Fusselige Flatulenzen

Wie heißen diese bunten Nudeln? Fussel? Fuchis? Fusseli? Egal. Gestern nahm ich einen Haufen davon als Abendbrot zu mir. Heute muss ich pupsen. Schon beim Sitzen. Auch bei jedem meiner kleinen Trippelschritte, oder auf jeder Treppenstufe. Pups, pups, pups – so geht das den ganzen Tag. Bekanntermaßen befinde ich mich nicht alleine und einsam auf einer Insel was im Falle von fusseligen Flatulenzen hilfreich wäre. Ich befinde mich in Gesellschaft, in der sogenannten Zivilisation – wenn man die Knochenmühle dazu zählen wollte. Jedenfalls musste ich aufpassen. In verschiedener Hinsicht.

Bei den ersten Pupsen hatte ich die Befürchtung ob da was mitkommt. Es kam nichts. Probierte noch mal einen kleinen aus und es kam immer noch nichts mit. Es roch noch nicht mal. Also sah ich allen weiteren Pupsen gelassen entgegen. Lasse einfach laufen. Es knattert. Es flattert dass es eine wahre Freude ist. Wundere mich dabei wo das alles herkommt. Vielleicht ist das Atmen schuld? Man atmet ja Luft. Vielleicht sollte ich zur Abwechslung mal ausatmen. So sinniere ich stundenlang auf meinem Bürostuhl woher die ganzen Gase kommen. Und Luft ist doch auch gewissermaßen ein Gas. Nicht?

Wenn ich merkte dass ein Großer Pups kommt, dann ging ich um die Ecke auf Toilette. Paff! Peng! Knall! Einzelne Fliesen fallen von den Wänden. Egal. Schlecht dass das Kackhaus direkt an das Büro eines Kollegen angrenzt. Gut dass der Kollege sich erlaubt heute Urlaub zu machen. Ich weiß nicht ob er sich das erlauben kann. So mit seinem persönlichen Zeitmanagement. Aber er hatte ja doch Glück abwesend zu sein – was ich ihm auch sogleich nach Hause auf sein iPone mailte.

Grade auf ein Kippchen mit dem Kollegen draußen gewesen. Ich merkte es schon, da will wieder

so ein kleiner Nichtstinker raus. Krampf! Kollege schaut mich an und fragt mich warum ich so verkrampft schaue. Ich antworte ein wenig angestrengt: „Das ist Fitnesstraining während der Arbeitszeit, Arschloch!“ und ließ ihn einfach fahren. Wie heißt denn noch mal dieser Comic-Superheld? Der aufgrund seiner gewaltigen Fürze fliegen konnte? Nee, nicht der Pupsmann. Das ist ein anderer. In den Anfangstagen des Internets hat man sich da so kleine Videos geteilt. So wie der Eisbär der immer Pech hat und dann so schön ärgerlich grummelt. Nee, wissen Sie auch nicht? Egal.

Diese vermaledeiten Fusselnudeln. Ich als Heimscheißer konnte gar nicht schnell genug aus der Jacke raus, zum Scheißhaus zu flitzen und Fliesen weg zu sprengen. PPPPRRRRRFLATSCHPENGKNALL! Eine Mitbewohnerin hatte derweil Käsekuchen gebacken – sie saß auf der Designercouch. Der Backofen ist angrenzend in der Küche nebenan installiert. Dort fiel er vor Schreck ein wenig in sich zusammen – der Käsekuchen während sie – die Mitbewohnerin, die Brauen räusperte. Uups!

Fusilli-Nudel_IMG_6938

Aber gut, sinnierend sitze ich so rum, die Beine locker fallen lassend, die Hosen auch und da fällt es! Unter Kraftanstrengung! Nein, ich meine nicht die Wurst. Ich meine, es fällt mir wie Schuppen von den Augen. Den Schuldigen entdeckt. Die Zubereitung der Fusseli oder wie die heißen, machte es wohl aus. Denn sie waren zwar schön bunt. Aber mir irgendwie zu bunt. Deswegen kippte ich so lange Mayonnaise drüber bis alles weiß war. So wie die Farbe von gewöhnlichen Nudeln gewohnt ist. Dann war es mir aber doch zu weiß und wollte wieder bunt. Also kippte ich noch jede Menge Ketchup drauf dass es wieder bunt war. Jedoch wieder zu viel. Also noch eine Tüte Hartkäse drauf und alles rein in den Schlund. Hätte ich kotzen müssen, man hätte es noch mal anrichten können – so schön wären die Fusselnudel noch in Form gewesen. Rot-Weiß wie gewisse Mitbürger ihre Pommes essen mögen.

Jetzt nachdem ich bei der Mutter meines Sohnes das Gästeklo vollgeschissen habe und mich aus Gründen ohne Verabschiedung von der Geburtstagsfeier entfernte, resümiere ich hier einen Wodka saufend einen weiteren Pupstag. Aber nun ist Wochenende. Kann ja am Montag damit in der Knochenmühle weitermachen. Da sind es ja nicht meine Fliesen.

