Nur so (5)

„Die Finsternis verbirgt den Schmutz nicht.“ (Surinam).

Das grade beim Kiezschreiber gefundene Zitat kommt mir grade zum Erbrechen pass. Denn was müssen meine faulen, blauen Augen lesen? Der Depp ist wieder da (Achtung FAZ).

Faule, blaue Augen? Ja, denn ich bin grade ein wenig gemütlich. Es ist Sonntag, die Sonne scheint und ich habe keine Verpflichtungen außer dass ich über ein Gericht sinne welches ich nächste Woche zubereiten möchte. Nämlich das Schwarzwälder Schäufele. Ansonsten geht es hier von „Bares für Rares“ zu „Temple of the Dog“ ins Büro. Vom verdunkelten Schlafzimmer mit dem neuesten Globetrotter-Magazin rüber in die Küche für ein karges Stückchen Brot, schön dick mit Butter, Wurst, Käse, Gürkchen, Ketchup und Majo belegt. Neben all diesen anstrengenden Aktivitäten finde ich immer wieder zur Ruhe.

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klotten_der-klottiUnd so soll es sein. Schön nicht geduscht und den Astralleib eingecremt, schleiche ich nackig von diesem zu jenem und verliere mich in Träumereien. Man muss schon ein wenig verrückt sein von Grizzly-Bären zu träumen die gelbgepunktete rote Windel tragen. Aber egal. Ich bin momentan krankgeschrieben was aber nicht heißt ich wäre so kopfkrank wie unser Generalbundesanwalt welche sich einreiht in die Beuger unserer Gesetze.

Boah, was habe ich letzte Woche in der Knochenmühle gelacht! Kennen Sie die Ostfriesische Nationalflagge? Weißer Adler auf weißem Grund? Jedenfalls antwortet ein Kollege auf eine Email mit Option „An alle antworten“. Stutzig machte mich in seiner Antwort eine Textpassage welche eine längere Lücke enthielt. Ich kopierte seinen Text in den Notepad und siehe da, er hat mit Farben gearbeitet. Wie folgt, und ich markiere das was er weiß auf weißem Hintergrund formatiert hatte, in fett. Er hatte die Hoffnung dass es niemand mitbekommt. Sinngemäß:

„.. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich bin vollumfänglich mit Ihrem dummen, verschissenen Vorschlag einverstanden. Grüße XYZ“

Der Praktikant! Er beließ Großkopferte und sogar die C-Ebene mit auf dem Verteiler. Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen.

Was ich echt nicht mag ist das ewige Geklatsche, im Takt. Es deucht mir es ist eine scheißdeutsche Angewohnheit. Sie sind auf einem Rockkonzert und die Menschen, sie klatschen im Takt als ob man in einem Musikantenstadl wäre. Die Krönung, und das kommt als Nebenprodukt hirnparalysiertem Automatismus hinzu, ist das Schunkeln.

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Stellen Sie sich das vor, nein, sie kennen es. Heavy Metal, sagen wir mal Sie sind z.B. auf einem Live-Konzert von Slayer. Irgendwann fängt jemand an zu klatschen. Die anderen machen mit. Zwangsläufig. Nur in Deutschland. Dann fangen sie an zu winken. Rechts, links, rechts links, weitausholend theatralisch. Dann fängt das schunkeln an. E-K-E-L-H-A-F-T! Hier erklärt mal jemand, so dass es auch der letzte Depp versteht, warum es auch für die Musiker nicht toll ist. Eigentlich wollte ich auf blogrebellen.de verlinken, aber die gehen grade nicht.

Männer mit einem funktionierenden Pissorgan (nennt man das Prostata?) können recht leidensfähig sein. Viele Männer saufen dass es für sie persönlich eine Freude ist, für andere manchmal weniger. Sie können und müssen ganze Rockkonzerte saufen und brüllen und sich im Pit körperlich ertüchtigen. Sie müssen zwar, wollen aber nicht die vorderen Bühnenbereiche verlassen und ihren Platz abtreten nur um irgendein Kilometerweit entferntes, verschissenes Dixi-Klo in Anspruch zu nehmen.

