{"id":3797,"date":"2016-07-23T23:42:32","date_gmt":"2016-07-23T22:42:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schirrmi.de\/blog\/?p=3797"},"modified":"2025-01-18T20:29:01","modified_gmt":"2025-01-18T19:29:01","slug":"angebissene-fliegen-und-gefickte-fernbedienungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schirrmi.de\/blog\/angebissene-fliegen-und-gefickte-fernbedienungen\/","title":{"rendered":"Angebissene Fliegen und gefickte Fernbedienungen"},"content":{"rendered":"<p>Booaarhhh, verdammte Schei\u00dfe hab ich einen Kater! Das verschissene Eifohn hat nicht geklingelt \u2013ich greife es um 8, habe grade eine immense sozialistische Wut im Bauch, hole aus und schmei\u00df das Ding \u00a0auf den vom Bruder verlegten Laminat. Zack! Plastik platzt, Platinen heulen, prek\u00e4re Linsen schreien.<\/p>\n<p>Nee, ich bin es ja selber schuld. Es hat geklingelt. Ich wollte es nur nicht wahr haben. Die versammelte Wut konzentrierte sich auf einen Punkt. So wie Bruce Lee es mir lehrte. Vermeide Konfrontationen, wenn es sich nicht vermeiden l\u00e4sst \u2013 mach kaputt, was Dich kaputt machen will. Sei der Erste der nachgibt, sei der, der den ersten Schlag vollzieht wenn es auf Biegen und Brechen verlangt wird.<\/p>\n<p>F\u00fcnfuhrf\u00fcnfundzwangig \u2013 so mein Ding. Normalerweise.<\/p>\n<p>Wut, \u00fcbersch\u00fcssige Magens\u00e4ure, Stress und ein kraftvolles Null-Bock-Gef\u00fchl. So sa\u00df ich am Tisch, den Hopp-hopp-Kaffee vor mir und die Welt war grausam, ein gelber Schein so fern. Mein Kopf ruckte hoch bei der Tageschau &#8211; der mittelm\u00e4\u00dfigen Wetter-Show. Resignierend nehme ich wortlos R\u00fccksprache mit Yamaha, lasse die Damen und Herren Nubert br\u00fcllen bei \u201eLand of Confusion\u201c.<\/p>\n<p>Innere Stimmen fl\u00fcstern \u201eder Konzern geht nicht platt wenn Du mal platt bist.\u201c, mein Blick gilt halb vernebelt, zu schauen ob da \u00fcberhaupt noch jemand ist. Halte versuchsweise die Luft an, ob ich die Macht habe, das Rad der Dinge \u2013 die Welt zu halten. Feste, anzuhalten. Es schwirrt.<\/p>\n<p>Ich blicke auf das \u00fcberaus ausgezeichnete Chrom-Design der Fernbedienung um das ehrlichste Klimpern, das ehrlichste Jauchzen was Freund Bach je zustande bracht, auf die vormitt\u00e4glichen Ohrgeh\u00f6rgangdrahthaare, sch\u00f6n schwarz gef\u00e4rbt und mit Lidstrich, ich mich verlieren kann.<\/p>\n<p>Dennoch, ein neuer Tag brach an. Sogar ich selbst, tat mir leid \u2013 im Geiste sah ich die Freundin, kopfsch\u00fcttelnd \u2013 lass das sein. Und weiter fort: Mein Schatz, das Haus \u2013 der Hof! Nun sach, ist es das wert? Mein geliebtes St\u00fcck, Du hast so recht! Ich z\u00fcck mein Schwert und da, da \u2013da..<\/p>\n<p>Attraktiv, mit Haaren und mit Borsten, threesome \u2013 nur mit Fl\u00fcgeln, fickten sie auf der Bedienung. Ich, entsetzt, griff zum Telefon, mein Versicherungsagent, der Torsten, verklausulierte mir das Kleingedruckte, es w\u00e4re kein Grund zum grienen, bist doch alt genug beim Poppen zuzusehen.