{"id":86,"date":"2013-01-27T21:11:31","date_gmt":"2013-01-27T19:11:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schirrmi.de\/blog\/?p=86"},"modified":"2025-12-24T15:55:19","modified_gmt":"2025-12-24T14:55:19","slug":"wildlife-in-der-grossstadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schirrmi.de\/blog\/wildlife-in-der-grossstadt\/","title":{"rendered":"Wildlife in der Gro\u00dfstadt"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_133\" aria-describedby=\"caption-attachment-133\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/klein_8R0B9481.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-133\" alt=\"Die Mauer steht noch\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/klein_8R0B9481-300x200.jpg?resize=300%2C200\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/klein_8R0B9481.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/klein_8R0B9481.jpg?resize=449%2C300&amp;ssl=1 449w, https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/klein_8R0B9481.jpg?w=1024&amp;ssl=1 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-133\" class=\"wp-caption-text\">Die Mauer steht noch<\/figcaption><\/figure>\n<p>Hallo Gemeinschaft!<\/p>\n<p>Die letzten Tage war ich mal wieder in einer deutschen Gro\u00dfstadt unterwegs. Ich nutzte den \u201eBr\u00fcckentag\u201c f\u00fcr Dinge zu denen ich sonst nicht komme, zum Beispiel wie manche unserer Mitmenschen, die Ausgegrenzten, die diesen \u201eheiligen\u201c Tag unter einer \u201eBr\u00fccke\u201c verbrachten und den lieben Gott einen guten Mann sein lie\u00dfen <!--more-->und das unerwartete sch\u00f6ne, sonnige Wetter genossen. Abschweifenderweise m\u00f6chte ich hinzuf\u00fcgen dass ich mich mein ganzes Leben lang und andauernd wundere wie die Meteorologen ihre Ausbildung geschafft haben, w\u00e4re da nicht mal eine kleine Fortbildung, bspw. in der Volkshochschule f\u00e4llig, damit die ungen\u00fcgenden Vorhersagen aufh\u00f6ren?!<\/p>\n<p>Bei richtig unerwartet und best\u00e4ndig sch\u00f6nen und wundervollen Wetterverh\u00e4ltnissen verbrachte ich mit &#8211; und bei S. einige Zeit in K., von welcher\u00a0 man sagt \u2013 die Stadt &#8211; sie w\u00e4re die viertgr\u00f6\u00dfte der BRD und h\u00e4tte mehr als eine Millionen Einwohner.<\/p>\n<p>Man kann sich vorstellen dass sich die unterschiedlichsten Gesch\u00f6pfe und Gestalten in einer solchen Stadt zusammenfinden mit mehr oder weniger dem Willen zusammen zu leben. Unterschiedliche Kulturen prallen aneinander, Herr Arm und Frau Reich und umgekehrt, sehen sich tagt\u00e4glich in die Augen und m\u00fcssen sich einander eine der fl\u00e4chengr\u00f6\u00dften St\u00e4dte Deutschlands teilen. Dieses Teilen geschieht hinsichtlich von Frau und Herr Reich auf freiwilliger Basis. Unterhaltungen der aufstrebenden Gruppe drehen sich darum dass der neue Audi R8 oder der Porsche Carrera GT noch weitere, \u00fcberdachte Parkpl\u00e4tze ben\u00f6tigen. Die meisten von ihnen schienen \u00e4rgerlich zu sein!<\/p>\n<p>Die anderen, der Zahl nach \u00fcberaus potent, m\u00fcssen mitmachen, ob sie wollen oder nicht. Ich sah Lebensr\u00e4ume der Privilegierten, Villenviertel, viele davon waren gr\u00f6\u00dfer als wie die andere, gr\u00f6\u00dfere Zahl an Menschen Platz zum Leben haben. Ich sah Slums in der Innenstadt, wo Menschen von Beton umzingelt sind. Und sah aber auch dass diese Menschen, keine Anw\u00e4lte, keine hochbeamteten, keine hochgew\u00e4hlten Grundschullehrer, doch immer das Beste und das Sch\u00f6nste aus der gegebenen Situation zu machen wissen. Manche schienen gl\u00fccklich zu sein!<\/p>\n<p>Als Beobachter, nicht arm und wei\u00df Gott nicht reich, wei\u00df ich diese Lebensverh\u00e4ltnisse zu bewerten. Bin ich doch hier in der BRD aufgewachsen und genoss die Schul- und Bildungsm\u00f6glichkeiten. Ich durfte u.a. in die Soziologie, das Rechtswesen, die Politik, die Marktwirtschaft Einblick haben aber auch lernen wie man Mitgef\u00fchl, Gemeinsinn und Realit\u00e4t lebt. Und teilweise auch, Fingerspitzengef\u00fchl (Gr\u00fc\u00df dich, Hr. R\u00f6ttgen!).