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Nein, stundenlang können Männer sich die gelbe Brühe und den damit einhergehenden Druck aufsparen – anstauen. Nein, Man geht nicht während eines Gigs die Blase entleeren. Ganz anders aber zu Hause. Da ist das liebreizend duftende Klo grade um die Ecke und das nimmt man gerne und oft in Anspruch vor allem weil dort auch Magazine liegen die zu lesen man ansonsten keine Zeit und Lust hat (ADAC Clubzeitung, das Westerwälder Blättchen, Tits in Tops und More Tits in Tops..). So erhöht sich die Frequenz des Klogangs überproportional und Sie können es sich schon denken. Man wartet vor dem einzigen Klo im Hause bis die olle Pissnelke die den gleichen Gedanken hatte aber schneller war, den Lokus freimacht. Mit verschränkten Beinen, rot angelaufenen Gesicht und Freudentröpchen auf der frisch rasierten Eichel dazu wie ein wahnsinniger Irrwisch hin- und her hüpfend, grunzend und stöhnend im Flur hoffend das es keine versteckten Kameras gibt.

Schönen Sonntag noch!

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Ene Besuch em Zoo

Der Kölner Zoo ist immer wieder einen Besuch wert. Bei herrlichstem Sonnenschein und anfangs guter Laune fuhren wir nach Kölle. Mit dem PKW nach Köln zu fahren mache ich seit ich denken kann nur ungerne. Lerne aber nicht dazu. Und so kam es dass unsere gute Laune auf der Parkplatzsuche rund um den Zoo so dermaßen in den Keller ging dass ich mir schon wie eine Drecksassel vorkam.

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comp_koelner-zoo_cg6a4386Köln hat einen Hauptzoo und viele, viele Nebenzoos. Besuchen Sie am Wochenende, nachts einfach mal die Aachener Straße. Sie werden Getier entdecken das Sie nicht entdecken wollen. Sie gehen mit nicht mehr erkennbar menschlichem Geschmeiß, ob Sie wollen oder nicht, auf Tuchfühlung. Von Jungmännern mit großen Klappen, von Damen die aussehen wie die abgewrackte Nutte die ich leider mal hinter dem Bahnhof kennenlernte, und grade mal ihren Kinderausweis dabei haben. Kölschflaschen die splitternd den Kampf gegen Dickschädel verlieren. Bullen und Muckibudenstiere liefern sich Straßenkämpfe als ob sie zu Hause wären – „Eyh Aaalder!“. Witzig, gelle? Türkenbullen gegen gleichrassige Kölner Einwohner, beide ohne Benimm machen die Straßen unsicher, ich glaube in Istanbul ist es angenehmer. Trotz Bombenwetter.

Aber zurück zum Thema. Der Kölner Zoo. Hat man hingefunden und glücklich einen Parkplatz erhascht, geht es direkt in den Kampf um Eintrittskarten. Ich will ja bezahlen aber sie lassen mich nicht. Jede Menge Kassen und jede Menge vegane, stinkende und vorlaute Kindergärtnerinnen die Zettelschwingend an den Kassen reklamieren dass ein Kind aus ihrer Gruppe eine Ermäßigungskarte hat und die Differenz von 0,45 EUR jetzt auszubezahlen ist. Brüllend schmiss ich einen Fünfeuroschein nach vorne „Nimm und friss und mach jetzt endlich die Kasse frei, Du Schnepfe!“ Aber wenn diese Kämpfe und ich möchte noch mal erwähnen, ich will bezahlen, ausgestanden sind, geht es in einen herrlichen Tierpark. In überaus angenehmer Gesellschaft und meinem neuen Objektiv ging es auf großartige Safari.

comp_koelner-zoo_cg6a4141Damals am Wallrafplatz lernte ich den Spatz kennen und durfte einige seiner Nachkommen hier im Zoo begrüßen. Es gab pubsende Trampeltiere und blöd dreinschauende Stelzenvögel. Es gab Geparden und Baumpandas (Baumpanden?)die man nicht erblicken konnte. So glaubten wir es einfach mal dass es sie dort gibt aber ich vergaß nicht meine innerliche Notiz: „Beim Rausgehen an der Kasse das anteilige Eintrittsgeld zurückgeben zu lassen wegen Unsichtbarkeit einiger Arten.“

Der Affenfelsen – nicht von schlechten Eltern. Eigentlich nicht jugendfrei wie ich meine. Vergewaltigungen, Gruppenficken, brutalste Schlägereien, Mobbing, öffentliche Zurschaustellung von Genitalien und aufgrund analen Verkehrs rotwunde, angeschwollene Ärsche. Insgesamt ein Potpourri des 95%igen menschlichen Zusammenseins – nur auf einem Felsen umgeben von einem Wassergraben.

