{"id":1075,"date":"2013-04-17T19:57:26","date_gmt":"2013-04-17T18:57:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schirrmi.de\/blog\/?p=1075"},"modified":"2025-12-24T15:55:14","modified_gmt":"2025-12-24T14:55:14","slug":"uppercut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schirrmi.de\/blog\/uppercut\/","title":{"rendered":"Uppercut"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/K-Fruehling_8R0B9180.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1078\" alt=\"K-Fruehling_8R0B9180\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/K-Fruehling_8R0B9180-300x200.jpg?resize=300%2C200\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/K-Fruehling_8R0B9180.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/K-Fruehling_8R0B9180.jpg?resize=1024%2C682&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/K-Fruehling_8R0B9180.jpg?resize=450%2C300&amp;ssl=1 450w, https:\/\/i0.wp.com\/www.schirrmi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/K-Fruehling_8R0B9180.jpg?w=1200&amp;ssl=1 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Fr\u00fch im B\u00fcro. L\u00fcften, Ruhe. Eine Lerche hoch oben in der Luft, singt freudig und ausgelassen ihr Lied. Die Spatzen betreiben lautstark ihre Tollheiten. Drei Rehe auf dem Feld schauen in meine Richtung w\u00e4hrend sie lustvoll \u00e4sen. Der Himmel Gold verf\u00e4rbt, mit wundervollen Farbtupfern aus Rosa.<!--more--><\/strong><\/p>\n<p>So oder so \u00e4hnlich schaut bei mir ein beliebiger B\u00fcromorgen aus. Ruhe! Sch\u00f6nheit die man festhalten will. W\u00fcnschen das es so bleibt um mit allen Sinnen den Alltag und das Leben genie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Es k\u00f6nnte schlimmer bestellt sein.<\/p>\n<p>Offensichtlich vollzieht sich bei mir der \u00dcbergang vom Winter zum Fr\u00fchling genauso sichtbar wie die Natur kurz Luft holt um in Windeseile, in all Ihrer Pracht und Herrlichkeit, angeberisch ihren s\u00fc\u00dfen Duft verstr\u00f6mt um die Menschen zu bet\u00f6ren und freundlicher zu stimmen. Denn, im langen und dunklen Winter sind mir Zottel gewachsen die es galt auf eine \u00fcbliche Schirrmi-L\u00e4nge zu k\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Dieser, dem Fr\u00fchling und aus der anstehenden Wanderschaft geborenen Idee, mussten Taten folgen. Bereits gestern googelte ich nach Bilder von Herrenkurzhaarfrisuren, wollte ich doch mal eine andere Kopfmode haben. Bot meine Haarpracht doch nun alle M\u00f6glichkeiten um etwas Schickes auf meinem <del>h\u00fcbschen Kopf<\/del> interessanten Sch\u00e4del zu zaubern was sonst nur ein Rasierer k\u00f6nnte. Kurz, ich druckte ein paar Jungm\u00e4nner-Bilder aus, die ich mitzunehmen gedachte.<\/p>\n<p>Gedacht, getan. W\u00e4hrend das Apfelkuchenmobil die Sommerschlappen erhielt, wanderte ich zu den frechen, lieben und meist h\u00f6chstprofessionell agierenden M\u00e4dels in meinem Stammsalon. Freudige Begr\u00fc\u00dfung hier, K\u00fcsschen rechts \u2013 links, was darf\u2018s denn sein? Naja, entgegnete ich, ein Haarschnitt. Mal was anderes, bitte sch\u00f6n. Schwupps, den Umhang am muskul\u00f6sen Hals befestigt bekommen, auf die Frage ob es so angenehm ist, kurz Argghh ger\u00f6chelt. Konnte grade noch verst\u00e4ndlich grunzen das ich auch was mitgebracht hatte, die Bilder z\u00fcckend. Ah\u2019s und Oh\u2019s allenthalben im Salon. Der Schirrmi, hach! So also, Fr\u00fchling? Neue Liebe? Still an Selbstmord denkend wurden die Pics vergn\u00fcglich herumgereicht, auch die Kunden durften Blicke auf meine Wunschfrisur werfen nicht ohne es humorvoll zu kommentieren. Ausgelassene Heiterkeit machte sich all \u00fcberall breit. Ich versank noch ein wenig tiefer in die pl\u00f6tzlich nicht mehr so gem\u00fctlichen Sessel.<\/p>\n<p>Nach kurzer Beratung wurde die Schere gez\u00fcckt. Noch ausgesprochen fidel r\u00f6chelte ich, der Umhang weitete sich immer noch nicht wie erhofft, &#8222;b\u00e4tte mt woschn!