{"id":871,"date":"2013-03-20T23:31:17","date_gmt":"2013-03-20T21:31:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schirrmi.de\/blog\/?p=871"},"modified":"2025-12-24T15:55:16","modified_gmt":"2025-12-24T14:55:16","slug":"die-gemeine-liebe-synapse-ploetzliche-erinnerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schirrmi.de\/blog\/die-gemeine-liebe-synapse-ploetzliche-erinnerungen\/","title":{"rendered":"Die gemeine, liebe Synapse &#8211; pl\u00f6tzliche Erinnerungen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ihr braucht euch gar nicht so gem\u00fctlich zu rekeln, zu entspannen und zur\u00fcckzulehnen in der Erwartung dass jetzt ein l\u00e4ngerer Beitrag folgt. Es ist vielmehr eine kurze Durchsage. So kurz wie Synapsen brauchen um Signale zu \u00fcbertragen. So kurz das ich mir noch nicht einmal die M\u00fche machen kann ein Blogbild aus einer meiner Kramschubladen auszukramen.<!--more--><\/strong><\/p>\n<p>Ich h\u00f6rte grade zuf\u00e4llig ein Lied. Nur die ersten Takte, wenn \u00fcberhaupt. Schon kamen mir l\u00e4ngst vergangene Bilder in den Sinn. Ungefragt, einfach so. Sie waren pl\u00f6tzlich da ohne dass ich sie gerufen oder gewollt h\u00e4tte. F\u00fchlte mich zur\u00fcck versetzt in die Zeit dieser Erinnerung. Ebenso wenig stand in meiner Macht mich zu wehren, diesen Song tief in mich hinein gleiten zu lassen um mein Herz und meine Seele anzur\u00fchren. Erschreckend \u2013 sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Es muss ein Abend in einem November oder Dezember gewesen sein. Es war dunkel drau\u00dfen. Irgendwie gem\u00fctlich. Kalt aber nicht zu kalt. Dunkel aber nicht zu dunkel. Kein Schnee, kein Regen. Die Stra\u00dfenlaternen funkelten und spendeten ihr Licht warm und gem\u00fctlich dem Einsamen der noch nicht daheim ist, und dem der sich grade auf den Weg macht. Der Asphalt so trocken, so grau. Zur Verabredung. So aufgeregt mit leisen, innerlichen Parolen, wie \u201ebleib cool!\u201c<\/p>\n<p>Daheim. Noch tausendmal in den Spiegel geschaut. An den sp\u00e4rlichen Haaren rumgezupft. Wie oft noch die Z\u00e4hne geputzt. Ein wenig Duft. Mist \u2013 zu viel! Noch mal duschen, alles besser machen. Immer noch nicht gut \u2013 die Zeit rennt, die Verabredung ist nahe. Die Jeans zu eng. Das Oberteil unpassend. Anderer G\u00fcrtel. Schuhe noch mal aus. Haben die Socken L\u00f6cher? Mist, noch nicht die Ziggi-Dose vollgedreht. Den Lieblingssong laut aufdrehen. Um nicht mehr so angespannt zu sein. Welche Jacke? Uhh! Man will ja auch nicht unp\u00fcnktlich sein.<\/p>\n<p>Nun endlich, f\u00fcnf Zylinder brummen, die gem\u00fctlichen Ledersitze helfen um Ruhe einkehren zu lassen. Noch mal entspannen bevor es losgeht durch die dunkle Nacht, zum Grund der Aufgeregtheit. Ich freue mich. Ich kann es nicht erwarten. Andererseits, w\u00e4re ich nicht gl\u00fccklicher h\u00e4tte ich gesagt, ich h\u00e4tte keine Zeit? Nein, so schmerzhaft, so kribbelnd das Gef\u00fchl. Die Sehnsucht, das Verlangen sie wieder zu sehen ist st\u00e4rker als meine Selbstzweifel. (Ah, wartet mal, ich muss grade die MP3-Schallplatte wechseln \u2013 Alone again). So, weiter im Takt, sanft in den H\u00fcften wiegend\u2026<\/p>\n<p>Ich gleite sanft \u00fcber die Autobahn. Dumpf und leise die Au\u00dfenger\u00e4usche. Innen sch\u00f6n warm und gem\u00fctlich. Mucke. Denke pl\u00f6tzlich irritiert dar\u00fcber nach warum die Lichter der Autos vor mir wei\u00df anstatt