{"id":71,"date":"2013-01-27T20:32:30","date_gmt":"2013-01-27T18:32:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schirrmi.de\/blog\/?p=71"},"modified":"2025-12-24T15:55:19","modified_gmt":"2025-12-24T14:55:19","slug":"neue-mitbewohnerin-oder-4-e-a-e-a-e-a-e-b-e-b-b","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schirrmi.de\/blog\/neue-mitbewohnerin-oder-4-e-a-e-a-e-a-e-b-e-b-b\/","title":{"rendered":"Neue Mitbewohnerin oder 4-E-A-E-A-E-A-E-B-E-B-B"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_236\" aria-describedby=\"caption-attachment-236\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/8R0B0894_NEW.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-236\" alt=\"St\u00e4V, Berlin\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/8R0B0894_NEW-300x225.jpg?resize=300%2C225\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/8R0B0894_NEW.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/8R0B0894_NEW.jpg?resize=400%2C300&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/8R0B0894_NEW.jpg?w=800&amp;ssl=1 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-236\" class=\"wp-caption-text\">St\u00e4V, Berlin<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit einem lachenden, da ich aber zwei davon habe, auch mit einem weinenden Blauauge verabschiedete ich mich heute von einer alten Freundin. Dass sie gehen musste war eigentlich schon lange klar.<!--more--> Ihre Vorbereitungen zum Auszug hatten sich ein wenig in die L\u00e4nge gezogen, ich vermute dass sie sentimental wurde ob ihrer Auszugspl\u00e4ne \u2013 auch wenn ich der Drahtzieher dazu war. Ich muss nicht extra erw\u00e4hnen dass ein enges Zusammenleben u.a. auf gegenseitige Achtung, Vertrauen und Verl\u00e4sslichkeit beruhen sollte. Zu meinem Leidwesen wurde diese Erkenntnis letztlich doch nur noch einseitig gehalten.<\/p>\n<p>Als es aber heute soweit war, ihr Auszug, war ich doch tief ber\u00fchrt und wurde sentimental. Sie begleitete mich \u00fcber 11 Jahre mit all den H\u00f6hen und Tiefen die man so gemeinsam haben kann. Ich musste mich zwingen an ihre dunklen und b\u00f6sen Seiten zu denken um nicht mit Weinen anzufangen. Ich drehte mich halb um damit ich nicht sehen muss wie sie geht. Ein eventueller Blick Ihrerseits \u00fcber die Schultern zu mir h\u00e4tte ich nicht verkraftet und ich w\u00e4re weich geworden. Nachdem sie weg war st\u00fcrzte ich direkt an das Fenster um vielleicht noch einen stillen Gru\u00df, ein Lebewohl, ein letztes Winken zu bekommen. Ein letzter Blick der sich in mein Ged\u00e4chtnis einbrennen sollte wie Licht auf ein Negativ welches sich zu erhalten lohnt bis zum Rest meines Lebens. Aber nein, ich war zu sp\u00e4t, sie war schon weg \u2013 f\u00fcr immer. Es gibt kein Zur\u00fcck und ich muss mich damit irgendwie abfinden sie nicht mehr gesehen zu haben. Noch nicht mal eine Umarmung. Keinen letzten Kuss. Warum war ich so doof? Warum habe ich weggeschaut? Warum habe ich sie gehen lassen? Warum, wieso? Ach, oweh\u2026!<\/p>\n<p>Ich gr\u00fcbele und denke dar\u00fcber nach wie es hat so weit kommen k\u00f6nnen. Was ist passiert und wann ist es passiert das unsere Beziehung so nach und nach in die Br\u00fcche ging und man am Ende nur noch so mit Ach und Krach zusammen lebte? Wie kann es sein dass niemand von uns den Mut aufbrachte rechtzeitig Tsch\u00fc\u00df zu sagen? Warum zog niemand die Rei\u00dfleine als erkennbar war das Hoffnung auf Besserung ein Fremdwort f\u00fcr uns wurde? Nicht mehr miteinander reden, einfach nur noch hinnehmen und schleichend ein Nebeneinander mehr als ein Miteinander akzeptieren. Die stille Wut die man nicht ausleben mag. Die Trauer und Trostlosigkeit in der Selbsterkenntnis das in einer Partnerschaft beide Fehler machen. Das Lesen von Ratgeberb\u00fcchern die aber doch nicht helfen k\u00f6nnen weil sie von gl\u00fccklichen und Lebens- bzw. Problemresistenten Menschen geschrieben wurden. Ich komme selbst mit einem leckeren Ahr-Rotwein und ordentlich lauter Musik nicht weiter. Ich verstehe nicht warum unsere Partnerschaft so lange und dann noch mal genau so lange in die falsche Richtung lief.