschnaps ebenso gut wie er als Stimmungsaufheller dient. Einige der Kleinen sind bis jetzt vernichtet oder verschenkt worden. Hier ist der Rest.

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Vielen lieben Dank Herr Wilthener! Es schmeckt. Und für lau noch mal so gut.

Prost!