Es gab Elefanten die sich mit ihren langen Nasen am „Glory Hole“ beglückten, der „lachende Hans“ aus Australien, nicht zu verwechseln mit dem Blauen von der Reeperbahn. Zu entdecken im wunderschönen Tropenhaus eine überaus fette Taube die sich prachtvoll ihr fernes Daheim mit anderen schillernden, trällernden, kecken und lustigem Getier teilt. Eine wunderbare Pracht in Farbe und Exotik! Und damit meine ich nicht das Ding in meiner Hose. Denn es war Sommer. Und es gab anwesende Damen die mit nicht mehr als einer Serviette bekleidet waren. Schwof ich ab?

comp_koelner-zoo_cg6a4408Lassen Sie sich bitte bei Ihrem Besuch im Kölner Zoo nicht die Vogelflugshow entgehen. Es traten auf: Ein Mann mit Bauch, der Vogeldirigent. Der „lachende Hans“. Der flinke und abenteuerlustige Schwarzmilan. Der lautstark brüllende Ara. Das Wappentier der Bösen und viele mehr. Und wenn Sie größer sind als 170cm, passen Sie bitte auf Ihren Kopf auf. Denn die Viecher kennen kein Pardon. Da heißt es den Kopp runter nehmen wenn Sie in einer der drei Einflugschneisen stehen. Ich meine das ernst. Denn ich versuchte die großartigen Flugkünstler fotografisch ins rechte Licht zu rücken, sie kamen auf mich zu, mein Zeigefinger auf Dauerfeuer und im Sucher kamen sie viel zu schnell immer näher und Zack –anstatt einem sorgfältigen Scheitel hatte ich zwei. Also, Service vom Schirrmi-Blog: Passen Sie bitte auf. Und auf Ihre Kinder. Denn da fliegen auch Geier rum. Die genehmigen sich ab und zu mal eins zum Nachtisch.

Ja, ich könnte mir die Finger blutig tippen in Erinnerung an einen schönen Tag. Mache ich aber nicht. Denn meine Finger sind so ziemlich das Einzige was noch nicht blutet. Und wie der Klavierspieler, will ich mir nicht unnötigerweise die Grundlage meines Einkommens versauen. Daher, wenn Sie möchten, schauen Sie ein paar Bildchen und freuen Sie sich ein wenig mit:

Der wunderliche Morgen auf weißem Haar

Brrr, meine Beine treten aus, die Bettdecken fliegen, ich rede in Zungen, der Wecker schnarrt. Wie entfernt und nicht mehr wahr, haucht jemand heiser „Gib den Kopf- das Kissen frei –Mann, das ist mein!“ Schlimm der Gedanke als wär ich blind stolpere ich im Dunkeln, taste mich in’s Bad. Die Tapeten da an der Wand so rau, im Spiegel schaut mich jemand grimmig an, ich eingeschüchtert lasse es ein – das Bad, auf das der Nebel sanft und sachte über mich auf etwa Fünfuhrzwanzig gemahnt.

Der Sekundant wo ist er nun? Der gegenüber mit dem weißen Bart hat ebenso niemand.. doch im Vorteil er ist (kennense?). Er schaut mich an, ich greife zum Messer, er grient und schaut mir zu – das Messer flitzt, der Minutenzeiger eilt, vom Wozi hört man blind und Propaganda allbekannt „.. im nahen Osten die Lage soweit, wie gehabt, der Russ und etcetera.., das Wetter und überhaupt.“

Vor Schrecken krank blicke ich in mein Zwillingsangesicht, so voller Ironie und ganz tief unten der Sarg, nein, sarkastisch flüstert – wissend ruft, brüllt zärtlich mir entgegen: „Bereit, wenn Du bereit bist!“. Stramm stehe ich da und hobel das weiße Gewächs, um wenigstens äußerlich zu sein. Der Schirrmi-Schein.

Produktbewertung (4)

Beim starten des Teufelmobils ertönt Musik. Im Büro wird noch vor dem vermaledeiten Issue-Log das Webradio angeworfen und daheim wackeln sowieso die Wände. Ja, ich höre gerne Musik. Daher möchte ich Ihnen nicht eine meiner Rezensionen vorenthalten über eine Scheibe in die ich besser nie reingehört hätte.

