{"id":546,"date":"2013-02-13T01:27:16","date_gmt":"2013-02-12T23:27:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schirrmi.de\/blog\/?p=546"},"modified":"2025-12-24T15:55:17","modified_gmt":"2025-12-24T14:55:17","slug":"verklaerung-blau-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schirrmi.de\/blog\/verklaerung-blau-machen\/","title":{"rendered":"Verkl\u00e4rung &#8211; Blau machen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_551\" aria-describedby=\"caption-attachment-551\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Comp_Schirrmi-Berlin.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-551\" alt=\"Schirrmi (Berlin)\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Comp_Schirrmi-Berlin-150x150.jpg?resize=150%2C150\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Comp_Schirrmi-Berlin.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Comp_Schirrmi-Berlin.jpg?zoom=2&amp;resize=150%2C150&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Comp_Schirrmi-Berlin.jpg?zoom=3&amp;resize=150%2C150&amp;ssl=1 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-551\" class=\"wp-caption-text\">Schirrmi (Berlin)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Damals war ich noch jung an Jahren. Dinge hatte ich erlebt \u2013 sie hatten sich in das junge Fleisch, den jungen heranwachsenden Geist festgebrannt. Zu jung f\u00fcr so Zeug. Sieht man auch erst wenn man \u00e4lter ist.<\/p>\n<p>Aber darum geht es nicht. Ich berichte beispielhaft \u00fcber einen Sommertag der sch\u00f6ner und denkw\u00fcrdiger nicht h\u00e4tte sein k\u00f6nnen. Nicht das etwas Besonderes passiert w\u00e4re. Nicht das irgendjemand mal wieder eine ganze Bev\u00f6lkerung per Atombombe ausgel\u00f6scht h\u00e4tte oder der Staat Israel salonf\u00e4hig unter normal denkenden Menschen geworden w\u00e4re.<!--more--><\/p>\n<p>Nein, ich war jung, geil und immer auf ein neues Abenteuer aus. Die Berufsschule hat genervt. Die Chefs haben genervt. Die Eltern sowieso. Bis hierhin das normale Programm f\u00fcr einen Heranwachsenden. Unverstanden und rebellisch. Dabei sch\u00f6n und stark \u2013 versteht sich ja von selbst!<\/p>\n<p>Auf jeden Fall musste ich zwei Tage die Woche in der Bonner Berufsschule (Stra\u00dfe der Verr\u00fcckten) verbringen. Fand ich eigentlich immer ganz cool. Weil wenn wir mehr als 6 Unterrichtsstunden hatten, mussten wir Nachmittags nicht mehr in den Betrieb gehen. Dieser Umstand hatte nat\u00fcrlich sehr viel Potenzial zum Missbrauch. N\u00e4mlich Morgens grade mal erscheinen \u2013 abhauen \u2013 den guten Johi einen guten Tag.. h\u00e4h? Jedenfalls, war so die Regel. Erscheinen, versuchen abzuhauen und das zweimal die Woche. Vor allem im Sommer. Alles voller jugendlicher Begierde, es roch und f\u00fchlte sich alles nach M\u00e4dels, Musik, Spa\u00df und Punk an \u2013 man musste sich nur ein wenig einf\u00fchlen k\u00f6nnen. Was mir nicht schwer fiel.<\/p>\n<p>Hatte eine ehemalige Schulfreundin. Punk. So und so oft Schulverweise, Repressalien, immer eine riesen gro\u00dfe Klappe und dabei eine freche Schn\u00fcss. So eine wie die \u00c4lteren immer vor gewarnt hatten. So ein Luder, unverbesserlich und eine unm\u00f6gliche Person. So eine mit nem Minirock der k\u00fcrzer war als das Leben eines Embryonen den man abtreibt. So eine mit schwarzen, zerrissenen Netzstr\u00fcmpfen auf wei\u00dfer Haut. Jung-Madonna \u2013 nur in geil. In genau so eine war ich verliebt. In sie. Luder.<\/p>\n<p>War ein Problem f\u00fcr mich gewesen. Sie war selbstverst\u00e4ndlich nur mit \u201egro\u00dfen\u201c Jungs zusammen. T\u00e4towiert, hatten Drogen, Autos, mit und ohne Lappen \u2013 egal, eigene Buden, etcetera. So Typen, paar K\u00f6pfe gr\u00f6\u00dfer als Du, \u00e4lter, erfahrender, brutaler und mit dem Wissen.<\/p>\n<p>Seis drum, an jenem Vormittag auf dem Pausenhof der Berufsschule, Sommer, die Luft roch frisch nach Unabh\u00e4ngigkeit, die Sch\u00fclerseele umrundete die M\u00f6glichkeiten der Freiheit, lotete die eigenen Bed\u00fcrfnisse ab, w\u00e4gten Recht gegen\u00fcber Unrecht ab. Ich.<\/p>\n<p>Ich. Wurde auf dem Pausenhof angesprochen. \u201eSchirrmi, das ist kein Ort f\u00fcr dich.\u201c. Ja, ich wei\u00df, entgegnete ich. Gro\u00dfer, gut aussehender Mann\u2026 \u201eBrauchen noch jemanden f\u00fcr ne Party. Mehr M\u00e4dels als Jungs. Am See. Jetzt. Mit leckeren Joints in der Sonne und Bier am See!. Haste Lust?