<\/p>\n<p>Jetzt w\u00e4hrend des Schreibens aber f\u00fchle ich mich aber doch so befreit dass ich mein Herz aussch\u00fctten k\u00f6nnte. Sie war ein Mistst\u00fcck! Ein ignorantes Wesen! Ein der partnerschaftlichen Kommunikation nicht willens und f\u00e4higes Weib! Jeder von uns hatte seine festgelegte und gemeinsam abgestimmte Rolle, sie hat diese Absprachen aber immer \u00f6fters vernachl\u00e4ssigt, willentlich und, wie ich meine b\u00f6sartig. Sie hat ihre zugedachten Rollen weder mehr erf\u00fcllt noch erf\u00fcllen wollen. Sie sonnte sich vielmehr, ebenso meiner einseitigen Meinung nach, in dem befriedigenden Gef\u00fchl einen Partner zu haben der ziemlich sensibel ist, einer der lieber Kitten als Brechen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Am Ende, aber das ging dann doch jahrelang, war sie gar nicht mehr einsichtig. Alles was man ihr auftrug erledigte sie lieblos und halbherzig und stoppte einfach in ihrer Verrichtung. Sie konnte weder mit guten Worten noch mit Ignoranz dazu bewegt werden ihren Aufgaben nach zu kommen. Am Ende ging es dann nur noch so dass ich Ihr 4-E-A-E-A-E-A-E-B-E-B-B befehlen musste. Der Bindestrich bedeutet im \u00dcbrigen jeweils mindestens eine halbe Stunde Bedenkzeit ihrerseits. Und falls ich mal nicht mitbekam\u00a0 dass sie keine Lust hatte weiter zu machen, erweiterte sich ihre Bedenkzeit betr\u00e4chtlich da sie doch einfach geruhte \u2013 zu ruhen!<\/p>\n<p>F\u00fcr die Nichtinformatiker \/-Techniker unter euch \u2013 die Zahl- Buchstabenkombination bedeutet folgendes: 4=40 Grad Programm; E=Abpumpen; A=Sp\u00fclen; B=Abpumpen. Es bedeutet aber auch jeweils stundenlanges hin- und her, gutes Zureden, den Knopf weiterdrehen. Wieder weggehen und mit der derzeitigen Verrichtung weiter machen, immer mal wieder lauschen wie weit sie ist. Dann wieder hinlaufen, den Knopf weiterdrehen, wieder zur\u00fcck. Lauschen, hin, drehen, weg, lauschen wie weit sie ist und so weiter und so fort. B\u00f6se wird es wenn man aus diesen oder jenen Gr\u00fcnden (laute Musik, Gesellschaft, Gedanken nicht bei ihr\u2026) vergessen hat das man da noch die Mitbewohnerin streicheln muss. Dann passierte es manchmal dass ich morgens in ihrem Bauch, meine Lieblingsjeans, die ich jetzt dringend br\u00e4uchte, noch in einer brakigen Lache liegend, erblickte und mir dann siedend hei\u00df einfiel dass ich vergessen hatte mich um sie \u2013 Die! &#8211; zu k\u00fcmmern. Ach! (hoch-Drei)<\/p>\n<p>Nach jahrelangem Terror wollte sie dann gar net mehr. Und ich auch nicht! Die kleine, gro\u00dfe S. war und ist so lieb mich sanft und unterst\u00fctzend, wohlwollend zwingend, darzulegen mich um eine neue Mitbewohnerin umzusehen. Diese ist nun da *freu*. Sie hat eine wundersch\u00f6ne wei\u00dfe Haut, tr\u00e4gt ein modernes Outfit und ist ein Segen f\u00fcr Informatiker und f\u00fcr \u00dcbergewichtige Menschen. Informatiker: Gott sei Dank habe ich ein entsprechendes Studium und bin mal auf die weitere Zusammenarbeit gespannt. \u00dcbergewichtige Menschen: Sie hat ein Sportprogramm. Genial! Lass Sie einfach in diesem Programm laufen und du hast genug getan. Das Dessous-Programm werde ich mal ausprobieren wenn keiner zuschaut *lechz* ;-).<\/p>\n<p>Ach ja, ein wenig wehm\u00fctig \u00fcber die Alte aber doch mal gespannt was meine neue Partnerin so drauf hat will ich nur erw\u00e4hnen dass ich kein entsprechendes Foto habe. Daf\u00fcr aber eines was mir immer Heimatgef\u00fchl erzeugt &#8211; unweit unserer aller Bundeswaschmaschine in Berlin.<\/p>\n<p>Viele ergebenste und liebe Gr\u00fc\u00dfe,<\/p>\n<p>Euer Schirrmi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem lachenden, da ich aber zwei davon habe, auch mit einem weinenden Blauauge verabschiedete ich mich heute von einer alten Freundin. 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