Schirrmi

P.S.: Ein schöner Kosenamen neben Mausi, Schatzi, Nüsschen könnte Pupsi sein.

P.P.S.: Für 1,29 EUR ist, zumindest bei mir heute, der anale Spaß garantiert. Billiger als ein Pupskissen.

4 Gedanken zu „Fusselige Flatulenzen

  1. Vom Greise hin bis zu dem Kind,
    ein jeder lässt mal einen Wind.
    Und vom Kind bis hin zum Greise,
    tut jeder es auf seine Weise.

    Selbst die ältere Matrone,
    die verlässt die Welt nicht ohne.
    Leis´ der Wind oder ganz heftig,
    mal ganz zart, mal etwas kräftig.

    Am allerschlimmsten sind die leisen,
    die den Po erstmal umkreisen,
    bis sie endlich dann entweichen.
    Die stinken wie verweste Leichen.

    Schön war´s Anno Dazumal,
    das Leben im Neandertal.
    Einen Pups nahm niemand krumm,
    man kümmerte sich nicht darum.

    Es weicht der Pharaonengruft
    noch ein allerletzterDuft,
    der sich nach guter alter Art
    mit Weihrauch und mit Myrrhe paart.

    Und als die Kinder Israel
    retteten ihr nacktes Fell,
    als Ägypten sie verließen,
    wollt´ sie das Rote Meer verdrießen,
    da hat, wie´s in der Bibel steht,
    ein Wind das Rote Meer verweht.

    Und sogar die alten Griechen
    konnt´ man hin und wieder riechen.
    Und was bei Ikarus verpufft,
    trieb ihn per Düse durch die Luft.

    Der Met-Konsum der Westgermanen,
    der lässt ein wenig uns erahnen,
    wie´s in alter Zeit gerochen,
    wenn die Winde ausgebrochen.

    Woran im vord´ren Orient
    man den Appetit erkennt:
    Man lässt beim allerschönsten Schmausen
    erst einmal kräftig einen sausen.
    Es riecht dann zwar ganz animalisch,
    doch das ist eben orientalisch.

    Lässt man in Afrika ´nen Furz,
    bauscht sich nur kurz der Lendenschurz.
    Eh´ ´ne Sekunde noch vergeht,
    da ist er schon vom Wind verweht.

    Ganz anders ist´s beim Eskimo,
    da verhält es sich nun so:
    Durch die Masse der Bekleidung,
    da entsteht ´ne lange Leitung.
    Ist ein Furz dem Po entkrochen,
    riecht er ihn erst nach zwei Wochen.

    Bei den Japanern und Chinesen
    ist ein Furz nicht schlimm gewesen.
    Je nachdem, was man genossen,
    roch es stark nach Bambussprossen.

    Und dann der Furz von einem Ritter.
    Der klang ja beinah wie Gewitter.
    Denn dank der Rüstung klang es blechern
    und hallte laut in den Gemächern.

    Es ist ganz klar, dass die Piraten
    es besonders gerne taten.
    Und sie furzten ohne Scheu
    ein lautes donnerndes Ahoi!

    Was machen nur die Astronauten
    mit der Luft, der unverdauten?
    Sicher furzen sie mit Kat,
    sonst hätt´ man bald einander satt.

    Ja, selbst Großbritanniens Queen
    lässt ab und zu mal einen zieh´n.
    Und auch die sel´ge Lady Di,
    die fand wirklich nichts dabei.
    Nur Charles, die Hose grau gestreift,
    der tut, als wenn er sich´s verkneift.

    Ganz höflich furzt´ Napoleon,
    zu jedem Wind kam ein „Pardon!“.
    Hitlers Furz roch nicht sehr arisch,
    ernährt´ er sich doch vegetarisch.

    Ja und selbst der deutsche Kaiser
    furzte sich den Hintern heiser,
    um mit wild-verweg´nen Düften
    seinen Körper zu entlüften.

    Der Papst, der hüstelt ganz diskret,
    wenn er in die Soutane bläht.
    Und Helmut Kohl, der furzt zumeist,
    hat er gegessen, wie er heißt.

    Und wenn im Herbst die Linde rauscht,
    der Leibwind meine Hose bauscht,
    wenn´s draußen kalt und drinnen warm,
    weil die Luft erwärmt vom Darm,

    ich drinnen schwitz und draußen frier,
    dann steht der Winter vor der Tür,
    dann wird der Mensch noch mal zum Kind
    und freut sich über jeden Wind

    1. Herr Flötenkönig,

      vielen Dank für die erfrischenden Impulse auch wenn sie am Ende (Ihrem?) dem Schließmuskel entspringen. Aber passend zum Thema.

      Wer ist der Autor?

      Grüßle,
      Schirrmi

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