\u201c<\/p>\n<p>Ich schaute zu ihm hoch und erwiderte \u201eAlter! Schulhofgangster! Wenn du mal so richtig \u00c4rger im Leben haben willst \u2013 dann sag das Ganze noch mal zu mir!\u201c \u2013 und stieg in seine alte Karre, er warf mir eine Dose Tuborg zu und legte eine Kassette ein, er brummte im Rhythmus von Frank Zappa mit. Das Bier war sch\u00f6n kalt, der Sommer hei\u00df, ich freute mich dann doch.<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/-M2jSzLBzK4?rel=0\" height=\"315\" width=\"420\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\"><\/iframe><br \/>\nIrgendwo hinter Rheinbach, hie\u00df irgendwie was mit Loch *hehe*, der dritte Joint ging durch die Zweisamkeit in dieser !Karre!, fragte ich was wir denn vorh\u00e4tten. Naja \u2013 See (Mattbachtalsperre), M\u00e4dels und alles Drum und Dran. So mit allem Zipp und Zapp \u2013 sagte der grobe Kerl.<\/p>\n<p>Angekommen, half er mir dann auch aus dem Auto, mir fiel erschreckend ein das\u00a0 ich keine Sonnenbrille dabei hatte, machte die Augen zu weil mir die blendende Welt so dreist und unbarmherzig erschien. Gew\u00f6hnte mich dann aber. Autoradio aus \u2013 Lachen und fr\u00f6hliche, schrille Wohllaute drangen durch den Wald.<\/p>\n<p>\u201eDarf ich dir meine Freundin vorstellen?\u201c, sagte der gro\u00dfe Kerl. Bin dann weggesackt als ich SIE gesehen hatte. Meine allergeheimste, Tr\u00e4umfreundin. Meine Schulkameradin. Sie, sie, die doch nicht in solche \u201eKreise\u201c reingeh\u00f6rt. Zack! Wieder ne Dose Tuborg zugeworfen bekommen \u00a0mit dem guten Rat mich ein wenig frei zu machen.<\/p>\n<p>Gut, meine Jeans waren f\u00fcr die Jahreszeit gedacht und \u00fcberhaupt schon fadenscheinig, kleine flei\u00dfige Finger rissen dann aber die kleinen Designerjeansl\u00f6cher in Gr\u00f6\u00dfere so dass meine Hosen letztlich in Lappen an mir runterhingen. Lie\u00df mich anschlie\u00dfend dazu hinrei\u00dfen, in Angesicht das ich offensichtlich in einer Nackedai-Kommune gelandet bin \u2013 wollte ja auch nicht auffallen \u2013 die Lappen fallen. Na ja, dachte ich \u2013 gut f\u00fcr die Br\u00e4une und schon, zack \u2013 hatte ich schon wieder einen Joint in der Hand, Dose Bier flog mir ebenfalls wieder in die Magengrube.<\/p>\n<p>Ihr k\u00f6nnt euch vorstellen dass ich mich ein wenig \u00fcberrumpelt f\u00fchlte. Dann, geiler Schreck! Meine Liebe, die schon so viele, unerkannt, feuchte Tr\u00e4ume mit mir mitmachte, lag nehmen mir. Nackt! L\u00e4chelte freundlich, reckte ihren K\u00f6rper- streckte die Br\u00fcste, ihren Po, reichte mir Bier und Joints, nahm mich allenthalben in Schutz wenn die gro\u00dfen Rocker doch zu streng mit mir als Jungspund wurden, h\u00f6rten Musik.<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/iW4Bm7q_zOc?rel=0\" height=\"315\" width=\"420\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\"><\/iframe><br \/>\nAbk\u00fchlung im See \u2013 sie k\u00fcsst mich zart und sagt, \u201eSchirrmi ich wei\u00df wie es dir geht, ich habe ihn geschickt um dich zu holen. Hatter doch gut gemacht!\u201c. Nach dieser Ansprache bin ich nicht weniger als 30 Minuten sp\u00e4ter aus den See steigen k\u00f6nnen, Oh Hell! w\u00e4re das peinlich geworden \u2013 so war ich verliebt. Das liebe Mistst\u00fcck.<\/p>\n<p>Sonnenuntergang, Musikkassetten wechselten, so was von gem\u00fctlich und weltvergessen im Gras. F\u00fchlte mich mittlerweile dazu, Lagerfeuer, Lachen, Stories werden erz\u00e4hlt. Ich geh\u00f6re dazu, h\u00f6re auch von mir Geschichten, f\u00fchle mich gut. Gitarre wird gespielt. Gleich werde ich mir w\u00fcnschen dass dieser Moment nie aufh\u00f6ren wird. Wir sind Eins. Niemand und Nichts st\u00f6rt. Es wird Nacht. Die Sterne funkeln. Wir liegen da und es ist warm. Mit uns &#8211; bei uns. Wir kuscheln.<\/p>\n<p>Das ganze Bier, &#8211; die Joints so ungewohnt. Ich kotze \u2013 kein Wunder. W\u00e4hrend ich so geb\u00fcckt und angreifbar bin, kommt jemand und umarmt mich. \u201eSchirrmi, ich pass auf Dich auf!\u201c. Bis jetzt wei\u00df ich nicht ob es die Liebe war oder der grobe Kerl. Ich f\u00fchlte mich geborgen.<\/p>\n<p>Schirrmi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Damals war ich noch jung an Jahren. Dinge hatte ich erlebt \u2013 sie hatten sich in das junge Fleisch, den jungen heranwachsenden Geist festgebrannt. Zu jung f\u00fcr so Zeug. 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