<\/p>\n<p>Outtake: \u201e\u00c4h, Schatzipupsimausi..? Was schreibst Du da? Wo ist das Thema, wo kamst Du?<\/p>\n<p>Nee, im Ernst jetzt. Wirklich. Schw\u00f6r! Da fickten die zwei Stubenfliegen auf meiner TV-Fernbedienung und taten sich nach dem ihrem echt tierischen Akt an meinem Kaffee gen\u00fcsslich. Ab da war mir der unverhoffte, faule Tag verdorben und fuhr dann doch noch in die Knochenm\u00fchle.<\/p>\n<p>Ich verschaffte mir einen elektronischen \u00dcberblick und begr\u00fc\u00dfte die Kundschaft, die mittlerweile lange Schlangen bildeten wie um einen Wettbewerb mit ans\u00e4ssigen Bandw\u00fcrmern zu gewinnen, mit einem fr\u00f6hlichen aber ernst gemeinten \u201eHaus des Wahnsinns.. Was kann ich f\u00fcr Sie tun?\u201c<\/p>\n<p>Noch fickende Stubenfliegen im Sinn und wenn ich ehrlich sein kann, es liest ja keiner mit, mit einem ordentlichen St\u00e4nder \u2013 da drau\u00dfen um die Rosen zu st\u00fctzen, der G\u00e4rtner war nicht der M\u00f6rder sondern bew\u00e4ssert sie, veranlagte ich meinen geschmeidigen K\u00f6rper in die K\u00fcche um mir eine Tasse Anis-Fenchel-K\u00fcmmel-Heroin-Tee aufzubr\u00fchen. Da das Gesch\u00e4ftstelefon aus Gr\u00fcnden sein Zeitliches segnete, stahl ich aus irgendeinem Office, irgendwas, und stellt den Timer auf 8 Minuten in freudiger Erwartung auf Entspannung w\u00e4hrend ich aus dem Fenster schaue um die schlanken Schenkel, die kurzberockten, die luftig \u2013 duftigen jungen Sperlingskinder zu beobachten die j\u00fcngst geschl\u00fcpft, noch ein wenig tollpatschig die Welt und die klaren Fensterscheiben irgendeines B\u00fcrohauses kennenzulernen.<\/p>\n<p>Acht Minuten! Hab ja Zeit. Acht, zehn oder zweiunddrei\u00dfigdr\u00f6lfzich Stunden lang. Alles im Einklang des au\u00dfertariflichen Knebelvertrags. Es bimmelt, ich nehme den Beutel heraus und entsorge zun\u00e4chst in m\u00fchevoller Kleinarbeit die metallische Klammer, verbringe das Organische in die Braune-, die H\u00fclle in die graue Resttonne, die mittlerweile ihr Alter nicht mehr verleugnen kann, sie riecht und niemand hat mehr Bock die Haare, die grauen, wenigstens zum Anschein zu frisieren.<\/p>\n<p>Nippe an dem k\u00f6stlichen Nass. Meine weichen, vollen doch zart harte Lippen genie\u00dfen die Tasse Tee. Und es grummelt, es kitzelt, es k\u00fcsst mich wer. Schaue in die Tasse, sehe eine halbe, tote Fliege am Tassenrand und frage mich. Wo ist der Rest?<\/p>\n<p>Nun ist es kein Wunder mit mir und den Fliegen. Denn ich bin der Herr und es schreibt sich 666. Doch manchmal will ich konservativ sein \u2013 doch die Fliegen, nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Booaarhhh, verdammte Schei\u00dfe hab ich einen Kater! Das verschissene Eifohn hat nicht geklingelt \u2013ich greife es um 8, habe grade eine immense sozialistische Wut im Bauch, hole aus und schmei\u00df das Ding \u00a0auf den vom Bruder verlegten Laminat. Zack! Plastik platzt, Platinen heulen, prek\u00e4re Linsen schreien. Nee, ich bin es ja selber schuld. 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