Der Titel „Bei allem sowieso vielleicht“ sorgt vielleicht Anfangs für Belustigung aber nur bis Sie erkennen wer der Interpret ist. Nämlich: Achtung Amazon-Link: Beckmann & Band

Nicht lange auf die Folter gespannt können, wenn Sie wollen, lesen:

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Neulich beim Penny

Ich ging heute Penny. Hinter mir ein dunkelhäutiger, überaus stinkender Stinkstiefel. Wie die Pest hat der gestunken! Kotze? Eingeschissen? Eingepisst? Nee – alles zusammen und noch schlimmer. Sowas habe ich seit meinen jugendlichen Pennertouren als Punk in der Voreifel nicht erlebt. Diese Drecksau, ich brauchte eine Gasmaske. Er ging an mir vorbei – ich blieb längere Zeit am Pfandrückgabeautomat stehen, hielt mich fest und hielt solange die Luft an wie ich konnte. Und Wut machte sich in mir breit.

Weiter einkaufen. Ich war auf der Suche nach Sonderangeboten. Eines der Seitenregale mit den Angeboten war mit zwei Palettenwagen versperrt, der Gang wurde richtig schmal und wer drückte sich Körper an Körper an mir vorbei? Der üble Stinker. Ich kotzte, die Fäuste ballend, in das Regal. Hass! Der ganze Laden roch schon nach ihm. Ich kam aus meinem Palettenversteck hervor und ging vor zum Schnapsregal. Der Rotkapp sollte im Angebot sein – nee, nicht für mich – für sie. Ich stehe da und suche nach dem Halbtrockenen da kommt der Kerl zurück! Ich sah ihn schon an der Kasse abgefertigt und da kam er wieder zurück. Mir war alles egal. Ruhig wieder in den Knast gehen. Da hat man wenigstens einmal die Woche einen Duschgang. Und so weh wie es mir tat – ich berührte ihn, nicht zart. Ich flüsterte ihm einen, sehr hart. Ich brüllte und schlug ihn, ich hörte es fast schon brechen. Und ging zur Kasse.

Ruhig, besänftigte ich mich mit den anwesenden, dankbaren Blicken der anderen Kundschaft. Ding-Dong, ringelingeling macht es. „Die mittlere Kasse macht gleich auf“ rief eine Dame, ich rüber in die Mitte, als Erster und wer steht hinter mir? Der Stinker. Was soll man da machen? Wie weit kann man gehen? Soll man die Bullen rufen damit die mit sowas klar kommen? Aber, und da seien wir mal gnädig. Auch Bullen sind Menschen, mit Gefühlen und Riechorganen..

Er drängelte hinter mir und ich wollte gelernt haben, ich muss versuchen ihn zu ignorieren. So schnell wie möglich weg aus seinem Dunstkreis. Ging aber leider nicht. Ich wurde abkassiert, lief nach Luft lechzend raus, den Wagen in die Station eingeführt – wer ist da hinter mir? Der Stinker! Ich lief zu meinem Teufelsmobil – wer hinter mir her? Der Stinker, der parkte neben mir..

Diese Dreckssau! Jetzt, ja jetzt weiß ich warum die Securitas Handschuhe anziehen bevor sie Dinge klären. So war der Beginn meines Feierabends und Sie lesen es, es nimmt mich noch immer mit. Sie können sich diesen fürchterlichen Gestank, der sich sogar schon als Geschmack auf der Zunge manifestierte – bitte nicht schlucken, vorstellen. Oder auch nicht. Ich sah dass sich sogar das Frischgemüse schlagartig in sekundenbruchteilen und vorsichtshalber in sich zusammenzog und braun und runzelig wurde.

Ich Gedankenmörder. Ich fürchte mich vor mich, mir? Egal, bin Rheinländer – geborener.

P.S.: Bin grade mit einem Schlafi bekleidet. Und ich mache einmal die Woche Wäsche. Das war letzten Samstag. Und ich frage mich ob ich nicht manchmal unbedarft und ungewollt auch mal einen fahren lasse – in den Schlafi 🙂

Es kracht im Gebälk, du fette Gans!

Es könnte so schön sein. Hocherhitzte Körper und Gemüter werden langsam gekühlt, das spätsommerliche Hoch „Johannes“ mitsamt seiner Gluthitze ist weg. Klarheit herrscht in Berlin, die PARTEI großartig, CDU teilte, nein geht über in CDU-AfD, die verfickte FDP ist wieder da. Charlie ist auferstanden und der Kiezneurotiker findet Bayern cool. Ein geplanter samstäglicher Go-Live ging an mir vorüber weil das Business es nicht wollte. Alles prima also. Wirklich? Nein!

