{"id":3730,"date":"2016-07-12T18:07:43","date_gmt":"2016-07-12T17:07:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schirrmi.de\/blog\/?p=3730"},"modified":"2025-01-18T20:29:01","modified_gmt":"2025-01-18T19:29:01","slug":"bullenalarm-oder-eine-eventuell-gute-idee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schirrmi.de\/blog\/bullenalarm-oder-eine-eventuell-gute-idee\/","title":{"rendered":"Bullenalarm oder eine eventuell gute Idee"},"content":{"rendered":"<p>Warnung: Baby\u00b4s, Kinder und Jugendliche, S\u00f6hne und sonstige Angeh\u00f6rige lesen nicht weiter wegen macht man nicht.<\/p>\n<p>Der Tatort ist ein Bonner Vorort. Dieser ist recht verschlafen, vegan, offiziell geehrt als \u00fcberaus Fahrradfreundliche NRW-Stadt. Neben Radfahrern hat man es auch mit sehr alten Menschen zu tun. Die nur so alt werden konnten aufgrund von Reichtum und Nichtstun. Arbeiten brauchten sie nie. Erstklassige privat\u00e4rztliche Behandlungen verl\u00e4ngern ihr arrogantes Leben. Ihre Nazi-Obergeneral- und Feldmarschalsehem\u00e4nner sind weggestorben, ihre Villen und die verkommenen Nachgeburten treten, BWL- oder Jurastudierend in ihre Fu\u00dfstapfen. Hier wird gut gelebt, wie immer auf Kosten der \u201enormalen\u201c Menschen. Wollte ich abschweifenderweise nur mal am Rande erw\u00e4hnen, es tut n\u00e4mlich nichts zur Sache.<\/p>\n<p>Wir feierten in diesem kleinen, verschissenen Ort sehr gerne. Falls wir woanders gewohnt h\u00e4tten, h\u00e4tten wir selbstverst\u00e4ndlich woanders gefeiert. Aber so waren wir halt da die Pest. Laut, ungehobelt und unangenehmen Dingen und Themen nicht aus dem Weg gehend. Wir wetteten bei der ersten Dose Bier ob diesmal auch die korrekte Reihenfolge eingehalten wird: Saufen, banale Unterhaltung, Diskussionen, Ruhest\u00f6rung, Stress mit den Nachbarn, K\u00f6rperverletzung, Sachbesch\u00e4digung, Beamtenbeleidigung. Party zu Ende. Der Gewinner der Wette erhielt mehr zu trinken als die anderen.<\/p>\n<p>Jedenfalls f\u00fchrte dieses Vorgehen regelm\u00e4\u00dfig zu akuten Alkoholnotstand. Sie k\u00f6nnen sich das vielleicht vorstellen. Wenn dann auch noch die alten, vertrockneten Geranien weggeraucht waren musste irgendwer neuen Stoff besorgen. Da unser liebstes Fu\u00dfballnachbarland (hihi), Holland, doch ein wenig zu weit weg ist, griffen wir auf die \u00f6rtliche Tankstelle zur\u00fcck. Dank der ganzn\u00e4chtlichen \u00d6ffnungszeiten einer Bummbumm-Disco, hatte auch die Tanke die ganze Nacht auf. Die paar Kilometer gehen war nicht m\u00f6glich. O.k., doch das war m\u00f6glich und hatten wir auch schon probiert. Nur &#8211; der der ging, kam nie wieder zur\u00fcck. Auch die Taxen, denen wir noch so und so viel Geld schuldeten hatten keinen Bock mehr f\u00fcr Nachschub zu sorgen. Also hie\u00df es, wer f\u00e4hrt?