{"id":3553,"date":"2016-05-25T17:42:56","date_gmt":"2016-05-25T16:42:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schirrmi.de\/blog\/?p=3553"},"modified":"2025-01-18T20:29:03","modified_gmt":"2025-01-18T19:29:03","slug":"so-soso-sowieso","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schirrmi.de\/blog\/so-soso-sowieso\/","title":{"rendered":"So, soso. Sowieso."},"content":{"rendered":"<p>Gestern war Dienstag. Und heute kommt es mir wie Freitag vor. Obwohl ja morgen lediglich aus irgendwelchen Gr\u00fcnden arbeitsfrei ist und nicht Samstag. Normalerweise hinterfrage ich nicht lange und nehme solche Tage gerne mit. Jedoch redeten die Kollegen dauernd von Br\u00fcckentag. Wenn die von Br\u00fcckentag reden, dann h\u00e4misch. Denn ich habe ihn nicht. Ich hatte ihn gehabt. \u00d6fters, fr\u00fcher und kann ihnen gegen\u00fcber nicht offen sein um den Zusammenhang zu erkl\u00e4ren. Ja, von daheim weg, hatte ich unter Br\u00fccken ein Dach \u00fcber den Kopf. Oder was noch gem\u00fctlicher war, Bahnh\u00f6fe. Da war es warm. Aber das geht heute wohl nur noch mit g\u00fcltiger Fahrkarte.<\/p>\n<p>Ich las heute den Glumm und seine Lena-Geschichte. Es ber\u00fchrte mich sehr und bekam ob seiner Exaktheit Bilder im Kopf und f\u00fchlte mit. Manchmal habe ich geweint. Aus verschiedenen Gr\u00fcnden. Oft Mitgef\u00fchl weil mir seine Zeilen, seine Worte aus der Seele sprechen. Wie sch\u00f6n w\u00e4re es wenn ich auch so ein Schreibtalent h\u00e4tte. Ich w\u00fcrde sofort \u00fcber mein Kennenlernen mit Petra berichten. Damals als ich mit meiner Freundin nach Bonn fuhr, Petra kennenlernte und mit ihr und nicht mit ihr nach Hause fuhr. Hei\u00dfe Schw\u00fcre in die Ohren gefl\u00fcstert, bunte Flecken am Hals, die Mundwinkel ausgefranzt und konnten nur noch r\u00f6cheln &#8211; vor lachen. Lachten und machten die ganze Nacht.<\/p>\n<p>Der Alkohol hat sein n\u00e4chstes Opfer gefunden. Ich soff am Wochenende sch\u00f6n und nett Wodka. Und nun bin ich farbenblind. Der Deutsche, Weltmeister in der M\u00fclltrennung und ich mache mit und mir Vorw\u00fcrfe. Denn letztens bin ich zu den Glascontainern um die S\u00fcnden der letzten N\u00e4chte zu entsorgen. Wei\u00dfe Container f\u00fcr Wei\u00dfglas, gr\u00fcne f\u00fcr.. usw. Gedankenverloren bemerke ich meine Hand wie sie gr\u00fcne Flaschen in den Wei\u00dfglascontainer wirft. Ich schalte mich, riss mich zusammen und wollte es mit den wei\u00dfen Flaschen besser machen. Und warf sie in den Gr\u00fcnglascontainer. Das war damals. Heute stand ich an der gleichen Stelle f\u00fcr den gleichen Vorgang. Leise \u00fcber damals kichernd packte ich die Flaschen und schmiss sie rin. Wieder falsch. Dann war es mir auch egal und fuhr weg. Vor der n\u00e4chsten Ampel hielt ich solange an bis ich angehupt wurde. Ich wollte auf Nummer sicher gehen und nicht \u00fcber rot fahren. Denn mit gr\u00fcn hatte ich seit eh und je ein Problem. Au\u00dfer es war Gras.<\/p>\n<p>Wer soll das im Nachhinein wissen? Waren es Katzen, Ratten, W\u00fchlm\u00e4use? Ich glaube es waren Dohlen. Jedenfalls kam ich vom vermaledeiten Glascontainer nach Hause und war ein wenig verdutzt. Besser h\u00e4tte es Freddy Krueger auch nicht hinbekommen. Mein k\u00fcrzlich runter gestellter &#8222;gelber Sack&#8220; war handwerklich sehr fein in kleine Fetzen zerst\u00fcckelt, der Inhalt wie in Gedenken an moderner Kunst auf meinem Hof verteilt. Mit &#8222;gelber Sack&#8220; meine ich keine Chinesen, nein.<\/p>\n<p>Der Bob. Harmonika, Gitarre, Klavier und weitere Instrumente konnte er spielen. Dazu singen und texten. Ich mache das alles auch. Es h\u00f6rt und liest sich aber anders an. Ganz anders. Ganz, ganz.. ich h\u00f6re auf. Sogar ein mir lieb verbundener junger Mann, mit einem vor Extase auf dem Taubertalfestival entsorgten Bob Dylan T-Shirt, kann besser. Als ich. Er und seine Kumpels m\u00fcssten jetzt eigentlich bald mal fertig sein mit ihrer ersten im Tonstudio aufgenommen Platte. Und Geburtstag hatte er auch noch. Der Bob. Nicht der F.<\/p>\n<p>Ich packte ein paar Mettw\u00fcrste ein, dazu Schokolade, Wein und Wodka und sah da vorne im Kassenbereich wieder Dramen. Morgen scheint ja ein Feiertag zu sein und im Discounter geht es rund als ob ein Krieg ausgebrochen w\u00e4re. Nicht dass nicht schon lange einer ausgebrochen w\u00e4re, aber das meine ich jetzt nicht. Irgendwann war ich dran. Die Kassiererin fragt mich nur: &#8222;Wieviel?&#8220; Ich antworte &#8222;Zwei.&#8220; Und sie reckt und streckt sich und scannt l\u00e4ssig und ungefragt zwei Pack Tabak. W\u00e4hrend ich noch in Gedanken bin wie sie l\u00e4ssig und ungewollt elegant in Ihrer Berufskleidung aussieht fragt sie mich ob ich dieses Jahr wieder bei Rock am Ring w\u00e4re. &#8222;Nee, Rock im Park.&#8220; &#8222;Und Du?&#8220; Von hinten h\u00f6rte ich Husten, Ger\u00e4usper und Unwillen als wir uns \u00fcber Black Sabbath unterhielten die wohl dieses Jahr eine ihrer Verabschiedungstouren machen. Und RHCP \u2013 da freuen wir uns beide drauf. Ja, schlimme Darmkrankheit hatte Anthony, aber jetzt geht\u2019s ihm ja besser. Ob Dosenbier vorher noch mal ins Angebot kommen w\u00fcrde? Und so weiter, es war mal wieder sch\u00f6n mit ihr zu quatschen. Der Ort war grade recht, an der Kasse mit Furien im R\u00fccken. Wir lie\u00dfen und Zeit.<\/p>\n<p>&#8222;Ja, dir auch viel Spa\u00df!&#8220; Prost!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern war Dienstag. Und heute kommt es mir wie Freitag vor. 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