rot sind \u2013 ach, ich schweife ab. Nee, also, ich gleite durch die Nacht, gem\u00fctlich und voller Liebe. Mache das Dach auf und lasse mich vom sternenklaren Himmel inspirieren, fange an zu spinnen, lasse Gef\u00fchle hochkommen, hoch vom Herz in den Sinn, sie verdichten sich zu Buchstaben, Worte, S\u00e4tze, werden zu einem Gedicht. Wiederhole es laut, die Sterne blitzen \u00fcber mir, freundlich wie mir scheint, \u00a0und sehen zufrieden aus was sie da h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Der Ort. Noch nie da gewesen. Irre umher und will nicht zu sp\u00e4t kommen. Keine Sekunde &#8211; \u00a0aber diese auch nicht zu fr\u00fch. Fahre mitten durch und \u00fcber einen Park. Denke noch kurz dar\u00fcber nach ob ich nicht \u00fcber einen auf der Wiese daliegenden Schlafsack gefahren bin. Stopp. R\u00fcckw\u00e4rtsgang, noch mal dr\u00fcber und zur\u00fcck auf die Stra\u00dfe die in einem anderen Licht erscheint als wie es hier in Monte ist. Unwirklich, fremd, ich bin zum Zerrei\u00dfen gespannt und will nicht umkehren. Sie wartet doch auf mich.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich klingele registriere ich aus den Augenwinkeln noch schnell ein sch\u00f6n eingepacktes Geschenk. Muss wohl ein Motorrad sein. Der gl\u00fccklich Beschenkte! Die Stimme sonst so s\u00fc\u00df und liebevoll nun dumpf aus der Gegensprechanlage, \u201eJohannes?\u201c \u201eGrmpf!\u201c, bring ich mit meinem Klo\u00df im Hals heraus. Die T\u00fcr geht auf und es ist soweit. Oh Mann, da ist sie endlich! Da bin ich endlich. Ich sehe das Paradies, ich rieche sie, so lieblich duftend \u2013 roch ich nie. Die Augen l\u00e4chelnd, die Z\u00e4hne blitzend. Die Schuhe, hach! Sie ist perfekt, so denke ich bei mir. Werde kleiner und demutsvoll f\u00fcr einen Moment. Werde dann frecher und baue mir ein Schild. Ein Schild was nur das durchl\u00e4sst was ich meine was sie sehen soll, nicht wie ich grade bin.<\/p>\n<p>Drinnen. Es ist alles so sch\u00f6n. Obwohl fremd doch so vertraut. Ich h\u00e4tte da nicht viel anders gemacht. Der Stubentiger so lieb, hei\u00dft mich willkommen. Es ist als ob er mich wieder erkennt. Daheim.<\/p>\n<p>Umarmung. Meine Knie werden weich. Ich muss mich setzen.<\/p>\n<p>Gemeinsam backen, trinken, lachen. Bl\u00f6dsinn hier, Witze da. Unsere Blicke treffen sich. Erst ausweichend, dann tief. Elektrisierend. Entscheidungen wurden getroffen in Sekundenschnelle. Lass uns Freunde sein. Ohne Worte, aber die voller Sehnsucht. Bevor ich weinen kann geht es gemeinsam hinaus in die Nacht. Sie merkt wie es mir geht. Punk Rock live, Cocktails, Kneipen. Lachen, Spa\u00df &#8211; eine Nacht die nicht aufh\u00f6ren darf. Ich nehme mir vor den Moment festzuhalten. Halte den Atem an als ob ich die Welt anhalten k\u00f6nnte, dass sie nicht mehr dreht. Ich kann es nicht. Absturz.<\/p>\n<p>Der Asphalt so grau. Die Nacht so klar. Das Bett so weich. Und der Song hier brachte mich dazu. Ich hatte keine Chance.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/45IB5LGW6Tk?rel=0\" height=\"360\" width=\"480\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ihr braucht euch gar nicht so gem\u00fctlich zu rekeln, zu entspannen und zur\u00fcckzulehnen in der Erwartung dass jetzt ein l\u00e4ngerer Beitrag folgt. Es ist vielmehr eine kurze Durchsage. So kurz wie Synapsen brauchen um Signale zu \u00fcbertragen. 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