<\/p>\n<p>Einmal fuhr ich, mit s\u00fc\u00dfer Begleitung, zur Tanke. Nur nicht auffallen. Die Musik etwas leiser drehen und sch\u00f6n vorschriftm\u00e4\u00dfig blinken, rechts vor links beachten, vor einer roten Ampel halten. Etc. Sie kennen das. Ab und zu mal f\u00fcr Fr\u00fchst\u00fcck und Lekt\u00fcre sorgen. Was? Das kennen Sie nicht? Es gibt so Wixer die sich Ihre Br\u00f6tchen und die morgendliche Bild-Zeitung per Boten bringen lassen. Diese Boten erwischt man dann, nimmt ihnen alles weg was sie auszuliefern haben und steckt ihnen 30,- EUR in die Tasche. Das ist mehr als ein Monatsverdienst, wie mir ein solch Ausgenutzter mal erkl\u00e4rte.<\/p>\n<p>Ich hielt vorschriftsm\u00e4\u00dfig an der Zapfs\u00e4ule und sah direkt vor mir den Eingang. Davor standen zwei Bullen. Die S\u00fc\u00dfe sah das und wurde ganz aufgeregt. Wollte anfangen zu diskutieren, nee geh da nicht rein und so weiter. Ich machte die Fahrert\u00fcr auf, ein paar leere Dosen kl\u00f6derten raus und ich ging rein. Kam mit jede Menge Alk unter den Armen wieder raus und rief durch das ge\u00f6ffnete Dachfenster \u201emach ma die T\u00fcr auf!\u201c. Die Jungbullen schauten interessiert wie bl\u00f6d und ich stieg ein. \u201eNimm doch wenigstens ein Pfefferminzbonbon!\u201c so ganz aufgeregt die S\u00fc\u00dfe. N\u00f6. Ich wusste was kommen wird. Sobald ich starte und losfahre werde ich angehalten. Also rieb ich mir die Nase und kam auf Tricksiebzehn. N\u00e4mlich noch mal aussteigen, wieder zwischen die M\u00f6chtegernt\u00fcrsteher in die Tanke und kaufte noch ein paar Kippen. Dann erst ging ich l\u00e4ssig, eine sch\u00f6ne gute Nacht murmelnd zu der Karre, startete und drehte Thin Lizzy lauter.<\/p>\n<p>\u201eJA HAST DU SIE NICHT MEHR ALLE?\u201c versuchte die S\u00fc\u00dfe die Mucke zu \u00fcbert\u00f6nen. Nee, dachte ich \u2013 die Verkleideten waren noch so jung und ich z\u00e4hlte auf die Dreistigkeit. N\u00e4mlich so dreist dass man als Nichtverkehrst\u00fcchtiger nochmal das Gl\u00fcck herausfordert, nee, das kann nicht sein. Und so war es auch. Wir gelangten gut nach Hause und die Welt wurde immer noch ein wenig sch\u00f6ner, lauter.<\/p>\n<p>Eine gute Idee w\u00e4re wohl gewesen nicht mehr zu fahren. Eine schlechte Idee, so meinte ich, w\u00e4re gewesen an der Tanke einfach abzuhauen um ihnen in die Arme zu fallen. So dazwischen hat es geklappt.<\/p>\n<p>Disclaimer: Das war damals, kann mich gar nicht mehr erinnernJ. Sowas mache ich nicht mehr. Und ihr bitte auch nicht.<\/p>\n<p>Prost!<\/p>\n<p>P.S.: Wenigstens habe ich die M\u00fclltonne schon an den Stra\u00dfenrand gestellt. Morgen ist Papier.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/sfAq8X1KBj0?rel=0\" width=\"420\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Extrabreit &#8211; Polizisten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warnung: Baby\u00b4s, Kinder und Jugendliche, S\u00f6hne und sonstige Angeh\u00f6rige lesen nicht weiter wegen macht man nicht. Der Tatort ist ein Bonner Vorort. Dieser ist recht verschlafen, vegan, offiziell geehrt als \u00fcberaus Fahrradfreundliche NRW-Stadt. Neben Radfahrern hat man es auch mit sehr alten Menschen zu tun. 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