Wissenseschon? Ich sterbe aus. Als Raucher traf man sich früher in Horden. Aus Horden wurden Gruppen. Aus Gruppen wurden vereinzelte Abhängige. Aus Vereinzelten wurden.. und ja, da stehe ich einsam und verlassen da draußen am Aschenbecher und schaue betreten, verschämt auf meine Füße. Schurschel ein wenig mit meinen Schuhspitzen im Staub während Hinz und Kunz im Nebel meiner Superskunk-Tüte in und aus dem Bürogebäude wollen. Und, das kann ich Ihnen sagen. Die können ja vielleicht vorwurfvoll gucken. Die Nichtraucher. Na ja, wenn ich da so schmauche stellt sich bei mir sowieso ein Leckmichamarschgefühl ein.

Aber wenn ich da so stehe, meine Sinne auf das äußerste geschärft, höre ich da immer ein Rascheln. Ein Ruckeln, ein Gedöns in der Botanik. Raschel-raschel, gedöns-gedöns, knick-knack.. und wieder das Geraschel. Seit vier Tagen jetzt. Meine Adleraugen vermissen Tod und Mordschlag, meine kleinen, immer noch süßen Öhrchen hören kein Krakele was auf das Ende von irgendwelchen Leben hindeuten könnte. Auch bekommt mein attraktiver Riechkolben (kennen Sie die David-Skulptur?) kein Fetzen von Blut, Kampf und Leichengeruch mit. Was hat es da mit diesem Geraschel auf sich, frage ich mich seit Tagen am Rande der Verzweiflung.

Mittagspausen. Ich gehe durch den Büropark und grüße rechts und links meine Freunde. Da wären beispielsweise Karl der freche Spatz oder Ruby, die zurückhaltende Bachstelze. Oder, ich nenne ihn Honk, die bekloppte Blaumeise. Oder Gustav der Baumfalke der über allem schwebt und gierig nach Beute ausschaut. Oder die verrückten.. gut ich höre auf. Jedenfalls gehe ich als Heimscheißer regelmäßig durch den Büropark zum Teufelsmobil, fahre weg zum Scheißen und komme wieder. Auf dem Rückweg treffe ich die gleichen o.g. Gesellen wieder und grüße höflich zurück: „MAHLZEIT!“. Sie grüßen wie irre zurück und dann höre ich es wieder, das Geraschel, das Knacken. Wat is dat dann?

Nun knabberte ich schon an den Fingernägeln und mein Hirn strengte sich komischer- und unbekannterweise an was denn das ist. Und ging der Dinge auf dem Grund. Kann ich ja machen. Habe Gleitzeit. Hah! Ausgestempelt und den Dingen auf den Grund gehen. Hehe, hihi – so geht das im Schirrmi-Ländle. Jedenfalls ging ich durch die Rabatten, der taubstumme, bucklige Gärtner schreckte auf und fürchtete sich, und dann sah ich eine Gans auf der Wiese. Ohne Angst stolzierte sie über den gepflegten Rasen, zupfte mal hier am Gras, nahm mit dem Schnabel ein wenig Material auf und wenn die Fresse voll war flog sie hoch in den Baum. Krach. Raschel. Gelärm im Gebälk.

Nun wissen Sie sicherlich schon dass ich ein passionierter Ornithologe bin. Und mir kam die dumme, fette Gans ein wenig komisch vor. Denn die nisten nicht in Bäumen. Anders konnte ich mir das blöde Gesammel von Nistmaterial nicht erklären. Eine schwangere Taube, so schlussfolgerte ich und deren oder dessen Partner bauen eine Kinderstube genau in dem, meinem Raucherplatz gegenüber befindlichen Baum. Wissen Sie? Die Tauben ficken und werfen ganzjährig.

So das war’s! Nee, Stopp! Noch nicht ganz. Denn ich weiß etwas was die fetten Tauben nicht wissen. Im gleichen Baum, nur ganz oben, gibt es eine Elsterfamilie. Auf das Theater freue ich mich schon. Da werden die kleinen Taubenbabys nicht alt. Ich werde weiter beobachten und berichten. Hab ja sonst nichts zu tun, gelle?

P.S.: Wird scheißen groß oder klein geschrieben? Da sagt doch glatt die L.: „Kommt darauf an wie groß der Haufi war.“