<\/p>\n<p>Aber egal was ich gelernt und nicht gelernt habe, eine meiner Passionen ist die Beobachtung von V\u00f6gel. Ornithologie genannt. Im Grunde unn\u00fctzes Wissen in der Gro\u00dfstadt und Sonstigen&#8230; Hat mir aber damals als Kind geholfen \u00fcber manche Dinge hinwegzukommen. Weil es keine Besch\u00e4ftigung der Konfrontation sondern der Beobachtung ist. Weil es mich gelehrt hat geduldig zu sein und einfach das zu kategorisieren und zu bewerten was ich sehe. Genauso wie ich es mit meinen Mitmenschen mache.<\/p>\n<p>Ich kenne ziemlich viele V\u00f6gel und kann sie bestimmen. Wenn ich einen Vogel zwitschern h\u00f6re kann ich sagen welcher Vogel das ist, wenn ich am Himmel eine Kontur sehe bin ich ebenfalls in der Lage zu bestimmen was es f\u00fcr ein gefiederter Freund ist.\u00a0 Manche meiner Lieben rege ich damit auf, bspw. wenn ich meine kleinen, s\u00fc\u00dfen Ohren anstatt auf die Unterhaltung auf die fliegende Umwelt richte. Oder wenn meine Zeigefinger hochschnalzen, Oh und Ah Rufe aussto\u00dfend und auf fliegende (gefiederte) Objekte zeigen. Oder wenn der Stillfinger (Zeigefinger auf die geschlossenen Lippen) anzeigt dass die Unterhaltung nun vorbei ist nur um ein Piepsen oder Pfeifen besser h\u00f6ren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Beste Gegend habe ich mir ausgesucht. Ich wohne im Westerwald welcher ziemlich viel Wald hat. Und viel Natur. Und V\u00f6gel. Es ist sehr heimelig hier. Und angenehm wenn man es mag. Nicht so \u00fcberv\u00f6lkert. Und die Haus- und Grundst\u00fcckspreise sind absolut in Ordnung. Hier kannste echt Fuchs und Hase Gute-Nacht-Sagen sehen und h\u00f6ren. Hier kannste den Rotmilan vor deiner Balkont\u00fcr sehen wie er reinlurt und dir wie nebenbei ein paar pr\u00e4chtige Federn hinterl\u00e4sst. AAAber \u2013 was ich hier im Westerwald habe, ist in der Innenstadt von K. mindestens, wenn nicht ebenso pr\u00e4chtig anzusehen. Was mich erst verwundert, dann ungl\u00e4ubig und letztendlich fasziniert hat. N\u00e4mlich das dort in den Slums Tiere unterwegs sind die ich dort nie erwartet h\u00e4tte\u2026<\/p>\n<p>Wie ein majest\u00e4tischer Bussard gegen eine gew\u00f6hnliche Kr\u00e4he im Luftkampf versagt hat. Der gro\u00dfe und schreckliche Kolkrabe aber von einem kleinen, wieselflinken Turmfalken besiegt wurde. Die Elster sich einen Star geschnappt hatte nur weil er ein Leckerli im Schnabel hatte, dass die Eichh\u00f6rnchen (ein Rotes und ein Graues \u2013 Liebespaar) trippelnd und trappelnd mein Gastzuhause in K. als Rennbahn missbrauchen, die Kohlmeise wie ein Jurastudent hochn\u00e4sig in die Luft schaut und sich nicht \u00fcber die herumwuselnden Blaumeisen schert, die in Formation herumjagenden und schrill schreienden Mehlschwalben die ich sonst nur im \u201eSwalfenhus\u201c auf R\u00fcgen so ausgelassen sah, das kleine M\u00e4uschen welches sich am Vogelfutter bedient und mir 3 Minuten lang in 50cm Entfernung stocksteif in die Augen starrt als ob ich ein M\u00e4usebussard\u00a0 w\u00e4re, der Buntspecht den ich hier im WW noch nie sah, der aber in K. am Beton rumspechert, Frau und Herr Buchfink die sich offensichtlich sehr lieben und sich um ihre Brut k\u00fcmmern, Elsternpaare die ich das erste Mal beim Nestbauen entdeckt hatte anstatt sich von meinen Tissot-Geschmeide angezogen zu f\u00fchlen. Ihr Lieben, ich muss euch sagen \u2013 ich f\u00fchle mich da in der Gro\u00dfstadt doch sehr wohl. Sehe ich Dinge die ich hier auf dem Land nicht sehe, sehe die Welt und die Menschenkinder mit anderen Augen, sehe und lerne, lerne zu sehen.<\/p>\n<p>Ich glaube \u00fcberall ist es sch\u00f6n. Man muss nur die Augen und das Herz aufmachen.<\/p>\n<p>Euer Schirrmi.<\/p>\n<p>P.S.: Eine aktuelle Erkenntnis \u2013 es kann einen lang hinschlagen wenn man auf Socken unterwegs &#8211; vergisst &#8211; dass die Reinemachfrau (nach drei Wochen Urlaub) wieder den Boden gewienert hat<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Gemeinschaft! Die letzten Tage war ich mal wieder in einer deutschen Gro\u00dfstadt unterwegs. 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