&#8220; Das junge, h\u00fcbsche Huhn erwiderte fr\u00f6hlich das ich ruhig sitzen bleiben k\u00f6nnte, das Waschbecken w\u00fcrde zu mir kommen. Dieser Roboter-Vorgang wurde von mir asthmatisch, quasi unwillk\u00fcrlich kommentiert was die versammelte Mannschaft zu gl\u00fcckseligen Lachen animierte. Ich erhielt auch keine vern\u00fcnftige Antwort auf meine Frage ob sie auf meinen Haaren keine Fingerabdr\u00fccke hinterlassen wollte w\u00e4hrend sie lasziv schwarze Gummihandschuhe \u00fcberstreifte.<\/p>\n<p><strong>Exkurs:<\/strong><em> Der Uppercut, auf Deutsch, der Aufw\u00e4rtshaken, wird in aller Regel mit einer Aufw\u00e4rtsbewegung von der Nabelgegend aus durchgef\u00fchrt, mit dem Ziel einen Gegner schnell und brutalst au\u00dfer Gefecht zu setzen. Das geschieht meist indem der kr\u00e4ftige, mit Schwung ausgef\u00fchrte Faustschlag ins Gesicht, vornehmlich ans Kinn, aber auch gegen den Oberk\u00f6rper, Nase oder Augen, erfolgt.<\/em><\/p>\n<p>Gar nicht so viel meine selbstgedruckten Bilder beachtend wurde ich in ein Friseurmeisterin-Fachgespr\u00e4ch verwickelt. Wie viel Millimeter? Mit \u00dcbergang? Oder Uppercut? Scheitel rechts, links? Na? Wie jetzt? Puhh! Erw\u00e4hnend dass sie doch die Meisterin w\u00e4re und doch sicher aufgrund ihrer Erfahrung das Beste machen w\u00fcrde, ging es ans Werk. Doch der Rasierer, nicht die Schere! \u201eBrrrr, brummm\u201c, machte der Rasierer. \u201eBrrrr, r\u00f6chel\u201c, ich. \u201eOhh und Ahh\u201c, die wunderbare Domina. \u201eHihi\u201c, die weiteren Angestellten und G\u00e4ste.<\/p>\n<p>Kurz vor Vollendung, ich meine, nachdem alles passiert ist, entfloss ihr noch eine, in meinen Haar- und Shampoo verkrusteten Ohren s\u00fcffisant klingende aber sicher nett gemeinte Bemerkung. \u201eSie wissen ja dass die jungen Herren auf den Beispielbildern wesentlich volleres und kr\u00e4ftigeres Haar haben als Sie?\u201c Da war er: Der Uppercut!<\/p>\n<p>Traurig, melancholisch und sich \u00fcber das Leben im Allgemeinen und \u00fcber h\u00fcbsche junge Friseurmeisterin-Damen wundernd, durfte ich (hatte ich schon erw\u00e4hnt das alles vorbei und nicht mehr zu korrigieren war?) meine Traumfr\u00fchlingsfrisur im Spiegel bewundern. Gekonnt und \u00fcberaus charmant fl\u00fcchtete die Spiegelhandreichung schnell und in K\u00fcrze schwebend \u00fcber das Werk so dass ich keine Zeit bekam den neuen, sch\u00f6neren und h\u00fcbschesten Schirrmi aller Zeiten zu begutachten.<\/p>\n<p>Mit gro\u00dfer Heiterkeit in der allgemeinen Runde verlie\u00df ich den Salon, irgendwie mit einem unguten Gef\u00fchl. Nach einem sch\u00f6nen Spaziergang bei strahlendem Sonnenschein durch das \u00fcberv\u00f6lkerte Industriegebiet in Richtung PKW-Werkstatt fiel mir nur auf das Autos langsamer fuhren, auch \u00f6fters hupten als sonst, Fu\u00dfg\u00e4nger mir mit einem fr\u00f6hlichen Grinsen, ihren Gang verlangsamt ins Gesicht blickten.<\/p>\n<p>Dann wollte ich mein Auto abholen. Der Sommerschlappenmonteur meinte noch kurz, er w\u00fcrde mich nicht kennen, k\u00f6nnte ja jeder kommen! Mein Personalausweis, meine nun langsam w\u00fctend blitzenden blauen Augen und die Friseur-Quittung konnten ihn dann \u00fcberzeugen dass ich der rechtm\u00e4\u00dfige Inhaber des Apfelkuchenmobils bin.<\/p>\n<p>Daheim angekommen, mit ausgiebiger Besichtigung in dem Muckelbadspiegel, wunderte ich mich nicht mehr. Der Tag fing so wundervoll und vielversprechend an!<\/p>\n<p>Euer Schirrmi<\/p>\n<p>P.S.: Aus Gr\u00fcnden habe ich diesen Beitrag ohne kommentierende Fotos erstellt. Beitragsbild stammt aus K und hat au\u00dfer Fr\u00fchling keinen weiteren Bezug. Prost!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fch im B\u00fcro. L\u00fcften, Ruhe. Eine Lerche hoch oben in der Luft, singt freudig und ausgelassen ihr Lied. Die Spatzen betreiben lautstark ihre Tollheiten. Drei Rehe auf dem Feld schauen in meine Richtung w\u00e4hrend sie lustvoll \u00e4sen. 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